fehler.teufel.

immer öfter merke ich:
der fehler.teufel, der wohnt überall.

in zeiten von e.book.readern und indie.autor/innen kann er sich sogar aussuchen, wo er wohnen möchte.
der immobilien.markt für den modernen fehler.teufel ist un.endlich groß.

grund zu dieser an.nahme:
im moment lese ich ein sehr spannendes buch.
gut geschrieben, lustiger stil, grandiose hauptperson – eine mordende alte jungfer, die ihre seele der schwarzen seite verschrieben hat.
noch bin ich nicht fertig – es kann sich jedoch nur mehr um wenige stunden handeln, denn es ist wirklich grandios.
(lese.empfehlung!)

aber:
vor dem ersten kapitel lese ich: ‚korrektorat: xy.‘ (ich werde hier keine namen nennen.)
das allein läßt mich schon schaudern, ich weiß nicht, warum.
meine vor.ahnung täuscht mich jedoch auch diesmal nicht:
beistriche überall dort, wie keine sein sollten, recht.schreibung furchtbar, genetiv/dativ mangelhaft.
dazu gesellen sich auch noch sinn.fehler –
gerade noch wirft die blonde nachbarin ihre walle.mähne hinter die schulter, da fährt sie sich im nächsten moment durch ihre stoppel.kurzen haare.
auch solche fehler darf ein korrektor finden und aus.bessern.

verlassen sich die menschen heutzutage nur mehr auf die rot unterstrichenen fehler diverser schreib.programme?
(die finden natürlich weder beistrich- noch sinn.fehler. auch dativ/genetiv.fehler bleiben meist unerkannt.)
haben wir als korrektor/innen keine zeit mehr, ein werk durch.zu.lesen, ganz?
wenn schon nicht aus interesse, dann vielleicht deshalb, weil wir geld dafür bekommen? weil sich jemand auf uns verlässt?
haben wir keine zeit mehr, neue regeln zu lernen, nach.zu.schlagen, wenn wir es nicht genau wissen?
bedeutet ‚ein werk korrigieren zu dürfen‘ nicht mehr, als es einmal durch ein schreib.programm laufen zu lassen und ein paar tipp.fehler aus.zu.bessern?

niemand findet alle fehler, irgendein beistrich wird immer falsch sein.
das ist nur menschlich.
wenn sich fehler aber häufen, wenn sie auf jeder seite auf.tauchen – dann stört das den lese.fluss.
mir fällt auf – in gedruckten werken wohnt der fehler.teufel nur selten.
aber seit ich einen e.reader besitze, hat der fehler.teufel auch bei mir ein neues zuhause gefunden – zwischen den elektronischen seiten all der indie.bücher, die ich eigentlich sehr gern lese.

ich finde das gemein.
ja, gemein!
immerhin zahlen autor/innen dafür, sich nicht um die fehler sorgen zu müssen.

aber wie sagte schon bastian sick

der dativ ist dem genetiv sein tod.

 

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