es knistert, es knastert. (#kolumne)

freitag.morgen.
fenster.tag.
gemütliches frühstück im wohnzimmer, die sonne leuchtet hinter den gelben vorhängen, die katze schnurrt auf dem schoß – frei.tag.

und während die mutter entspannt ihren morgenkaffee schlürft, tanzen die kleinen entzückt zu kinderliedern aus einem anderen jahrhundert, wie es scheint – es knistert, es knastert, das kommt vom vinyl.
nicht mp3, nicht cd, nicht radio oder gar internet – nein, auf dem platten.teller dreht sich eine schwarze scheibe und singt von der klappernden mühle am rauschenden bach.
und die kinder?
die wundern sich gar nicht mal.
die rufen
‚mama, dreh mal die platte um‘,
wenn es verdächtig zu rauschen beginnt –
ein untrügliches zeichen dafür, dass die nadel von der platte gesprungen ist.

gehört das zu umfassender erziehung?
dass die kleinen mal nicht in einem laden stehen und sagen
‚ey alder, was sin’n das für schwarze scheiben da?‘
gehört da auch dazu, dass die kleinen vom häschen in der grube singen können – und nicht nur die neuesten youtube.kanäle kennen?

oder ist es einfach die mütterliche nostalgie, die hier ihre finger mit im spiel hat?
‚ach, das war mein lieblings.lied von dieser platte, das hab ich immer mit meiner mama gesungen!‘

egal, was es ist –
es ist wunder.bar!
und die kinder sind zufrieden.
(ob sie auch zufrieden sein werden mit der rainhard.fendrich.scheibe vom feuer?)

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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4 Kommentare zu “es knistert, es knastert. (#kolumne)

  1. Einigen Bekannten von mir, die (mittlerweile) knapp Auto fahren dürfen, habe ich vor ein paar Jahren mit den Wörtern gefüttert, die meine Großmutter in ihrem Dialekt benutzte, aber schon lange aus dem täglichen Sprachgebrauch gefallen sind. Daran musste ich denken, als ich Deine Vinyl-Geschichte hier las.

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    • ja. ich benutz auch gern solche wörter.
      ist spannend, wenn einen die leute dann ganz verwirrt anschauen – die eigenen kinder aber wissend nicken und antworten. ;)

      bestes beispiel: blümerant. benutzen nimmer viele heutzutage. (ich empfehle allen, die gern neue, alte wörter lernen wollen, das ‚lexikon der bedrohten worte‘).

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  2. Vielen Dank. Für den Text. Für die Weitergabe von Bewahrenswertem an die Kinder. Für die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, die sonst in den „New Media“-Zeiten verkümmerten.

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