ein brief von der schule. (#kolumne)

eigentlich ist das ja keine neuheit, ein brief von der schule.
nur diesmal muss ich mich fragen:

was soll das, bitte?

inhalt des briefs ist das neue lehrerdienstgesetz in österreich.
(wer sich informieren möchte, bitte sehr.)
verschiedene punkte werden angesprochen, die sozial.partner verteufelt, schreckens.szenarien werden an die wand gemalt.
doch am ende des briefes bleibt nichts als ein schaler nachgeschmack.
keine conclusio, keine aussage an sich, ich weiß als mutter nicht, was ich mit diesen sätzen anfangen soll.
aber ich kann das alles so nicht glauben.

religions.lehrer/innen sollen künftig physik unterrichten dürfen, gar müssen?
österreich.weit sollen für zig tausende schulen nur 150 neue beamt/innen eingestellt werden?
schul.schi.kurse wird es in zukunft keine mehr geben?
das schau ich mir aber genauer an.

und ich bin entsetzt.
keiner der im brief angesprochenen punkte stimmt so, wie er im schreiben dargestellt werden.
zahlen werden verdreht, vertauscht, oder überhaupt falsch abgeschrieben.
einzig, dass lehrer/innen künftig mehr arbeiten sollen, ist richtig.
aber das ist wirklich ’sudern auf höchstem niveau‘ – bei dreizehn wochen ferien und zwanzig wochen.stunden unterricht ist das gehalt ein wahn.sinn! (selbst die oft vorgebrachten vorbereitungs.zeiten fallen da kaum ins gewicht.)
kein wunder, dass die eltern das nicht verstehen – wer kinder hat und sich in den sommer.ferien schon mal intensiv mit kinder.betreuung auseinandersetzen musste, kennt die problematik:
habt Ihr so viele freie tage?
braucht auch Ihr omas und opas, damit es klappt?
und verdient Ihr auch nur annähernd so viel – bei oft doppelter arbeits.zeit?
(irgendwie logisch, dass eltern frustriert sind.)

ich bin ehrlich entsetzt.
keine wirklich aussage, und dann auch noch recht weit weg von den fakten.
das ist meinungs.mache, und zwar extra billige.

lehrer/in zu sein ist bestimmt ein schwieriger job, hut ab vor all denen, die das wagen:
schwierige schüler/innen, noch schwierigere eltern, eine sich verändernde gesellschaft.
und doch bin ich erschüttert, wie weit entfernt von der realität manch einer lebt:
da seh ich fotos von ausgedehnten berg.touren auf öffentlich zugänglichen facebook.accounts  der lehrpersonen meines sohnes, nachmittags im kaffee.haus entdecke ich im vorbeihasten lehrpersonen, die offenbar ihre freizeit genießen, ich weiß von einigen, die ihre sommer.ferien weit ab von der heimat verbringen.
neun wochen biken auf mallorca? kein problem!
(für mich wär’s eins, sowohl zeitlich als auch finanziell.)

sollte eine schule ihren schüler/innen nicht auch vermitteln:
sag die wahrheit! recherchiere, bevor du veröffentlichst! überlass polemik und wahrheitsverdrehung den uns allen bekannten politiker/innen!
sei anders, sei ehrlich!

was soll dieser zettel? was erwartet die schule jetzt von mir?
soll ich mich bei den sozial.partnern aufregen gehen, dass die armen lehrer/innen ohnehin schon so wahnsinnig viel arbeiten müssen?
oder vielleicht bei der bank, die am ende des briefes groß als sponsor erwähnt wird?
war schul.sponsoring und werbung in der schule nicht bis vor kurzem noch ein tabu?
nein, still und heimlich ist schul.sponsoring seit februar 1997 erlaubt – trotz aller einwände von konsumenten.schützer/innen und eltern.
was ein wenig komisch anmutet, bei all den diskussionen darüber, dass die schule werbefrei sein sollte – aber solange die kinder ihr jugend.konto bei der einen bank machen, ist alles gut, nicht wahr?

ich finde das nicht in ordnung.
weder den aussage.losen brief an alle eltern, der nichts außer weiteren fragen aufwirft, noch das riesige firmen.logo am ende des briefes.
doch was tun gegen den ausverkauf der schule, gegen lehrer/innen, die jede reform ablehnen – und wenn auch nur aus dem grund, dass ihre frei.zeit ein wenig heiliger ist als meine.

hat irgendjemand eine idee?

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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