antwort? nein danke. (#kolumne)

es gibt eine neue erscheinung in der digitalen sozialen welt, die ich sehr gern unterbinden würde, wenn ich könnte:
die un.art des nicht.beantwortens.

egal, ob es sich um bewerbungs.schreiben, mails an freund/innen oder party.einladungen handelt – ich weiß nie, ob mein schreiben überhaupt angekommen ist.
bei freund/innen ist es manchmal verständlich – oft hat man wirklich nicht sofort zeit, ein schreiben zu beantworten. der vorteil bei freund/innen ist: man kann nachfragen, ohne gleich unhöflich oder rastlos zu wirken.
bei bewerbungen ist es sehr ärgerlich, schließlich erhofft man sich ja einen neuen job und wartet ein wenig desperat darauf, ob man zum vorstellungs.gespräch eingeladen wird. wenn dann nach einigen wochen eine wort.karge absage kommt, ist man oft noch enttäuschter als zuvor.
bei party.einladungen finde ich es persönlich am ärgerlichsten – immerhin möchte man ja weder zu viel noch zu wenig essen einkaufen, man überlegt sich, wer wo sitzt, was gespielt wird und wie viele Getränke man besorgen muss.
und natürlich, ob überhaupt jemand kommt. gerade im falle eines kinder.geburtstages möchte ich mir das traurige gesicht der party.königin nicht mal vorstellen.

doch auch im berufs.leben hat sich diese methode eingeschlichen.
man bekommt eine anfrage von einem verlag (so geschehen letztens), schickt eine antwort – und das war’s.
wenn man dann nach einem monat nachfragt, was denn mit den mails passiert sein könnte, bekommt man die antwort:
wenn Sie innerhalb von sechs werk.tagen nichts von uns hören, dann sind Ihre mails wohl dem spam.schutz zum opfer gefallen.

klingt nach einem professionellen unternehmen.
und vor allem nach einem, das wahrlich interesse daran hat, mit mir zusammenzuarbeiten.
das lustige daran:
wenn man, so wie ich gerade, das antwort.mail ein weiteres mal beantwortet, bekommt man das exakt gleiche mail noch einmal.
da sitzen wohl keine menschen an den maschinen, da sitzt einfach nur die maschine.

ich werde das nie verstehen.
vor allem die ausrede
ich hab einfach keine zeit gehabt
nervt mich.
wenn ich einen brief oder ein digitales schreiben bekomme, dann freue ich mich.
dann überleg ich schon während des lesens, was ich antworten könnte.
gut, das macht nicht jeder, das ist mir klar.
dass menschen jedoch wochen.lang nicht die zeit finden, ein kleines mail, eine anfrage oder dergleichen zu beantworten, das glaube ich nicht.
in den seltensten fällen ist es wirklich so, dass etwas gravierendes passiert ist – und jemand keine zeit hat, für nichts.
in den meisten fällen ist es einfach nur mangelndes interesse.

im freundes.kreis ist das ok.
freund/innen verstehen sich auch, wenn sie nicht jeden tag eine nachricht bekommen.
im geschäfts.leben zeigt die erfahrung:

wenn jemand es nicht schafft, innerhalb eines monats ein mail zu beantworten, dann finger.weg.
denn die wirklich großen, wirklich wichtigen unternehmen melden sich innerhalb von wenigen tagen –
und zwar ein echter mensch, keine maschine.

***

noch kurz zum finger.weg:
ich habe gerade ein wenig recherchiert, weil ich wissen wollte, was das internet so zu besagtem verlag zu sagen hat.
und oh wunder, es ist ein druckkostenzuschussverlag.
sprich einer, bei dem autor/innen sehr viel geld bezahlen müssen, um bücher gedruckt zu bekommen – um den verkauf oder werbung schert sich dann aber niemand mehr. im schlimmsten fall sind die schreiber/innen dann auch noch die rechte an ihrem werk los.

ein hoch auf die erfahrung!
und finger.weg!

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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6 Kommentare zu “antwort? nein danke. (#kolumne)

  1. Pingback: weil man sich manchmal einfach nur denkt: söba! (#kolumne) | sinn.wort.spiel.

  2. Pingback: engel – und männer in schwarz | neuköllner botschaft

  3. Liebe Kollegin, ist ein bisschen nonaned, das. Wenn auch sehr wahr. Grundlegende Höflichkeit und automatisierte Antworten (Empfangsbestätigungen) kosten eigentlich gar nichts. Man muss aber natürlich bedenken, dass sich in unserem Bereich wahrscheinlich 1000 Leute auf eine offene Stelle bewerben.

    Übrigens, ohne unhöflich sein zu wollen: Wer Dienste als Lektorin anbietet, sollte vielleicht keine das/dass-Fehler in den eigenen Texten haben ;)

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    • nonaned. aha. immerhin aber dir wert, einen kommentar zu schreiben. kann also nicht sooo uninteressant sein. ;)

      du schreibst also nur über dinge, die noch kein erden.mensch vor dir beschrieben hat?
      sollt ich mir glatt mal anschauen, deine worte. (aso, kann ich nicht, hast ja keine website angegeben. hm. schade.)

      ach und: es ist eine weit verbreitete mär, dass lektor/innen niemals fehler machen – jeder überliest seine eigenen fehler, das ist nun mal so.
      aber danke für den hinweis, ist ausgebessert.

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      • Hey, war nicht böse gemeint. Was meine Worte betrifft – ich arbeite gerade an zwei neuen Blogs, nur ist zwischen Job und Kindern die Motivation nicht so gegeben ;)

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        • oh, ich habs gar nicht böse empfunden.
          nur ein paar dinge klargestellt. ;)

          tja. hier auch job und kinder. aber es ist keine frage der motivation – oft hab ich keine lust, aber meine worte wollen raus. da kann ich gar nicht anders.
          für den anfang würd ja auch ein blog mit nur einem artikel reichen, oder nicht?
          (so fangen wir doch alle an…)

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