sonntags. (#kolumne)

sonntage mag ich nicht.
ich mochte sie noch nie.

sonntag ist der tag der woche, den ich ausradieren würde, wenn ich könnte.
einfach weg damit.
auf nimmer.wiedersehen.

sonntags ist die laune auf dem null.punkt.
nichts zu tun, die kinder außer haus, lange.weile.
also her mit dem alibi.stress –
die bücher müssen entstaubt werden.
die orchideen sollten eine runde baden.
und wie wär’s mit weihnachtlichen keksen, gleich ein paar dutzend?

anderer.seits –
ohne diesem alibi.stress sitzt man einfach so da.
nimmt ein buch zur hand, liest ein paar seiten, klappt es wieder zu.
macht einen kaffee, nippt ein wenig daran, stellt ihn wieder weg.
oder man liegt auf dem sofa, die katzen auf dem bauch, und schaut die decke an.
entspannen soll man sich, den stress vergessen, einfach nur sein.
statt.dessen überlegt man fieber.haft, was man den bloß anstellen könnte.

andere menschen haben ihre sonntage schein.bar immer verplant.
vielleicht genau aus diesem grund?
vielleicht ist es die sonntags.krankheit, die uns alle in den wahn.sinn, nein, einfach nur in die schlechte laune treibt?

also endet der sonntag – der angebliche tag der ruhe, der entspannung und des ausgleichs – wie immer mit alibi.stress.
kekse backen.
orchideen baden.
staub saugen.
und dies. und das. und jenes.

abends dann, auf dem sofa, erfreut man sich dann endlich der sonntäglichen ruhe, eine heiße tasse tee in der hand, die katzen auf dem bauch, und schaut in den fernseher.
das war ein wirklich schöner sonntag, nicht wahr?

sonntage mag ich nicht.
ich mochte sie noch nie.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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14 Kommentare zu “sonntags. (#kolumne)

  1. Pingback: danke! | sinn.wort.spiel.

  2. „Oh, schwarzer Sonntag! | Oh, schwarzer Sonntag! |
    |
    Noch ist Nacht in allen Räumen, | noch wächst mir ein Wald aus Träumen, | noch färbt Dunkelheit die Wände, | noch hält Schlummern meine Hände, | noch der Duft verlöschter Kerzen, | noch der Klang zersprung?ner Herzen, | noch Sekunden voll von Schweigen | und noch ein Erinnrungsreigen |
    |
    Doch schon zerreißt das Licht die Dunkelheit, | schon steht in jeder Tür der Tag bereit, | schon wartet auf uns das Signal der Zeit, | Vergänglichkeit, Vergänglichkeit? | Schon greift der erste Sonnenstrahl nach dir, | schon fühle ich die Leere neben mir, | schon greift der Morgen mich mit leeren Armen | und durch das Fenster tropft die Einsamkeit |
    |
    Noch ein Gang durch leere Räume, | noch ein Strauß verwelkter Träume, | noch ein Gruß an stumme Zeugen, | tausend Hände hat ihr Schweigen, | noch ein Wandern durch die Stunde, | ein Verweilen bei Sekunden, | noch manch ungeklärte Fragen, | fern wie leises Flügelschlagen |
    |
    Doch schon zerreißt das Licht die Dunkelheit, | schon steht in jeder Tür der Tag bereit, | schon wartet auf uns das Signal der Zeit, | Vergänglichkeit, Vergänglichkeit? | Schon greift der erste Sonnenstrahl nach dir, | schon fühle ich die Leere neben mir, | schon greift der Morgen mich mit leeren Armen | und durch das Fenster tropft die Einsamkeit |
    | Oh, schwarzer Sonntag! | Oh, schwarzer Sonntag!“ |
    |
    [Daliah Lavi]

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