viel lärm um nichts. (#kolumne)

die wogen gehen hoch –
wie immer, wenn es ums auto.fahren geht.

tempo 80 auf einem teil.stück der salzburger auto.bahn
klingt eigentlich nicht nach etwas, das riesen.aufregung verursachen könnte.
doch das tut es.

eigentlich ist es ja nicht schlimm, wenn menschen sich für eine sache begeistern, diese ablehnen oder unterstützen.
in diesem fall jedoch ist es anders –
die eigentlichen fakten sind schon längst vom tisch verschwunden, jetzt geht es nur mehr darum, wer gewinnt.
und das auf eine art und weise, die verabscheuens.würdig ist.

vom aufknüpfen der grünen ist die rede, von einer frechheit, davon, wie unglaublich bescheuert diese politikerin sei, die tempo 80 einführen möchte, und davon, wie die demokratie mit füßen getreten wird.
und die betreiber der gegnerischen facebook.seite scheinen sich über solche aussagen auch noch zu freuen –
denn es gibt weder einen kommentar zu solchen aussagen, noch werden diese kommentare gelöscht.
mit polemik und suderanten.tum ist wahrlich gut stimmen fangen.

niemand scheint mehr zu bedenken, dass dieses tempo.limit einen sinn hat, dass es um gesundheitliche aspekte geht, dass man dadurch nicht mehr verliert als sechzig sekunden, die man nun länger braucht, um von a nach b zu kommen.
stattdessen wird polemisiert, aber.tausende klicken vermeintlich anonym auf den gefällt.mir.knopf, schreiben vermeintlich anonym hass.reden, die in den mund zu nehmen sie sich nie trauen würden.

ach, wie einfach ist es doch, sich zuhause, gemütlich mit einer tasse kaffee, den hass von der seele zu schreiben!

wenn es aber ernst wird, wenn es darauf ankommt, für oder gegen etwas zu kämpfen, wenn man dafür mehr tun muss, als den computer einzuschalten und ein paar mal gefällt mir zu drücken –
dann ist es vorbei mit der unterstützung.
dann sitzen nicht mehr als eine hand.voll menschen in dem lokal, in dem gespräche statt.finden.
dann ist es auf einmal gar nicht mehr so einfach, sich aufzuregen –
schließlich gibt es im echten leben keinen gefällt.mir.knopf.

und das gefällt mir.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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10 Kommentare zu “viel lärm um nichts. (#kolumne)

  1. Suderantentum? Ah, der Suderant, der Nörgler. | Gibt es noch öffentliche oder veröffentlichte Diskussionen, die sachlich geführt werden? | „Wie viel Garstigkeit in den Menschen nur auf eine günstige Gelegenheit lauert.“ [wasunsausmacht] … um sich den Frust bspw. von der Seele zu schreiben. | „Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.“ [Wilhelm Busch] | Ich stehe hilflos vor solchen Ereignissen. Und Hilflosigkeit macht Angst. | Was können wir dem entgegensetzen?

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    • genau. die nörgler. ;)
      ja, es gibt öffentliche diskussionen – da erscheinen aber nur 10 leute.
      wie sachlich sie ablaufen, weiß ich nicht, ich geh nicht hin. ich find einfach nur die art und weise dessen, was passiert, bescheuert.

      nun, nichts, wie ich glaube.
      ich hab eine ‚bin dafür.seite‘ im facebook eröffnet, nur als zeichen.
      aber ohne gekaufte freund/innen und möglichst viel läuft anscheinend nichts mehr.
      ja, es macht mir angst…sehr sogar.

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        • leserbrife – ja.
          tv und radio – eher wenig.
          (un)soziale netzwerke – ausschließich, eigentlich.
          denn es ist nicht so einfach, einem grünen politiker ins gesicht zu sagen, am besten solle er an einem baum hängen, wenn man ihm gegenübersitzt.
          im grunde sind es fast nur feiglinge in dieser gefällt.mir.fraktion.

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          • Jeder seinem Intellekt entsprechend. Im TV und Radio fallen entsprechende Bemerkungen natürlich sehr subtil. Ich höre oft den Deutschlandfunk. Bereits da (von Interviewten oder Diskutanten, nicht den Moderatoren) wird der Boden für die haßerfüllten Äußerungen der anonymen Volksseele bereitet.

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            • ja. leider. leider leider.

              natürlich bereiten auch bei uns einschlägig bekannte politiker den boden für solche hassreden.
              leider gibt es keine hand.habe dagegen.

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