Es geht auch anders. (#Kolumne)

Es ist schon lästig, andauern die Shift-Taste drücken zu müssen.
Und irgendwie vermisse ich meine Punkte, die alten Worten neue Bedeutungen geben.
Geben können.
Aber es geht auch anders.

Einen Versuch ist es Wert,
heißt es immer.
Na gut.
Dann schreib ich eben heute so, wie es gemeinhin erwartet wird.
Mit großen Buchstaben und ohne Interpunktionen, die mir das Schreiben versüßen.

Dabei ist es mit der Großschreibung und den Punkten doch ein bisschen so wie mit Jogginghosen –
zu Hause, auf dem Sofa, da ist eine Jogginghose toll.
Kuschelig, nichts zwickt, nichts zwackt, klasse.
Im Büro oder zum Einkaufen –
eher suboptimal.

Ich fühl mich aber hier auf meinem Blog wie zu Hause –
und wähle den Jogginghosen-Modus, denn:
Ich bin einfach zu faul für die Shift-Taste.
Lieber denke ich darüber nach, welchem Wort ich eine neue Bedeutung schenken könnte, indem ich einen Punkt einsetze.
Einen Punkt ohne Leerzeichen danach –
denn dann ist klar: Es ist Absicht, der Satz ist noch nicht zu Ende, aber man macht automatisch eine gedankliche Pause und schwupps!
Schon wird das Wort anders betont.

Es gab Zeiten, in denen wurde man gelobt für die
wahnsinnig kreative Idee,
man konnte Literaturwettbewerbe gewinnen, einfach nur weil
die Punkte den Worten und Sätzen neue Bedeutung verleihen, weil
der Leser angeregt wird, nachzudenken und tiefer einzutauchen in die Welt des Geschriebenen.

Diese Worte allerdings kamen von Menschen, die sich länger mit einem Text oder einem Menschen befassen als einen Social Media-Kommentar lang.
Diese Worte stammen aus der Feder eines Menschen, der nach zwei Minuten noch keine feste Meinung hat –
schlimmstenfalls schon, bevor er überhaupt etwas über den Schreibenden weiß, weil
das macht man einfach nicht, so zu schreiben!

Wer schreiben möchte, der sollte es tun – ohne Wenn und Aber.
Es gibt nicht die eine Art zu schreiben, es gibt nicht die eine Art, seine Gedanken zu Papier zu bringen.
Es gibt nur den inneren Drang, dem nicht nachzugeben manchmal gehörig schwer fällt.

Natürlich muss differenziert werden zwischen der Art des Textes:
Das formelle Anschreiben eines Kunden wird natürlich in korrekter Schreibung ohne künstlerische Punkte verfasst.
Klar.
Die lyrischen Gedanken auf meinem heimischen Blog aber verfasse im Jogginghosen-Modus:

klein, mit punkten, wann.immer ich finde, es muss sein.
denn:
nicht alles muss so gemacht werden, wie man es eben macht.

eines aber sollte man beachten:
nur wer die regeln kennt, kann sie missachten.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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8 Kommentare zu “Es geht auch anders. (#Kolumne)

  1. Natürlich ginge es auch anders. Es geht immer auch anders. Aber nichts macht einen Menschen liebenswerter als seine Individualität. Seine Unverwechselbarkeit. Also bitte: bleib bei deiner Form und deinem Stil. stil.voll | PS: Deiner individuellen Freiheit kommst du dann schon sehr nah, wenn du dir „erlauben“ kannst, auch formelle Anschreiben ohne Shift-Taste und mit brechenden Punkten zu verfassen.

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