immer und immer wieder. (#kolumne)

ich kann es einfach nicht lassen.

immer und immer wieder versuche ich, schreibenden zu helfen.
leider immer jenen, die absolut unempfänglich für hilfe sind.
jenen, die meinen, schreiben sei doch keine arbeit.
jenen, die jedes wort, das sie von sich geben, für das beste überhaupt halten –
und keine sekunde daran arbeiten, nichts ausbessern und schon gar keine zeit damit verschwenden, den text vielleicht mit hilfe eines lektors zu verdichten.

lieber verlassen sie sich auf das urteil von programmen, um die bösen stil.blüten zu vermeiden –
dabei machen es doch gerade die stil.blüten aus, manchmal.
und lieber verlassen sie sich darauf, selbst fehler auszumerzen –
dabei ist das bei jedem selbst geschriebenen text unmöglich.

und immer wieder lasse ich mich auf diskussionen ein –
warum ein eigener stil so wichtig ist.
warum ein programm keinen stil beurteilen kann.
und warum ein computer deshalb niemals einen menschen ersetzen wird.

aber es ist ein kampf gegen wind.mühlen.
denn jenen, denen das schreiben im blut liegt, ist das alles klar.
wenn die worte in den fingern jucken, wenn sie heraus müssen, wenn beim durch.lesen danach das gefühl aufkommt,
nein, das passt nicht, da muss ich noch an der formulierung tüfteln
dann ist auch gewiss, dass ein computer.programm da nicht helfen kann.
denn sobald der eigene stil mehr ist als ein bestimmtes wort, das sich alle paar zeilen wiederholt, versagt die technik, dann liegt es am menschen.

es ist ein kampf gegen wind.mühlen –
aber ich muss ihn nicht kämpfen.
ich möchte ihn auch nicht mehr kämpfen.
ich möchte nur allen mit.lesenden hier ein paar dinge mit auf ihren schreib.weg geben:

schreibt, wie Ihr schreiben wollt, wie es herauskommt, lasst es fließen –
und holt Euch dann die meinung eines menschen.
das ist nicht immer kosten.los –
aber so viel mehr wert als jedes programm.
und bedenkt:
schreiben ist arbeit.
keiner der autor/innen, die Ihr toll findet, wirft ein buch auf den markt, das nicht durch etliche finger gegangen ist und mehrere arbeits.schritte hinter sich hat, nein, es gibt sogar welche, die sagen:
ich habe drei wochen am buch geschrieben –
und dann drei jahre daran gearbeitet.
lest bücher von jenen, die es geschafft haben
dieses zum beispiel.
und merkt Euch gut, was Ihr da lest –
schreiben ist arbeit.
vielleicht härtere arbeit, als man es glauben möchte.

lasst Euch nicht aus der bahn werfen, verfolgt Euer ziel, komme, was da wolle.
lasst Euch von neidern, die jährlich weniger bücher verkaufen, als Ihr täglich leser/innen auf Eurem blog habt, nicht den spaß verderben.
und orientiert Euch nicht unbedingt an jenen, die es geschafft haben
vielleicht liegt Euch main.stream nicht, vielleicht seid Ihr in der klassischen literatur zu.hause.
oder umgekehrt.

glaubt an Euch selbst –
aber glaubt niemals der technik, wenn es um stil.fragen geht.
und lieber auch nicht dem nachbarn –
was weiß der denn schon von literatur?

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

 

 

Advertisements

2 Kommentare zu “immer und immer wieder. (#kolumne)

  1. Recht hast du.

    Nur wer sich helfen lässt, kann sein Ziel (beim Schreiben) auch verfolgen. Man übersieht immer etwas, man selbst kann sein eigenes Werk nicht gut genug Beurteilen. Eine andere Meinung ist da sehr hilfreich. Man muss ja nicht den Änderungsvorschlag einer anderen Person so annehmen, wie sie da steht, man kann das ausarbeiten und auf seine weise ändern. Es ist eine Hilfestellung, die es verbessern soll, nicht verschlechtern.

    Grüße!

    Gefällt mir

    • hach. ja wenn ich mich nur nicht immer so aufregen müsst. :)

      genau. aber das lustige ist: die meisten wollen nicht mehr an dem arbeiten, was sie geschrieben haben – als wär der erste anlauf der beste.
      das kann er sein – ist er aber selten.

      schönen tag!

      Gefällt mir

mit.reden?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s