das glück, wie es hätte sein können. (#rezension)

‚Er belügt Lucie. Zum ersten Mal.‘

und damit beginnt für serge eine liebes.geschichte, die er sich so wohl in seinen wunderbarsten träumen nicht hätte ausmalen  können.
noch dazu mit einer frau, die ’nicht zu seiner Welt gehört, weder der von gestern noch der von heute, sie ist alles, was er nicht kennt, sie gleicht einer Frau, die man verwechseln kann, (…), einer beliebigen Passantin.‘
und doch berührt sie ihn auf eine weise, die serge nicht kennt, nie kannte, die ihn rast.los werden, nicht mehr klar denken, ihn seine frau belügen lässt und seine fassade zum einsturz bringt.
doch auch für suzanne ändert sie alles, jene begegnung mit serge – ‚Ich sagte ihm nicht, dass mein Leben gerettet und verloren war, dank ihm.‘

was klingt wie eine geschichte, die schon tausend.mal erzählt wurde, ist so viel mehr als nur eine liebes.geschichte – denn jene liebe, die zu beginn auflodert wie ein kleines feuer , ist bald schon nur mehr schmückendes bei.werk.

ob mich schon je ein buch so berührt hat wie dieses?
ich glaube nicht.
zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.
véronique olmi zieht die leser/innen in einen bann, ihre worte sind wunder.bar, ein.deutig – und sehr oft mehr als zwei.deutig. man ist als leser/in dabei, ein stiller voyeur, fast glaubt man, den duft frischen baguettes zu riechen, die geschäftigkeit französischer straßen zu spüren, während yann tiersen leise eine kleine melodie auf dem klavier spielt.
zuweilen vergisst man, dass man ein buch liest, man fühlt sich hinein.versetzt in einen film, vielleicht von jean-pierre jeunet, zauber.haft.bunt und doch so un.endlich dunkel, voller abgründe, mit denen niemand gerechnet hätte, die einen jedoch zu heißen tränen hin.reißen.
spielerisch wechselt véronique olmi die sicht.weisen, erzählt mal dieses, mal jenes, verirrt sich aber niemals in ihren worten, verheddert sich nicht in der geschichte – und zerstört am ende all jene süßen träume darüber, wie es denn hätte sein können.

‚Ich gehe, und die Straßen, die ich hinter mir lasse, stürzen lautlos ein.‘

***

Das Glück, wie es hätte sein können
Véronique Olmi
Verlag Antje Kunstmann, München 2014
ISBN: 978-3-88897-927-9

dank an den verlag für das rezensions.exemplar.

 

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3 Kommentare zu “das glück, wie es hätte sein können. (#rezension)

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