roter #regen (12) – neu.

der widerstand in mir schien mich festhalten zu wollen.

lass es sein, sieh nicht hin!

murmelte der widerstand.
doch ich konnte nicht anders. ich musste hinsehen.
jetzt erst recht.

der regen hatte meinen rosengarten in ein noch prächtigeres farbenmeer verwandelt, als er ohnehin schon war.
das rot der rosen strahlte –
und doch war es anders.

ich trat näher ans fenster, um meine rosen besser sehen zu können, und wollte schon die tür öffnen, als mich der gedanke an die nässe dort draußen innehalten ließ.

nein, nass werden wollte ich um keinen preis.
aber meine rosen, die wollte ich sehen, dort draußen im regen.
ein zufälliger blick auf meine bäume rund um den rosengarten verwunderte mich.

seit wann waren auch die bäume in meinem garten rot?
ich hatte doch nadelbäume, und laubbäume, aber keine roten.
und doch war es so –
in meinem garten standen rote bäume.

nein, das entsprach so nicht der wahrheit.
die bäume in meinem garten waren grün, doch der regen tropfte rot von ihnen herab und ließ sie leuchten.
auch das wasser in dem kleinen springbrunnen hatte sich rot verfärbt, die lacken auf der terrasse schienen aus blut zu bestehen, und auf meinem auto zog der regen rote schlieren.

ich war so entsetzt, dass ich meine abneigung gegen die nässe und den regen vergaß und auf die terrasse stürmte.

da stand ich nun, zitternd, im kalten regen, mit zum himmel erhobenen kopf –
und starrte mit weit aufgerissenen augen nach oben.

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