zum fremd.schämen. (#kolumne)

es ist eigentlich zum fremd.schämen.
wer kennt das nicht:
man schickt eine bewerbung an eine firma, meistens per mail, man bekommt eine standardisierte antwort –
Werte Bewerberin, werter Bewerber, vielen Dank für die Übermittlung Ihrer Daten, wir werden uns ehestmöglich bei Ihnen melden.
und das war’s dann.
keine weitere antwort, weder ehest.möglich noch sonst wann, nicht einmal eine ab.sage –
einfach nichts.
als hätte man sich nie beworben.
natürlich weiß man so, dass es wohl eine ab.sage geben würde, hätte jemand auch nur eine sekunde daran gedacht, abzusagen.
trotzdem hofft man, wartet man –
und ist am ende noch mehr enttäuscht.

un.höflich ist das, respekt.los, und äußerst traurig.
es zeigt, wie wenig arbeit.suchende eigentlich wert sind.

noch spannender wird die sache allerdings, wenn man sich gar nicht beworben hat, wenn jemand auf einen zu.kommt, wenn jemand ein mail schreibt –
Guten Tag, ich habe auf Empfehlung eines Kollegen Ihre Geschichten entdeckt und möchte Ihnen sagen, wie begeistert ich davon bin. Haben Sie Lust, mit uns zu arbeiten? Ich werde mich in Ihre Welt einlesen und melde mich ehestmöglich bei Ihnen.
und sich dann trotzdem nicht mehr meldet.
natürlich, es könnte sein, dass bei näherem hin.lesen die geschichten doch nicht so groß.artig sind, dass die worte das herz nicht berühren, dass die seele keine träne weint, nicht mit.fiebert und einfach kalt bleibt –
aber immerhin waren die worte doch angeblich so gut, dass sie es wert waren, ihretwegen ein mail zu senden.
also könnte man doch auch eine ab.sage schicken.
eine kurze, zwei sätze, oder einfach nur
Nein danke.

oder doch nicht?

geschichten wie diese gibt es zu.hauf.
jeden tag wieder.
menschen schüren hoffnungen –
und sind dann sogar zu feige, diese wieder zunichte zu machen.

traurig, eigentlich.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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9 Kommentare zu “zum fremd.schämen. (#kolumne)

  1. In den USA ist man inzwischen weiter. HR haben erkannt, dass sich fähige Leute bei solchen Firmen nicht gern bewerben. Wenn man so mit Leuten herumspringt,möchte man dann doch lieber woanders arbeiten. In Zeiten des Internets spricht sich so etwas herum.

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    • ja?

      ja!
      leider ändert es nichts. grad wieder: auf die antwort der letzten bewerbund warte ich sein 9 wochen.
      wobei es stimmt: dort will man dann gar nicht arbeiten, irgendwie.

      Gefällt 1 Person

      • Inzwischen geben sich aber auch in Deutschland die ersten Firmen Mühe, aber es ist noch die absolute Minderheit. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass auch das Image der Firma durch gelangweilt geschriebene bzw. computer generierte Absagen leidet.

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          • Manchmal hilft es, HR direkt anzurufen, um die Gründe zu erfahren. Wenn Du Glück hast, erfährst Du den wahren Grund und Du kannst Dich neuorientieren. Auch nach Absagen manchmal gut, wenn Du selbst meinst, Du wärst ein perfekter Match gewesen. Viel Glück !

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            • eine absage wär ja ok – wenn eine antwort kommen würde.
              irgendeine.

              danke für die glückwünsche – ich such aber eh nicht wirklich. manchmal, wenn etwas gut klingt, schreib ich hin.
              und egal, in welcher branche – eine amtwort ist ein wunder.

              Gefällt 1 Person

  2. Gedankenlosigkeit ist tatsächlich eine Sache zum Fremdschämen und nicht weniger zum Ärgern aber:
    „Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.“ (Marcus Aurelius) – deshalb sollte man sich wirklich manchmal auch nicht ärgern lassen!
    Einen schönen Abend und liebe Grüße,
    Marlis

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