zusammen.halt? wozu? (#kolumne)

eine kleine episode, letztens geschehen in einem sozialen netz.werk meines vertrauens.

schreibt eine junge frau in einer gruppe:
‚mein name ist xy, ich bin 23 jahre alt, bin autor und verfasse kurzgeschichten.‘
mein erster gedanke:
nein, du bist autorin.
und das hat nichts zu tun mit gender.wahn oder der verhunzung der deutschen sprache – nein, das ist ein biologisches faktum.
frauen sind nun mal weiblich und sollten daher auch die weibliche wort.form benutzen, wenn sie von sich selbst schreiben oder sprechen.
lehrerin, ärztin, friseurin, managerin.

doch sogar dieses kleine in ist heutzutage schon zu viel des guten.
von sich zu sagen ‚ich bin lektorin‘  löst bei vielen menschen schon würge.reflexe aus –
interessanter.weise vor allem bei frauen.
männer schreiben immer, ihre frau sei z.B. ‚die managerin zu hause‘, oder sagen ‚meine freundin ist friseurin‘.
da klappt das mit dem biologischen verständnis erstaunlicher.weise.

doch die viel.beschworene solidarität unter frauen, die gibt es nicht mehr.
(hat es sie denn je gegeben?)
frauen sind es, die anderen frauen knüppel zwischen die beine werfen.
frauen sind es, die andere frauen dafür verurteilen, kinder zu bekommen.
und genau diese falschen schwestern sind es auch, die damit verhindern, dass frauen gemeinsam stark sein können.
denn wenn nicht einmal frauen selbst es wichtig finden, dass das weibliche in der deutschen sprache les.bar wird –
warum zum teufel sollten es dann die männer wichtig finden?

ein deutsches sprach.institut befand letztens die regelung österreichischer universitäten, diplom.arbeiten zu gendern, für lächerlich, weil so ‚korrektes deutsch untergraben werde‘.  in den kommentaren erblödete sich eine junge dame und verglich die worte gender.wahn und rinder.wahn – die restlichen kommentare stammten allesamt von männern, die mit dem argument ‚ja wenn nicht einmal die frauen das gut finden‘  daherkamen und so jegliche diskussion obsolet machten.
denn es stimmt:
wenn nicht einmal frauen selbst in der deutschen sprache sicht- und lesbar sein wollen – warum sollten dann die männer dafür sein?

doch warum ist das so?
warum wehrt sich eine frau dagegen, in der sprache vorzukommen oder sich selbst biologisch korrekt zu bezeichnen?
warum wettern frauen dagegen, in der bundes.hymne erwähnt zu werden?
und mit welchem recht schimpfen frauen dann, wenn sie (immer noch) weniger verdienen oder es nicht schaffen, in führungs.positionen aufzusteigen?

leider ist die wahr.heit so einfach wie auch traurig:
frauen gönnen es sich gegenseitig nicht, erfolg zu haben.
lieber versinken sie in einem sumpf aus stuten.bissigkeit und gemeinheiten, als dass sie einer geschlechts.genossin beistehen.
lieber machen sie es den männern recht, um wenigstens den anschein eines erfolgs genießen zu können, als dass sie gemeinsam mit einer anderen frau für ihre rechte kämpfen.

und während die frauen noch flüsternd über die kollegin schimpfen, die heute mal wieder in einem furcht.baren outfit in die arbeit kam, sitzen die männer gemeinsam beim mittag.essen und stärken sich gegenseitig den rücken.
solidarität könnte so einfach sein –
und so effektiv.

doch dazu müsste frau stolz aufstehen und sagen:
‚mein name ist xy, ich bin 23 jahre alt, bin autorin und verfasse kurzgeschichten.‘
doch schon das ist anscheinend zu schwer.

***
wer in salzburg.umgebung interesse hat – es gibt eine wunder.bare veranstaltung zu diesem thema. und man wird mich wohl dort treffen.
aus prinzip.

***

und was sagt Ihr eigentlich Euren töchtern?

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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13 Kommentare zu “zusammen.halt? wozu? (#kolumne)

  1. Pingback: was sagt ihr euren töchtern? (#kolumne) | sinn.wort.spiel.

  2. ich bin kein freund (oder keine freundin, haha) von gleichberechtigung/gender, die sich in sprachdiskussionen erschöpft. Wenn dieselbe form auch dieselbe behandlung nach sich ziehen würde, wäre mir erstere herzlich wurscht (man/frau beachte das „würde“/“wäre“).
    allerdings frage ich mich ein bisschen, wie präzise diese autorin ihre kurzgeschichten schreibt, wenn sie schon in einem vorstellungstext eher schluderig mit ihrer sprache umgeht :)

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  3. interessanter beitrag – ich habe die theorie schon oft gehört, dass frauen einander nicht helfen wollen, sondern einander eher im weg stehen – das ist natürlich sehr verallgemeinernd.
    allerdings bin ich immer wieder schockiert von frauen (eben!), die sagen, sie seien keine feministinnen, weil sie ja für ~gleichberechtigung~ sind. „ha-ha. tja, tut mir leid, aber das heißt, du bist sehr wohl eine feministin“, sage ich ihnen dann immer … „der glaube an die gesellschaftliche/politische/ökonomische gleichstellung von mann und frau“ ist die definition davon!
    und das hier gibt es wirklich: „Women Against Feminism“ (https://www.facebook.com/WomenAgainstFeminism) – die alle auch nicht wissen, worum es eigentlich geht.
    noch kurz zum gendern: finde ich persönlich wichtig, ich gendere gerne mit unterstrich (z.B. manager_innen), der abstand als symbolischer platz für personen, die sich weder als frau noch als mann identifizieren.
    als jemand, die schreibt und sich viel mit sprache beschäftigt, kann ich der aussage nicht zustimmen, dass gendern „korrektes deutsch untergrabe“. sprache entwickelt sich immer weiter und unsere gesellschaft sollte so weit sein, dass frauen und männer beide erwähnt werden, und dann soll dieses korrekte deutsch so korrekt sein und das tun.
    wirklich spannender text, habe ich sehr gerne gelesen! lgm

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  4. Gut gebrüllt, Löwin!
    Wie machtvoll wären Frauen, wenn sie gemeinsam ihre Interessen verträten! Dies würde auch die (noch) derzeitige Übermacht der Männer ungeschminkt sichtbar werden lassen. Dann könnte der wirkliche Interessenausgleich beginnen.

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    • wären! das ist es!

      doch leider muss frau sich schon anpöbeln lassen, wenn sie dieses kleine ‚in‘ verwendet – und immer von frauen, nie von männern.
      sind männer viell. wirklich emanzipierter als frauen?

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