das blaue kleid, das golden war. (#kolumne)

normalerweise ist der satz ‚hamma denn keine andren probleme?‚ ja ein schwieriger, ein mit vorsicht zu genießender, einer, den ich nur ungern sage oder schreibe –
nicht jedes problem ist für alle menschen gleich groß oder klein, verschiedene dinge sieht man aus verschiedenen blick.winkeln.
so soll es ja auch sein –
genau diese diversität macht das leben ja spannend!

manchmal aber drängt sich der satz unaufhaltsam in meinen kopf.
vor allem dann, wenn es um dinge geht wie das blaue kleid, das golden war.
(davon habt Ihr sicher alle gehört.)
manche sehen es blau, andere golden.
und je nach licht wechselt es für die betrachtenden die farbe.
oder je nach uhr.zeit, vor.wissen, monitor.einstellungen.

super.
eine optische täuschung. und eine spannende frage, wieso und warum und überhaupt.
auch wenn die neurowissenschaft das rätsel schon gelöst hat.
auch wenn man weiß, dass psychologische effekte mitspielen können.
auch wenn manche der fotos, die im internet kursieren, einfach blau oder golden sind –
die farbe eines kleides per mausklick zu ändern, das können heute schon zwölf.jährige.

aber müssen darüber wirklich millionen menschen diskutieren? sich gedanken machen? fakten ignorieren und dazu postings verfassen?
müssen medien auf den zug aufspringen, artikel verfassen, umfragen erstellen?
jedes kind weiß doch heutzutage, dass menschen farben unterschiedlich wahrnehmen
in diesem fall besonders stark, das stimmt, und es ist ja auch spannend –
ungefähr fünf minuten lang.
dann nervt es irgendwie nur mehr.

doch sobald man einen kleinen test macht, kommt einem das wahre kalte grausen.
google findet zum hash.tag #thedress 215.000 einträge, tendenz steigend.
und auf twitter bekomme ich gar keine genaue zahl mehr zu lesen, weil im sekunden.takt neue tweets dazukommen.
ein vergleich:
der hash.tag #climatechange hat auf google 385.000 einträge.
dafür, dass das thema ein so wichtiges ist, doch nur einen hauch mehr.

aber wie kommt das?
es ist nur ein kleid.
auch wenn der effekt, wenn man es betrachtet, ein spannender ist, das stimmt.
und auch wenn die frage, wie das eigentlich möglich ist, schon geklärt ist, stellt sich doch eine andere frage:
gibt’s denn wirklich keine andren probleme?
nichts anderes, das es wert wäre, sich darüber gedanken zu machen?
darüber zu diskutieren, versuchen, etwas zu ändern?
doch sicher, natürlich gibt es das.
ein kleiner aus.zug:

IS zerstört kultur.schätze.
die vorfälle in kopenhagen könnten geklärt werden.
in bangladesch wurde ein autor ermordet.
unsere meere sind voller plastik.
und der h.c. ist doch kein huren.sohn.

das sind wahre nachrichten.
dinge, die es wert wären, darüber nachzudenken, einen hash.tag zu erfinden, es jemandem erzählen zu wollen.
aber doch kein blaues kleid, das manchmal golden scheint.

ich glaube nämlich nicht, dass der junge mann, der die ozeane retten könnte, sich über so etwas gedanken macht.
ein blick auf seine facebook.seite zeigt:
nein, tut er nicht.
(da bin ich jetzt wirklich erleichtert!)

***

ich möchte noch anmerken, dass ich diese ganze sache für den größten hoax aller zeiten halte. ernsthaft. ich seh je nach foto das blaue oder das goldene kleid, aber nie, wie manche behaupten, nur eins davon. manche der fotos sind sogar so unglaublich schlecht bearbeitet, dass man sich fragen muss:
ist diese diskussion denn wirklich eine – oder macht sich da jemand einen riesen.spaß?
das kleid ist definitiv blau und schwarz, das ist mittlerweile geklärt.
vielleicht ist der rest einfach einbildung?

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

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4 Kommentare zu “das blaue kleid, das golden war. (#kolumne)

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