nur für das eigene #gewissen? (#kolumne)

schon mal eine diskussion mit einem vegetarier oder einer veganerin geführt?
das ist eine schwierige sache.

denn einerseits verstehe ich deren argumente, bin gegen tier.leid und gegen massen.tierhaltung.
natürlich!
doch andererseits ist mir reiner veganismus zu wenig. die welt wird nicht besser, wenn wir kein fleisch mehr essen. es gibt sogar stimmen, die behaupten, die welt würde schlechter deswegen.

kurz zu den fakten:

die produktion vegetarischer oder veganer produkte ist nicht besser für unseren planeten.
nachzulesen etwa auf dieser seite – hier wird sogar die these aufgestellt, dass bio und vegan einander ausschließen. die gründe dafür halte ich persönlich für einleuchtend, gerade wenn man sich aktuelle berichte über landstriche ansieht, die extrem unter erosionen leiden, die von falscher landwirtschaft ausgelöst wurden. oder wenn man daran denkt, wie biologische landwirtschaft funktioniert – mit weideflächen und dementsprechend auch weide.vieh.
vegan ist auch nicht unbedingt gesünder. denn es kommt, wie überall, auf die produkte an, die verarbeitet werden, auf die art, wie verarbeitet wird. wer mag: hier nachzulesen, bitte schön. klingt teilweise gefährlich, wenn man es falsch angeht – und grauslich.
auch vegane lebensmittel werden in massen erzeugt – klar, denn der trend hin zum veganismus ist riesig. und wenn viele menschen einem trend folgen, wird ein massen.trend daraus. star.köchin sarah wiener schreibt hier, warum industriell hergestellte sojamilch um nichts besser ist als … ich glaube, sie nennt cola. (wer es ausprobieren möchte: einfach mal selber soja- oder reis.milch machen – das ergebnis ist fast ekelhaft.)
und auch das argument, dass durch veganismus keine tiere leiden, stimmt nur bedingt – manch einer meint sogar, dass man als vegetarier mehr blut an den händen hat als biologisch denkende omnivor/innen.
nicht zu vergessen: auch leder kommt von tieren. echte veganer/innen dürfen also nichts tragen, was aus leder gemacht ist.
es gibt sogar eine gruppe von menschen, die auf all ihren wegen einen besen mit sich tragen und dort fegen, wohin sie treten, um nicht einmal eine ameise zu verletzen – zwar aus religiösen gründen, aber trotzdem: nur so wird wahrlich kein tier verletzt.

doch ich schweife ab.
denn das alles sind dinge, die jede/r von uns weiß.

ich aber möchte auf etwas anderes hinaus:

ich lebe nicht vegan. nicht einmal vegetarisch.
nachdem ich mich eingehend mit der materie beschäftigt habe, habe ich beschlossen, dass ich meine familie und mich so nicht ernähren möchte. gerade für kinder kann es sogar gefährlich sein, zu wenige, zu viele oder einfach die falschen stoffe zu sich zu nehmen.
also achte ich auf bio.qualität, kaufe nur selten fleisch, dann aber von bauern aus der umgebung, deren tiere nicht in massentier.haltung gehalten werden. obst und gemüse wird je nach saison gekauft (im winter kommen mir etwa keine erdbeeren aus uruquay ins haus, das wissen auch schon die kinder), und auch milch.produkte kommen (so man es nachprüfen kann) von glücklichen tieren.
damit aber nicht genug:
ich schaue auch sehr genau auf meinen öklogischen fußabdruck. ich fliege nie, wir fahren höchstens einmal im jahr auf urlaub, wir sparen wasser, nutzen regenwasser für den garten, wir kaufen klamotten gerne second.hand oder auf floh.märkten (dort findet man nicht nur tolle klamotten, sondern generell ganz tolle dinge!), sehr oft tausche ich klamotten (dafür gibt es coole platt.formen), wir haben ein sprit.sparendes auto, ich vermeide (wo es geht) plastik, wir trennen jeden müll, den man trennen kann, wir bauen gemüse und kräuter selber an, sogar unsere meer.schweinchen fressen bio.futter aus eigenanbau.
wir kaufen nicht in läden ein, von denen man weiß, dass die arbeits.bedingungen schlecht sind. ich kaufe auch keine kleidung, von der ich weiß, dass z.B. kleine kinder an der produktion beteiligt sind. und zu silvester kaufen wir österreichische kracher, und auch nur wenige. ich habe schon seit langer zeit keinen labello mehr gekauft, sondern mache lippenbalsam selbst – auch andere kosmetik.artikel oder pflanzliche medizin.produkte aus dem garten, sogar zahn.pasta. ich will wissen, was in den sachen drin ist, und mikro.plastik ist eines der dinge, die ich unbedingt vermeiden will.
diese liste könnte ich endlos weiterführen.
und klar: man kann es immer besser machen, mehr machen.

aber:
das alles zählt für veganer/innen nicht.
du isst fleisch? dann bist du böse.
kein anderes argument zählt.
jedes argument, das man bringt – und sei es noch so gut – ist nichtig, einfach nur, weil man nicht vegan lebt.
(auf die frage, wieso die kuh und das schwein eigentlich immer so viel mehr wert sind als der feldhase und das reh hab ich aber noch nie eine antwort bekommen. vielleicht, weil die ehrliche antwort wäre: eigentlich ist kein tier mehr wert als ein anderes.)

veganer/innen gehen immer vom schlimmsten aus.
tun so, als gäbe es nur massentierhaltung – aber das stimmt nicht.
ein glücklicher stier von der weide meines onkels wurde täglich gestreichelt, liebevollst umsorgt und ist mitglied der familie. bis er dann schnell und schmerzlos geschlachtet wird – und dafür nicht unter wildesten bedingungen zum schlacht.hof gefahren wurde.
und ja, es ist ein tier, stimmt.
aber ganz ehrlich:
die maus, oder das reh, der hase, das kaninchen, die vögel – all die tiere, die im feld sterben, wenn der bauer mit dem traktor drüber fährt: zählen die nicht? muss man bei denen kein schlechtes gewissen haben, wenn sie fürs soja.schnitzel sterben? oder einfach fürs brot?
und was ist mit den kindern, die teure marken.klamotten nähen?
kein interesse daran?
und die eigenen kinder?
ist es egal, wenn sie ohne atemschutz.maske nicht mehr raus können, nur weil wir jeden meter mit dem auto fahren und unbedingt zweimal im jahr mit dem flieger um die welt fliegen müssen?

nein. das alles zählt nicht.
natürlich nicht.
wieso sollte es auch.

letztens habe ich mit einer jungen frau in einem sozialen netz.werk genau darüber diskutiert.
ein kurzer blick in ihr profil zeigte mir:
sie fliegt gern in ferne länder – dort aber isst sie vegan, klar.
außerdem wandert sie gerne in den bergen, mit einer veganen jause in der hand – in leder.sandalen.
sie macht fotos von sich mit ihrem handy – was das allein an roh.stoffen verschlungen hat, wissen wir alle.
und sie trägt kleidung von primark – einer marke, die ständig negativ.schlagzeilen macht.
aber sie lebt vegan und macht eine richtige religion daraus – sogar ihre haut.probleme wurden weniger, und sie schwitzt nicht mehr so viel.
und der heiligen.schein, der darf natürlich nicht vergessen werden, der heiligen.schein leuchtet so schön, ganz wunderbar.

veganismus ist einfach eine art, das eigene gewissen zu beruhigen.
dass durch den vermehrten anbau von soja ganze land.striche zerstört werden, dass menschen in anderen ländern ihr zuhause verlieren, dass kostbare rohstoffe wie tropenwälder dafür abgeholzt werden, das alles interessiert nicht.
und ob an der neuen hose schweiß und tränen ausgebeuteter arbeiter/innen kleben ebensowenig.
und dass es mehr dinge gibt auf der welt als tiere, die geschützt werden müssen, auch das vergessen veganer/innen ganz gerne einmal.
dass sogar tiere für ihr smart.phone sterben müssen, für den kaffee (der vielleicht aus einer kapsel.maschine kommt) und natürlich auch für den tee.
wer weiter.denkt, soll sich mal informieren, was etwa der vermehrte konsum von quinoa in jenen ländern, wo quinoa heimisch ist, ausgelöst hat – bitte sehr. da schmeckt der vegane quinoa.auflauf gleich doppelt so gut, was?

wie ich das nenne?
naiv.

nein.
veganismus ist auch keine lösung.
die lösung gibt es nicht.
klar.
so ist es doch immer.
denn die probleme sind weitaus viel.schichtiger, als es sich ein durchschnittlicher veganer vorstellen kann.
einfach nur keine tierischen produkte zu essen ändert nichts – außer, dass der eingebildete heiligen.schein immer größer wird.

aber auf nichts zu achten, außer, dass einem nichts tierisches auf den teller kommt –
das ist mit sicherheit zu wenig.
und reicht höchstens, um am abend mit ruhigem gewissen einzuschlafen.
(was ich trotzdem nicht könnte, hätte ich ein primark.nachthemd an.)

übrigens:
auch baum.wolle kann bio sein – und sogar fair.trade.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

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46 Kommentare zu “nur für das eigene #gewissen? (#kolumne)

  1. Pingback: lesen – ein aussterbendes hand.werk. (#kolumne) | sinn.wort.spiel.

          • Oh Mann…

            Du fragst warum keine richtige Diskussion möglich ist?
            Weil du von einem Argument zum anderen springst und mit selbstgerechten Beleidigungen um dich wirfst. Ein Beispiel: „Schade dass du deinen Blog Pflanzenfresser 2 punkt 0 gelöscht hast, sonst könnten wir darüber diskutieren warum du meinem Essen das Essen wegisst und Menschen in den Anden die Lebensgrundlage nimmst.“ (Du hast den Kommentar von dir scheinbar gelöscht. Davon abgesehen mein Blog: https://wiressenpflanzen.worpress.com)
            Eine kleine Sache am Rande: wenn du dich wirklich mit dem tRhema befasst hast wie du sagst, dann müsste dir klar sein, dass der Spruch der Veg isst meinem Essen das Essen weg ein ziemliches Eigentor ist.
            Auserdem weißt du scheinbar besser warum andere vegan leben als die Betreffenden selbst.
            Das absolut Selbstgerechte in deinem Verhalten jedoch ist, dass die Erwähnung von leidenden Tieren und Menschen für dich scheinbar nur dann Bestand hat, wenn es Veganer betrifft. Ist das Leid der Tiere, die für Brot und Soja sterben bei Gleichgesinnten, also Leuten die sich auch mischköstlich ernähren wie du plötzlich nicht mehr wichtig oder wie?
            Dann stellst du auch keine Fragen, die darauf schließen lassen, dass du das Für und Wider abwägen willst. Du hast deine Meinung schon gebildet. Ein Beispiel wären deine Verallgemeinerungen sowie dein geschildertes Beispiel mit deiner Gesprächspartnerin auf Facebook.

            Ginge es dir wirklich um einen Austausch würde sich dein Beitrag anders lesen. Die zentrale Aussage deines Beitrags: „aber all das reicht Veganern nicht. Wenn du Fleisch ist bist du böse “ ist meiner Ansicht nach der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Scheinbar reicht es manch einem Veg nicht was du tust, also reicht dir das was Vegs tun auch nicht. Und obendrein profilierst du dich noch am Leid anderer, wenn es dir in einer Argumentstion dienlich ist. Und das finde ich persönlich einfach nur widerlich.

            Und ja, das ist schlicht und ergreifend langweilig.

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  2. Na ja, alles was ich lese ist, dass du alle Veganer über einen Kamm scherst und deine negativen Ansichten auf eine komplette Gruppe projizierst, indem du eben verallgemeinerst. Das ist insgesamt keine gute Herangehensweise, egal was auch immer deine Absicht ist. Es ist schlicht und ergreifend nicht hilfreich.
    Dann redest du von Standard-Argumenten. Denkst du, dass deine Argumente neu sind? Im Gegentei, das Argument Veganer verursachen auch Leid, habe ich mindestens schon zum 80ten Mal gehört. Wenn nicht schon öfter. Auch die restlichen von dir angebrachten Argumente.
    Davon abgesehen entkräftet dieses Argument – Veganer verursachen auch Leid – nicht die eigentliche Kritik. Es untermauert aber auch nicht warum es besser sein soll nicht vegan zu leben.
    Und selbst wenn jemand „nur“ vegan lebt, so macht dieser Mensch noch immer mehr als die Mehrzahl der Mischköstler hierzulande. Nicht nur was Tierleid betrifft, sondern auch was die Umwelt und den Menschen angeht.

    Was das Soja-Thema angeht, selbst wenn man sich genauer damit beschäftigt, stellt man irgendwann fest, dass der Großteil der Problematik wegen der industriellen Tierhaltung besteht und nicht, weil es so viele Vegs auf der Welt gibt.
    Um genauer zu sein ca. 80 Prozent des weltweiten Sojaanbaus wird als Tierfutter verwendet. 10 Prozent werden zu Agrartreibstoffen verarbeitet, 9 Prozent werden in der Margarineherstellung verwendet und etwa ein Prozent für andere Soja-Lebensmittel.
    Insofern ist der Prozentsatz an Regenwaldabrodung, die Veganer für Sojaanbau verursachen ziemlich gering.

    Es wäre hierbei insgesamt realistischer den Gesamtvorwurf deines Beitrags an Mischköstler zu richten, die weder auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichten, noch etwas für gemeinnützige Organisationen spenden, noch viel auf Umweltschutz achten.
    Von daher verstehe ich die logische Sinnhaftigkeit nicht Menschen zu kritisieren, dass diese nicht noch mehr tun, wenn diese doch schon etwas versuchen zu tun. Das ergibt ehrlich gesagt überhaupt keinen Sinn.

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    • ich habe keine lust, hier über meine meinung zu diskutieren – denn diese kolumne entspricht meiner meinung. und es steht nirgendwo, dass ich recht hab, oder dass alle gleich sind oder dergleichen.

      lies den artikel noch einmal, ohne beiß.reflex (die kolumne passt übrigens auch zu dir ;) ), und dann überleg dir bitte, ob das, was du herausliest, nicht einfach rein deine interpretation ist – denn nichts von dem, was du kritisierst, steht in meiner kolumne.
      ich mag es überhaupt nicht, wenn menschen kommentieren und sich über dinge echauffieren, die gar nicht der realität entsprechen.

      sorry.

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      • Du hast in deinem Artikel von Soja und Getreide gesprochen, von abgeholztem Regenwald usw. Und wenn man darauf eingeht, sagst du man würde dir Worte in den Mund legen. Du redest davon, dass sich Veganer für etwas Besseres hielten.
        Insgesamt erscheint dein Artikel eher so, dass du praktisch das Schlechte suchst. Und das nicht aufgrund von fundierten Argumenten, sondern vielmehr deinen eigenen Emotionen.
        Du kannst eine Meinung zu etwas haben, nur sollte die sich dann auf mehr Fakten stützen als von dir mittels Links angegeben.

        Insgesamt erscheint der Artikel mehr als Rechtfertigung als wirklich mit dem Ziel Verbesserung anzustreben oder Lösungen darzulegen.

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        • klick die links an. informier dich. beiß dich nicht am soja fest.

          sondern denk beim nächsten quinoa-auflauf an die menschen in den anden, denen du gerade die lebensgrundlage nimmst.
          oder an die tiere für deine lederschuhe, ledertasche. oder an die rehbabys, die wegen des korns für dein brot starben.

          veganer/innen sind einfach zu extrem – nur weil sie kein fleisch essen. global gesehen ist das aber zu wenig – aber wie alle hängst auch du dich am soja auf.
          schade – aber ein interessanter beweis für meine these.

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          • Oh Mann, mit dir zu reden hat einfach keinen Sinn. Du springst von einem Argument zum nächsten. Und an Konstruktivität scheinst du auch nicht interessiert zu sein. Und erst recht nicht an Verbesserung.
            Du hast offensichtlich keine wirkliche Begründung für deine Meinung. Bis auf die, dass du nicht als schlechter Mensch bezeichnet werden möchtest, weil du Fleisch isst.

            Gute Taten sind kein Wettbewerb. Es geht vielmehr darum Missstände nicht einfach zu ignorieren. Davon abgesehen hat nie jemand behauptet, Veganismus würde bedeuten überhaupt kein Leid zu verursachen. Wenn du von diesem Glauben ausgehst, dann hast du entschieden etwas nicht verstanden. Kein Mensch kann heutzutage existieren ohne Einfluss auf den Lebensraum anderer auszuüben (es sei denn du möchtest, dass alle Menschen Selbstmord begehen.)
            Außerdem, egal wie viele Punkte du aufzählst, wo Tiere, Menschen und wer auch immer leidet, ändert das nichts daran, dass es besser ist zu versuchen Leid zu reduzieren als überhaupt nichts zu tun. Insofern untermauert deine Argumentstion deinen Standpunkt in keinster Weise. Es zeigt nur, dass du in dieser Hinsicht einen ziemlich bescheidenen Charakterzug an den Tag legst und dich im wahrsten Sinne des Wortes wie ein selbstgerechtes Arschloch verhältst.

            Schönen Abend noch.

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  3. Ich will eigentlich gar nicht viel diskutieren, aber folgendes Zitat aus deinem Beitrag hat mich etwas stutzig gemacht:“…dass durch den vermehrten Anbau von Soja ganze Landstriche zerstört werden…dass kostbare Rohstoffe wie Tropenwälder dafür abgeholzt werden…“

    Das Soja für Tofu und Co. für Veggieprodukte hat mit dem genmanipulierten Soja aus Monokulturen wofür Regenwald gerodet wird nichts gemein. Das Soja für Tofu hierzulande stammt zum Großteil aus Europa sowie Kanada.
    85 Prozent allen Sojas. für das Regenwald abgerodet wird, wird einzig und allein wegen der Mast unserer Tiere angebaut.
    Der Sachverhalt ist also genau umgekehrt.

    Dann zu Veganismus diene der Selbstbeweihräucherung:
    Wenn jemand feststellt, dass ihm eine vegane Ernährung gesundheitlich besser tut als eine Ernährung mit Tierprodukten, ist sollte dieser Mensch dann nicht vegan leben und dazu den Bonus mitnehmen für etwas weniger Leid auf diesem Planeten verantwortlich zu sein?
    Das nächste ist: Es gibt tatsächlich Menschen, die das wegen den Tieren tun oder wegen der Umwelt. Es gibt auch Veganer, die auf das Leid von Menschen und Umweltschäden durch unser Handeln aufmerksam machen.
    Zum Großteil kann ich sagen, dass Veganer sogar bewusster handeln seit sie so leben als noch früher als sie Mischköstler waren.

    Dann noch zu der Sache mit dem Umpflügen und dass beim Getreideanbau auch Tiere zu Schaden kommen:
    Veganismus bedeutet nicht, dass man überhaupt kein Leid verursacht. Es bedeutet nur, dass man versucht Leid zu verringern. Und das halte ich auch nicht für eine schlechte Sache. (Es sei denn man möchte damit argumentieren, dass das Verursachen von Leid besser wäre.)
    Die Sache bei dem Argument mit dem Gereiede ist, dass der Blogger Urgeschmack den Artikel von IFL Sience auch schon einmal aufgegriffen hat. Diese These kommt immer mal wieder und wird dann wieder widerlegt.
    in seinem Artikel hat der Blogger Urgeschmack auch Produkte aus extensiver Weidehaltung dem Anbau von Getreide entgegen gestellt. Jetzt gibt es bei uns sowas wie extensive Weidehaltung aber gar nicht.

    Zu dem Argument mit dem Getreide: wenn ein Mischköstler, ich rede jetzt vom Durchschnittsverbraucher und nicht vom gesonderten Einzelfall, Tierprodukte und Getreideprodukte konsumiert, hat der immer noch nehr Tiere auf dem Gewissen als der Veganer, der ebenfalls Brot isst.

    Was mich ehrlich gesagt an der Argumentation „ja, aber du verursachst auch Leid und bist deshalb auch nicht perfekt“ stört ist, dass das absolut keinen Ansatz liefert wie man es besser machen kann. Lösungsansätze, konkrete Vorschläge was wir alle tun können wäre weit sinnvoller als einen Veganer darauf hinzuweisen auf was er noch alles achten könnte.
    Das ist nur Schlechtmacherei. Meist um sich selbst besser zu fühlen oder Frust abzuladen. Hilfreich ist das aber kein Stück.

    Nichts desto trotz Lg
    Cordula – wir essen pflanzen

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    • :)
      standard.argumente.
      und nein: ich muss mich nicht besser fühlen und andre schlecht machen, das liegt mir nicht.

      aber informier dich mal über dein soja – dass es fast immer aus europa kommt…das wär schön. ist aber leider nicht so.

      und hey, es geht mir nicht darum, veganer/innen zu sagen, was sie besser machen können – es geht darum, dass viele veganer/innen nichts machen außer vegan zu leben.
      ich frag mich: wieso?

      (und wieso lest Ihr das nicht aus dem beitrag heraus? nicht.veganer/innen schaffen das.)

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  4. Pingback: der beiß.reflex. (#kolumne) | sinn.wort.spiel.

  5. Ein sehr schöner Text von DerArtgenosse, welcher sehr schön treffend und sachlich auf das Kernthema eingeht. Ich könnte es niemals besser in Worte fassen.

    Häufig wird gesagt, dass Veganer auch keine besseren Menschen sind. Sicherlich kann auch jemand, der aktiv Tierleid vermeidet, anderweitig „schlechte“ Dinge tun. Das heißt aber nicht, dass jede gute Tat automatisch irgendwie ausgeglichen wird. Wie moralisch „gut“ ein Mensch ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wie will man behaupten, dass Veganer keine besseren Menschen sind, wenn man diese nicht kennt?

    Personen zu vergleichen und kategorisch in besser oder schlechter einzuteilen, ist weder besonders aufschlussreich, noch zielführend. Dies ist auch nicht die Absicht der meisten Veganer. Es geht um Tierleid, nicht um die eigene moralische Einordnung innerhalb der Gesellschaft. Aber es ist wohl so, dass Menschen eben gern als „gute Menschen“ wahrgenommen werden wollen und deshalb auch anderen Selbstdarstellung unterstellen. Und weil manche Menschen sich durch Veganer herabgesetzt fühlen, projizieren sie, dass es Veganern um Selbsterhöhung geht. Aber wenn Veganer einfach nur etwas besseres sein wollten, wären sie ja nicht so „missionarisch“ wie es ihnen immer wieder vorgeworfen wird. Denn wenn sie andere Menschen zum Veganismus konvertiert hätten, wären sie selbst dadurch ja nichts „besseres“ mehr.

    Oft ist die Aussage wohl auch eine vorauseilende Rechtfertigung, denn man sagt damit ja auch: „Ich bin auch kein „schlechterer“ Mensch. Wird das positive Selbstbild etwa dadurch bedroht, dass jemand vorlebt oder darauf hinweist, dass man gewaltfreier leben kann und dass er das auch für ethisch besser hält, wird dann oft eine falsch verstandene Gleichheit vorgeschoben, bei der man davon ausgeht, dass es keine besseren Menschen gibt. Aber es geht eben nicht darum, besser zu SEIN, sondern darum, besser zu HANDELN. Der Veganismus ist eine Handlung, die man auf verschiedene Arten beleg- und teils sogar messbar ethisch bewerten kann.
    Veganismus verursacht weniger Leid als das vorsätzliche und unnötige Ausbeuten und Töten von Tieren und ist in dieser Hinsicht besser. Ein Grundprinzip menschlichen Handelns ist die Reziprozität: das „Prinzip der Gegenseitigkeit“: „Tu anderen nichts an, was man dir nicht antun soll.“ Da wir alle nicht eingesperrt, ausgebeutet und getötet werden wollen, ist auch da der Veganismus besser. Ebenso wenn man von ökologischen Gesichtspunkten ausgeht. Veganismus im direkten Vergleich als „nicht besser“ zu bezeichnen, funktioniert nur, wenn man voraussetzt, dass unnötige Gewalt auch nicht schlechter als Gewaltfreiheit ist.“ So ein Relativismus würde aber bedeuten, dass kein Mensch besser handelt als ein anderer, dass nichts was Menschen tun, jemals als schlecht bezeichnet werden kann, und dass sich auch nie etwas verbessern kann. Vielleicht kann und sollte man nicht sagen, dass Sklavenhalter generell schlechtere Menschen sind als Menschenrechtler, aber man kann sagen, dass Sklaverei schlechter ist als Selbstbestimmung.

    Nehmen wir an, eine Person (Hubert) entscheidet sich, Veganer zu werden, ändert aber ansonsten erst einmal nichts weiter. Hubert handelt also in diesem Bereich jetzt nach allen entscheidenden Kriterien besser als sein früheres Selbst und man könnte damit sagen, dass er jetzt ein besserer Hubert ist, als vorher. Das ist dann aber keine unbegründete Worthülse sondern das Resultat seines besseren Handelns. Man kann jedoch nicht einfach sagen, ob Hubert ein besserer Mensch als sein Nachbar Bernd ist, denn zu einer perfekten Beurteilung eines Menschen müsste man über alles, was dieser tut und lässt genau Bescheid wissen und diese Aspekte genau und fair bilanzieren. Aus diesem Grund kann aber Bernd auch nicht sagen, dass Veganer Hubert KEIN besserer Mensch ist. Das heißt jedoch auch nicht, dass beide gleich gut handeln, sondern nur dass man nicht ohne weiteres sagen kann wer in Summe besser handelt. Aber da es eben nicht darum geht, wer der bessere Mensch ist, sind solche Kalkulationen nicht hilfreich und es ist deshalb auch nicht sinnvoll, um Karma zu feilschen, um irgendwie einen Gleichstand zu erzwingen und zu sagen:
    „Ich fahre schon nicht Auto, also brauche ich nicht vegan zu leben.“ Beides zusammen dürfte ohnehin immer noch viel zu wenig sein. Es geht um Handlungen. Und wenn man Handlungen gegeneinander abwägt, dann sollte man Veganismus mit Nicht-Veganismus vergleichen und Autofahren mit andere Fortbewegungsarten. Es wird immer Menschen geben, die irgendwo besser handeln als man selbst. Darauf sollte man aber nicht reagieren, indem man behauptet, dass diese auch nichts besseres sind und man sollte auch auf Kritik nicht mit Gegenkritik antworten und versuchen, Fehler beim anderen zu finden. Statt dessen sollte man sich inspirieren lassen und versuchen, anderen in solch wichtigen Dingen nachzueifern.

    Sind also Veganer bessere Menschen als andere? Die Frage ist nebensächlich und ohne direkten Vergleich aller Facetten nicht zu beantworten. Ist eine vegane Lebensweise besser und macht einen damit zu einem besseren Menschen als man es vorher war? Ja!

    von Der Artgenosse

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    • es tut mir sehr leid, aber du hast meine kolumne leider nicht verstanden. kein wort davon.

      lies sie doch noch mal durch.
      dann merkst du vielleicht, dass es um keine anklage geht, sondern darum, dass sich veganer/innen immer als bessere menschen darstellen – oft ohne grund.
      weil naiv und engstirnig.

      danke. du verifizierst meine these.

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      • Ah, ich erlaube mir, das ein wenig anders zu sehen.

        Aber ich bin froh, dass der interessierte Leser nun noch einen anderen Standtpunkt zu lesen und durchdenken hat. :)

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        • und ich bin froh, dass hier mehr als ein leser mit.liest.

          und ich weiß: meine leser/innen haben ihre eigene meinung. die lassen sich weder von mir noch jemand anderem umstimmen.
          auch, weil ich hier niemals jemanden umstimmen möchte – das ist mein blog, meine kolumne, meine gedanken.
          ich will niemanden überzeugen.

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          • Und doch polarisierst Du ohne Frage und das bildet Meinungen. Was ja nichts schlechtes ist, da ja so viele tolle Dinge in deiner Kolumne stecken, die aber auch sehr überschattet werden von z.B. diesem Veganer-Schubladendenken. Du malst da dem Leser ein derart stereotypes Bild eines Veganers, das man es eigentlich für Satire halten könnte. Es ist so, als wenn man sagen würde, alle Deutschen wären Nazis – völliger Blödsinn natürlich. Oder auch einfach von dieser Soja-These, die ja nachweisbar falsch und unhaltbar ist. Gefährliche Fehlinformationen, wenn sie nicht hinterfragt werden.

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            • kein kommentar mehr.
              du willst meine intention einfach nicht verstehen.
              du verdrehst mir das wort im mund. du gehst auf kein argument ein – festigst durch deine art aber alle meine argumente.
              du redest von lügen – willst du leugnen, was zB mit quinoa in den anden passiert?
              du schreibst kommentare, ohne zu lesen, was ich eigentlich geschrieben habe – denn von alle und dergleichen war nie die rede.
              schade.
              aber typisch.

              guten abend.
              adieu.

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              • Frei nach dem Motto „Zwei mal drei macht vier,: widewidewitt und drei macht neune,: ich mach mir die Welt,: widewide wie sie mir gefällt.“

                So kann man es natürlich auch halten. :)

                Dann wünsche ich ab hier auch einen guten Abend.

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                • Interessant ist, dass Du alle die Fakten und Belege die ich Dir liefere, unter den Tisch fallen läßt.

                  Oben habe ich deine Argument nach und nach widerlegt – was willst Du mehr?

                  Deine Soja-Lüge ist dir unter den Finger zerbröselt, nun versuchst du es mit quinoa. Was kommt danach? Geht das immer so weiter…? Flucht von wackligen Argument zu Argument?

                  Ich denke eher, Du solltest Dir noch einmal genau durchlesen, was Du so hier hinterläßt.

                  Was bleibt ist der fade Geschmack von einem Schrei nach medialer Aufmerksamkeit und das fast greifbare Bedürfnis nach einer vorsorglichen Rechtfertigung.

                  typisch? schade? wahrscheinlich.

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    • ja. das ist auf jeden fall wahr.

      den eigenen weg aber niemals verlassen, nur diesen einen weg beschreiten, und seine pladtik.trink.flasche auf dem nachbar.weg zu entsorgen, ist aber besonders falsch.

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  6. Meinte mein Sohn beim Betrachten von Werbung für vegane Wurstprodukte: „Papa, wenn sie schon keine Wurst essen wollen. Warum gibt es denn so was ähnliches wie Wurst. Die können doch gleich beim Apfel bleiben.“ Kindesmund tut Wahrheit kund. Aber es gibt ja schon ein Märchen dazu.

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    • Ach je, was für eine verpasste Gelegenheit!

      Das wäre doch die Möglichkeit gewesen, sich mit dem Kleinen mal hinzusetzen und die Sache zu hinterfragen… warum, ja warum, finden Vaganer an der Form keinen Anstoß? Wie so oft liegt die Wahrheit im Kern der Sache – Veganer essen kein Fleisch, weil sie nicht den Geschmack, die Konsistenz oder eben auch die Form ablehnen, sondern aus ethischen Gründen. Und eben daher spielt die Form keine wirkliche Rolle.

      Ich frage mich gerade, was ihr Bub wohl sagen – oder fragen würde – wenn ihm bewußt wäre, dass die Pelle der Wurst früher mal den Kot des Viehs beherbergt hat.

      Was der Kindermund wohl *dazu* sagen würde…

      Nachdenkliche Grüße…

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      • die beliebten ethischen gründe…
        auf die antworte ich immer mit: und warum ist es ethisch vertretbar, mäuse/rehe/etc zu töten, menschen ihren lebensraum wegzunehmen, oder ihre lebensgrundlage (siehe quinoa oder waschnüsse)? warum könnt ihr es ethisch vertreten, schuhe/taschen aus leder zu tragen oder klamotten in läden zu kaufen, deren lieferanten kinder zum arbeiten zwingen?
        (die schnelle antwort: weil die mehrheit einfach kein fleisch isst, weil es grad ‚in‘ ist – und sich ansonsten keine gedanken macht. erdbeeren im dezember? oh lecker, da poste ich ein foto auf instagram, hashtag: #veganleben)
        alles ethisch total ok – bloß kuh, huhn und schwein, das ist natürlich was anderes.
        (interessanter.weise antworter keiner von euch (mit euch meine ich hard.core.veganer/innen, die vor lauter soja das wahre leben nicht mehr sehen) auf diese frage – vielleicht, weil ihr wisst, dass es falsch ist, so zu denken?)

        sorry, das ist reinste augenauswischerei. so möchte ich meine kinder nicht erziehen.

        übrigens:
        mein sohn weiß das mit der wurst.haut. (ich bin sicher, auch der sohn, der vorhin angesprochen wurde.)
        alle meine kinder wissen das. ich rede ja mit ihnen und bin ehrlich. wobei man aber auch sagen muss: die mehrheit der metzger/innen benutzt aus kostengründen mittlerweile kunstdarm. vielleicht auch nicht gesünder, aber immerhin tier- und kot.frei.
        außerdem rechne ich fix damit, dass meine kinder aus genau diesen gründen irgendwann ‚vegetarisch‘ ausprobieren werden – hab ich auch gemacht, als ich teenager war. der armen tiere wegen – bis ich dann erkannte: es leiden auch tiere fürs brot. für kosmetik. für medikamente.
        was also tun? mich ethisch zu tode fasten? oder umdenken und biologisch, im einklang mit der natur leben?

        meine kinder werden dann auch bescheid wissen über leder, über quinoa, über den ökologischen fußabdruck und dergleichen – und nicht einfach wurst weglassen und sich toll vorkommen. (nachdem sie jetzt schon mehr über ökologische lebens.weise wissen als so manche veganerin in primark.klamotten, mach ich mir aber keine sorgen mehr – sie werden sorgsam mit unserem planeten umgehen.)

        eine ethik, die NUR kuh/huhn/schwein einbezieht, ist keine ethik – das ist augenauswischerei.

        übrigens –
        dein kommentar (und die auf facebook) gibt exakt das wieder, was mich an vielen veganer/innen so aufregt:

        kein argument bringen, höchstens von bekannten esoterik.seiten (die als quelle nicht gelten, sorry), gegnerische argumente als lächerlich abtun, mit keinem wort erwähnen, dass man auch als nicht.veganer/in viel tut/tun kann – und auf keinen fall darauf eingehen, dass unzähliche tiere und menschen fürs sojaschnitzel am grill und die zahnpasta gelitten haben, ausgebeutet wurden. so weit ist es mit dem gewissen dann doch nicht, dass man darauf antworten würde, gell?
        bei mir schon.
        drum mach ich zahnpasta z.B. selber.
        schmeckt besser, ich weiß was drin ist – 
        und mich muss mir nicht einreden, dass ich ein besserer mensch bin. einfach weil ich weiß, was ich tu – es ist niemals genug getan, aber es sicher zu wenig, einfach nur vegan zu leben.

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      • http://www.utopia.de/magazin/jack-wolfskin-auf-dem-pruefstand-umweltaspekt-liegt-im-dunkeln

        für alle, die es interessiert:
        die jacke, die du auf deinem profil.bild trägst, wurde unter bedingungen hergestellt, die furchtbar sind. menschen leiden für deine jacke. menschen!
        ja gut, kein schwein, keine kuh, kein rind – nur menschen.

        dafür legst du rund 500 euro auf den tisch – für eine jacke, die blut und schweiß an sich kleben hat.
        gratuliere.
        das ist wahres ethisches verhalten.
        da schmeckt die sojamilch gleich viel besser.

        (und ja, auch ich habe solche dinge zuhause. aber ich weiß es wenigstens und versuche es zu vermeiden, möchte menschen darauf aufmerksam machen. und verurteile nicht einfach diese jacke – sondern die art und weise, wie du denkst: vegan leben, ja – aber menschen für eine jacke leiden lassen. nein danke.)

        übrigens: mit menschen, die keine argumente auf lager haben und stattdessen versuchen, ihr gegenüber einfach mal lächerlich zu machen, diskutiere ich nicht. weder hier noch auf facebook.

        ((wer die diskussion auf facebook nachlesen möchte: https://www.facebook.com/geomagazin/posts/10153361044039845?comment_id=10153361088674845&reply_comment_id=10153373945144845&offset=0&total_comments=54&notif_t=share_reply bitte sehr.))

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        • Woher dieses schlechte Gewissen frage ich mich da?
          Wieso diese starke Bedürfniss sich zu rechtfertigen und andere anzuklagen… es ist mir ein Rätsel.

          Interessanterweise machst Du aus meiner Antwort auf „Warum sieht die vegane Wurst aus wie eine normale Wurst“ eine Grundsatzdiskussion.

          Du fragst: „und warum ist es ethisch vertretbar, mäuse/rehe/etc zu töten, menschen ihren lebensraum wegzunehmen, oder ihre lebensgrundlage (siehe quinoa oder waschnüsse)?“

          Du bist in deiner selbst geschaffenen utopischen Vorstellung gefangen. Daher ergiebt auch dein Denkgerüst, was Du dir hier baust, und so verzweifelt verteidigst, im Großen und Ganzen wenig Sinn.

          Es ist nicht möglich ethisch korrekt zu Leben. Kein Leben kann existieren ohne anderes Leben zu vernichten. Darum geht es auch nicht. Es geht auch nicht darum alles zu tun, sondern anzufangen etwas zu tun. Sich zu entwickeln. Ein Bewußtsein zu bilden.

          Du hast Dir aber ein Konstrukt erdacht, an dem jeder scheitern muss. Fehler werden gesucht, Schwächen erdacht oder vorgeworfen.

          Und Du beantwortest Dir deine Frage oben ja im Prinzip selber – da der Fleischkomsum ein vielfaches an Ressourcen und damit auch Lebensraum von Tieren aller Art einnimmt, führt eine vegane Ernährungsweise dazu, dass sicherlich nicht das Leid vermieden, aber doch drastisch verringert wird.

          Nehmen wir nur dieses von Dir so gerne unüberlegt in den Raum geworfene Soja-Beispiel:

          Weltweit werden ca. 290 Mio. To. Soja im Jahr geernet. 1 Mio Tonnen davon in der EU. 35 Mio Tonnen werden in die EU eingeführt. Ein Großteil der weltweiten Ernte darf eh nicht in die EU eingeführt werden, da er Gentechnisch verändert ist.

          80% der weltweiten Sojaernte gehen direkt in die Mast von Tieren.
          10% werden zu Kraftstoffen weitervearbeitet.
          9% werden zu Magarine weiterverarbeitet
          1% gehen in andere Soja-Lebensmittel

          Hier sieht man schon, wie unglaublich viel Ressourcen für die Herstellung von Fleisch nötig ist.

          Die mit Abstand größten Sojakonsumenten sind Fleischesser.

          Quellen:
          http://www.sojatoaster.com/hintergrundinfos/sojaanbau-globale-mengenverteilung-und-mengenstroeme/
          http://www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/soja.htm
          http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/genmanipuliertes-soja/
          http://www.klima-wandel.eu/sojaanbau.html

          Weiterhin wundere ich mich, woher diese starke Pauschalisierung bei Dir kommt – alle Veganer werden über einen Kamm geschoren. Allen geht es nur um „Kuh, Rind, Schwein, etc.“ – Aussgen bei denen ich nur den Kopf schütteln kann, da das vegane Umfeld, das ich kenne, eben eigentlich genau das Umfeld ist, was du forderst. Vegane Ernährung ist meiner Erfahrung nach meist eine sehr bewußte Entscheidung. Ein Denkprozess der weiterführt zu einem bewußteren Leben. Natürlich sind Menschen verschieden, und den einen führt es weiter als den anderen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber ich selber bin froh über jeden der einen solchen Schritt macht. Aufklären statt anklagen – finde ich gut.

          „warum könnt ihr es ethisch vertreten, schuhe/taschen aus leder zu tragen“
          Ich persönlich kenne keinen Veganer der dies tut. Alte Sachen werden teilweise sicherlich aufgetragen, ja, aber nichts neues angeschafft.

          „klamotten in läden zu kaufen, deren lieferanten kinder zum arbeiten zwingen?“ Ich möchte behaupten, dass durch den oben von mir angesprochenen Denkprozess hier ein stärkeres Bewußtsein für sowas vorliegt. Jedenfalls ist das so in meinem Bekanntenkreis. Sicherlich kein absolutes – keine Frage.

          „interessanter.weise antworter keiner von euch “
          …done. :)

          „übrigens:
          mein sohn weiß das mit der wurst.haut. (ich bin sicher, auch der sohn, der vorhin angesprochen wurde.)
          alle meine kinder wissen das. ich rede ja mit ihnen und bin ehrlich. wobei man aber auch sagen muss: die mehrheit der metzger/innen benutzt aus kostengründen mittlerweile kunstdarm. vielleicht auch nicht gesünder, aber immerhin tier- und kot.frei.
          außerdem rechne ich fix damit, dass meine kinder aus genau diesen gründen irgendwann ‘vegetarisch’ ausprobieren werden – hab ich auch gemacht, als ich teenager war. der armen tiere wegen – bis ich dann erkannte: es leiden auch tiere fürs brot. für kosmetik. für medikamente.
          was also tun? mich ethisch zu tode fasten? oder umdenken und biologisch, im einklang mit der natur leben?“

          Ja, was tun? Warum nicht Beides. Leid einschränken und biologisch, im einklang mit der natur leben. Ein gutes Ziel wie ich finde.

          „…und nicht einfach wurst weglassen und sich toll vorkommen.“
          „eine ethik, die NUR kuh/huhn/schwein einbezieht“

          Du hast ein sehr verdrehtes Bild von „Veganern“. Es sieht sich durch die ganzen Texte. Sehr schade. Es gibt nicht „diesen“ Veganer, wie es auch nicht „diesen“ Deutschen oder „diesen“ Sonstwas gibt.

          „drum mach ich zahnpasta z.B. selber.
          schmeckt besser, ich weiß was drin ist –
          und mich muss mir nicht einreden, dass ich ein besserer mensch bin. einfach weil ich weiß, was ich tu – es ist niemals genug getan, aber es sicher zu wenig, einfach nur vegan zu leben. “

          Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass diese „bessere Mensch“-Thematik immer nur von Dir angesprochen wird. Mir selber ist dieser Gedanke völlig fremd, und ich kenne auch persönlich niemanden der so durchs Leben läuft. Im Internet wird man sicherlich solche Gestalten finden, aber die Regel sind sie nicht.

          „mit keinem wort erwähnen, dass man auch als nicht.veganer/in viel tut/tun kann“
          Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, oder? Ich bin mir nicht sicher, warum du forderst, dass man dies noch erwähnen sollte. Eine Erwartungshaltung, die ich nicht nachvollziehen kann.

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        • Auch hier wieder sehr interessant, wie und welche Schlüsse du ziehst. Das Bedürfniss anzuklagen und mich in dein utopische Konstruk zu ziehen um einen Vorteil zu erlangen, ist mir immer noch sehr fremd.

          Kurz die Fakten: Das Foto ist 4 jahre alt, die Jacke 5 oder 6 Jahre. Mittlerweile ist sie eine Arbeitsjacke geworden. Ich selber lebe erst seit ca. 3 Jahren vegan. Und ja, grundsätzlich hast Du recht. Keine Frage.

          „sondern die art und weise, wie du denkst: vegan leben, ja – aber menschen für eine jacke leiden lassen. nein danke“

          Interessanter Gedanke. Und tatsächlich muss ich sagen, dass ich den – auch wenn die Jacke ewig alt ist – nicht völlig abstreiten kann. Allerdings würde ich für mich auch nie irgendein Prädikat in Anspruch nehmen. Menschen machen Fehler. Ich lerne jeden Tag was neues, ertappe mich bei Fehlern und auch dabei Sachen nicht genug hinterfragt zu haben.

          Aber wenn ich Deine „alles oder nichts!“-Analogie befolgen würde, dann würde ich zweifelslos scheitern und bei „nichts“ landen. Dann doch lieber ein gutes, aber unperfektes Leben.

          Die Frage die wir uns stellen sollte ist auch meiner Sicht eher die, ob das eine durch das andere schlechter wird, oder bedeutungslos, oder ob es so oder so ein Schritt in die richtige Richtung ist.

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