von #schnorrern und #bloggern. (#kolumne)

unlängst,
im post.fach meines arbeits.email.accounts –
ein mail, das sich gewaschen hat.
oder nein:
ein mail, das sich vor dem versenden vielleicht hätte den mund waschen sollen. (so wie manche unserer omas uns das immer angedroht haben, wenn wir wörter verwendeten, die wir als kind besser nicht verwendet hätten.)

worum es ging?
eine sehr einseitige kooperation wurde beendet.
und schon kommen die hass.tiraden in massen.mail.form.
anderes beispiel?
ein verlag, den ich gut kenne, beendet das ‚wir schenken bücher an blogger/innen, die dann aber keines der bücher rezensieren‘.
fertig ist die vorlage für einen shitstorm deluxe.
oder:
ein autor möchte sein buch korrigieren lassen – und nur für jene seiten bezahlen, auf denen auch wirklich etwas ausgebessert wurde. nachdem man ihm nett erklärt, dass man die fehler.freien seiten ja auch gelesen hat, sonst könnte man ja nicht wissen, dass da keine fehler waren, kommen mehrere sehr böse mails mit details aus dem leben des korrektors, die eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind.

und das spannendste daran:
je freundlicher man antwortet, je mehr lösungs.vorschläge man bringt, je netter man eine bitte formuliert, umso tiefer greifen die betreffenden menschen in die rhetorische toilette, wenn sie ein antwort.schreiben formulieren – und das tun sie, jedes mal, mit immer mehr hass und in einer art und weise, die manchmal sogar an stalking grenzt.
da werden sogar persönliche dinge aufgegriffen – der private blog des ehemaligen auftrag.gebers, die fotos, die der verleger in seiner frei.zeit macht, die frisur der korrektors, der das betreffende mail formuliert hat.

eigentlich kann man da nur eine frage stellen:
sag mal, geht’s noch?

dass man nicht erfreut darüber ist, mit jemandem nicht mehr zusammenzuarbeiten, den man lange zeit wie eine weihnachts.gans ausgenommen, jedoch im gegenzug keine leistung erbracht hat, das kann ich verstehen.
dass man seinem unmut aber luft macht, indem man das privat.leben seines gegenübers durchsucht, dinge in die diskussion einbringt, die mit den beruflichen belangen nichts zu tun haben, und dann auch noch das gefühl hat, alles richtig gemacht zu haben, das ist doch sehr frech.

und es ist all.tag.
egal, mit welchem verlag man spricht – alle kennen diese schnorrer, die bücher horten, in solchen massen, dass sie unmöglich innerhalb eines jahres gelesen werden können. und wenn man solchen blogger/innen nichts mehr schicken möchte, erntet man eine blog.beitrag, der sich … eben nicht gewaschen hat.
mittlerweile gibt es unter buch.blogger/innen schon eine art kodex, sich nicht wie ein gnaden.loser schnorrer zu verhalten, sondern froh zu sein, überhaupt ein buch bekommen zu haben.
weil bücher etwas wert sind.

eine blog.freundin hat das alles sehr gut zusammengefasst – danke liebe Nana, ich leih mir kurz mal deine worte aus.
denn besser kann man’s fast gar nicht sagen.
und es trifft nicht nur auf bücher zu – auch auf lebens.mittel, nagel.lack, küchen.geräte, eben auf alles, was blogger/innen von firmen zur verfügung gestellt bekommen.
geiz ist geil?
nein.
geiz ist einfach nur peinlich – und wenn man auch noch stolz ist auf den eigenen geiz, dann hat man ohnehin etwas falsch gemacht.

***

übrigens:
es gibt auch den allgemeinen blogger.kodex. dort steht alles darüber, wie blogger/innen sich bei kooperationen verhalten, wie kooperationen als solche auf dem blog gekennzeichnet werden (und dass sie gekennzeichnet werden!), und dass wir blogger/innen eine gemeinschaft sind – falls jemand die bedeutung des wortes nicht kennt: Gemeinschaft, die.

für alle anderen, die lieber schnorren und so den wahren wert der dinge nie erkennen werden, hat ein freund das wort #schnogger erfunden – ein konglomerat aus aus schnorrer und blogger.
sehr treffend, danke!

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

 

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