die sache mit dem ego. (#kolumne) (#ytt)

krank auf dem sofa zu liegen ist nicht gerade unterhaltsam.
und selbst die spannendsten folgen diverser vampir.tagebücher sind nach ein paar stunden nicht mehr fesselnd.
was also tun?
ganz einfach: lesen.
in meinem fall:
literatur zum thema yoga.

und nach etlichen artikeln über die gefahren von yoga und der durch.sicht einiger yoga.instagram.accounts weiß ich eines:
so will ich nicht werden. 

da gibt es bilder von yoga.verrückten, die ständig vorgeben, schweben zu können – und alle mit schimpf.wörtern überschütten, die nachfragen, wie das möglich sein kann.
(dabei ist doch ein gewalt.freies leben eines der stand.beine von yoga – und das schließt auch gewalt in der sprache ein.)
oder es gibt menschen, die aus yoga eine art zirkus machen – inklusive artistischer einlagen mit allerlei hilfs.mittel wie reifen oder sogar feuer.elementen.
und natürlich findet man auch anhänger/innen des nackt.yoga – weil es ja gerade im herab.schauenden hund wahnsinnig anregend ist, den kolleg/innen bis in den dünn.darm schauen zu können.

besonders verstörend finde ich berichte von yoga.lehrer/innen, die vorträge zum yogischen leben halten, die erklären, wieso yoga dabei hilft, das ego hintanzustellen und sich auf das eigene innen.leben zu konzentrieren – und die dann besagten herab.schauenden hund so übertreiben, dass ihre achilles.sehne reißt.
einfach so, plopp.
weil das ego dann doch stärker ist.
weil die anerkennung der yogis und yoginis dann doch wichtiger ist als das auf den eigenen körper hören.

nein.
so möchte ich nicht werden.
ich mache yoga, weil es sich gut anfühlt, weil es mir hilft, meinen manchmal rast.losen geist zu beruhigen, und weil ich merke, dass ich mich dadurch als mensch weiterentwickeln kann.
denn ich mache yoga nur für mich.

natürlich freue ich mich, wenn ich eine übung schaffe, die ich vor zwei monaten noch nicht konnte.
oder wenn ich am tag nach einer ashtanga.klasse keinen muskel.kater mehr habe.
und ich freu mich, wenn menschen meine yoga.fotos mit einem gefällt mir markieren, klar.
am meisten aber freue ich mich, wenn ich nach der praxis und einer kleinen einkehr in mich selbst ruhiger bin, wenn meine kinder vor dem schlafen gehen noch darum bitten, ein wenig yoga machen zu dürfen, wenn ich einfach merke:
es geht mir gut.
es geht uns gut.

und das ist mir viel wichtiger, als eine bestimmte übung zu können, nur damit ich besser bin als andere.
nein, ich bin nicht besser.
und ich werde es vermutlich auch nie sein.
aber das macht nichts –

denn darum geht es gar nicht.
gerade wenn ich meine freude an yoga weiter.geben möchte, ist es wichtig zu zeigen:
wir sind alle gleich.
was du nicht kannst, kann ich vielleicht –
oder umgekehrt.
und wenn wir es beide nicht können, dann lernen wir es eben gemeinsam.

vielleicht muss es, wie in allen bereichen des lebens, auch im yoga super.stars geben –
aber, wie eben in allen bereichen des lebens:
es sind nicht immer die super.stars, die wir uns als vorbild aussuchen sollten.

#namaste!

© Sybille Ebner - sinn.wort.spiel.

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

mit.reden?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s