weil man sich manchmal einfach nur denkt: söba! (#kolumne)

heute morgen, beim ersten kaffee, erreicht mich ein kommentar auf meinem blog.
jemand findet einen meiner artikel lächerlich,
und hat nichts besseres zu tun, als das sofort auf doch eher herab.lassende art in worte zu fassen.

das ist natürlich total in ordnung.
niemand muss meine artikel gut finden, und kritik daran zu üben ist ein recht, das auf meinem blog jede/r ausüben darf –
ich lösche so gut wie nie kommentare, es sei denn, sie sind straf.rechtlich relevant, sondern versuche mich in ernst.hafter diskussion.

doch eins ist dies.mal anders:
der schreiber, ein vermeintlicher erik, vermittelt mir auf unglaublich herab.lassende art, dass er mir ja eigentlich den mega job angeboten hätte, wenn ich nicht so ein lulu wär und über so nichts.sagenden schaas schreiben würde. er als großer zampano der medien.welt müsse mir das jetzt mitteilen, vermutlich damit ich traurig darüber bin, dass mir jetzt ein groß.artiger job durch die lappen geht, weil ich mich im inter.net falsch präsentiere.
alles klar.

das ist einer.seits lustig, weil genau dieser artikel vielen jungen frauen aus dem herzen gesprochen zu haben scheint, es ist ein thema, das viele von uns kennen –
und das vor allem durch männer/buben wie diesen erik ausgelöst wird, die uns von oben herab erklären, wie die welt denn so funktioniert und wie wir ihrer meinung nach zu sein haben.
leider hab ich anderer.seits aber das gefühl, dieser erik hat so gar keine ahnung von der medien.welt, denn dort ist es keineswegs üblich, menschen anonym zu schreiben, wie bescheuert sie sind und was ihnen deshalb entgeht –
nein, viel mehr ist etwas ganz anderes üblich:
kein wort zu schreiben
nicht auf anfrage, aber schon gar nicht aus eigenem antrieb heraus.

wer wie ich schon einige jahre in der medien/kommunikations.branche auf dem buckel hat, kritisiert genau das:
das nicht.reagieren, nicht.antworten, sogar zu cool sein für eine ab.sage –
auch wenn schweigen ist gold in manchen fällen wahrlich seine berechtigung hat.

so wie es auch für erik besser gewesen wäre, zu schweigen und sich seinen teil einfach zu denken.

lieber erik, ich lade dich hiermit ein:
schreib mir doch ein mail, erklär mir, was du eigentlich so machst und wofür du menschen suchst, die mit dir arbeiten sollen, wie du anhand eines (!) artikels, der deinen geschmack mangels eigener erfahrung auf diesem gebiet nicht getroffen hat, erkennst, dass jemand nicht gut ist in seinem job –
und wieso du das auf doch eher kindische und besser.wisserische weise in einen anonymen kommentar verpackst, anstatt mir ein mail zu schreiben, damit ich auch weiß, wer du bist, und mir deine gedanken darzulegen.
das würd mich wirklich interessen –
weil es spannend ist, und weil ich aus konstruktiver kritik mehr heraus.holen kann als aus anonymem internet.getrolle.
vielleicht geht sich ja sogar ein kaffee aus, wer weiß.

momentan les ich nur, dass du meinen artikel kindisch findest, und denk mir:
söba*!

***
* söba ist österreichisch (vielleicht auch bayrisch) und bedeutet selber – wir österreicher/innen verwenden es gerne, wenn wir jemandem sagen wollen: du machst es doch genau gleich wie ich, warum also regst du dich auf?

© Denis Junker - Fotolia.com

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2 Kommentare zu “weil man sich manchmal einfach nur denkt: söba! (#kolumne)

  1. Ich liebe den Text allein nur wegen dem Titel! Ich wohne in Wien, mitten in so einer Brennpunkt Gegend und was dort so gar nicht zu hören ist: Österreicher Dialekt! Söba, einfach herrlich! Die Kinder sagen immer: selba 😜

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