mit der kunst ist es so eine sache. (#kolumne)

ich betreibe diesen blog erst seit ein paar jahren –
zuvor gab es einen anderen, einen, auf dem ich vieles ausprobieren konnte, weil kaum jemand mit.gelesen hat.
das hat sich hier, zu meiner großen freude, geändert –
ich freue mich wirklich über jedes sternchen, jeden kommentar, über alle, die bei mir vorbei.lesen und denen ich vielleicht ein spannendes lese.erlebnis schenken durfte.

hin und wieder melden sich sogar firmen, die kooperationen anbieten, oder ein verlag, der ein neues buch vorstellen möchte –
das freut das blogger/innen.herz natürlich, weil man merkt:
nicht nur meine freund/innen lesen hier mit, sondern wirklich auch fremde menschen, offenbar kommt es an, was man schreibt –
und das ist wunderbar.

manchmal allerdings sind solche kontakt.aufnahmen wahrlich deprimierend –
so wie gerade erst vor kurzem.
ein kultur.zentrum im osten österreichs schreibt mich per mail an.
Da Ihre Seite „sinn.wort.spiel“ sich mit deutschsprachiger Literatur beschäftigt und Sie aus
Österreich sind wollte ich fragen ob es
Interesse gäbe zur Zusammenarbeit?
spannend, denk ich mir, klingt interessant.

Wir sind ehrlich gesagt Anfänger darin mit Bloggern und Medien zusammenzuarbeiten und haben
bisher eher auf Mundpropaganda gesetzt.

Doch wir glauben das es an der Zeit ist sich in die weite Welt hinaus zu wagen.
ja, denk ich mir, das ist eine gute idee!

doch dann kommt dieser satz:
Ich weiß das eigentlich nur Rezensionen auf Ihrem Blog erscheinen, aber ich dachte ich könnte ja mal nachfragen.
hm, denk ich mir, ich und rezensionen? ich schreib doch eigentlich kaum rezensionen! meinen die wirklich mich?
also antworte ich, frage nach, was sie sich vorstellen würden, erkläre, dass ich das spannend finde, frage aber auch nach, ob sie sicher sind, dass das mail wirklich an mich gehen sollte –
rezensionen sind nicht so meine sache, aber berichte über veranstaltungen schreib ich gern.

während ich gespannt darauf warte, was sie mir antworten werden, informiere ich mich über das kultur.zentrum, stelle fest, dass ich schon mal dort war, und dass ich mich darauf freue, am sich in die weite Welt wagen teilhaben zu dürfen.
doch dann schau ich heute morgen in mein online.postfach –
und kann es kaum glauben, was ich dort lese:
Bitte verziehen Sie diesen unangenehmen kleinen Fehler, es scheint das Ihr Blog bei mir durchgerutscht ist. Ich hätte schwören können das Sie über Literatur in Österreich schreiben. Etwas verdutzt habe ich mir nun Ihren Blog nochmals angesehen und erkannt das alle Beiträge und Werke von Ihnen selbst waren.

Ich denke es gibt nicht wirklich eine konkrete Basis für eine derartige Kooperation da wir die Integrität Ihres Blogs auf keinen Fall mit den Arten von Beiträgen ruinieren wollen bei denen es um Beurteilung anderer geht, wie in diesem Fall eben dem Kulturzentrum xy.
Höflichst bitte ich um Entschuldigung für die Störung und wünsche wunderbare Feiertage!

ernsthaft?
da schreibt ein kultur.zentrum blogger/innen an, und wundert sich dann, dass alle beiträge selbst geschrieben sind?
und sobald jemand versucht, literarisches zu schreiben, gibt es schon keine konkrete basis mehr für eine kooperation?
sollte nicht gerade das die perfekte basis für eine zusammen.arbeit sein?

klar, mit der kunst ist es so eine sache,
die kann gefallen oder nicht gefallen, keine frage –
aber jemand, der im kultur.bereich arbeitet, sollte dem schaffen anderer vielleicht ein wenig mehr fein.gefühl entgegen.bringen.

mein antwort.schreiben fiel dementsprechend verwundert aus –
auch wenn ich verstehe, was die person mir vermutlich mitteilen wollte …
und es in ihren eigenen worten so formulierte:
Als Kulturzentrum ist es uns wichtig mit KünstlerInnen zu arbeiten, daher veranstalten wir ja Lesungen, Ausstellungen und versuchen so Aufmerksamkeit auf neue KünstlerInnen zu bringen.
Mir kam es aber ehrlich gesagt einfach unhöflich vor Sie jetzt um einen Beitrag über xy zu bitten.

ahja.

jemand, der wie ich einen blog betreibt und mutig genug ist, eigenes zu veröffentlichen und nicht nur fremd.beiträge oder berichte von lesungen anderer, und dennoch menschen findet, die das gerne lesen …
was ist der/die dann?
vielleicht eine künstlerin? oder nur jemand, dem es weh tut, solche sätze zu lesen …
gerade wenn es andere kulturelle einrichtungen gibt, die mich zu lesungen einladen oder sich freuen, texte veröffentlichen zu dürfen.

mit der kunst ist es so eine sache –
manches ist kunst, anderes wieder nicht.
wer von uns kann das schon entscheiden?

eins aber ist sicher:

ich
und viele andere (junge) menschen, die mit herz.blut schreiben und es wagen, damit an die öffentlichkeit zu gehen …
wir sind genau jene, mit denen dieses kultur.zentrum offenbar zusammen.arbeiten möchte.

liebes kultur.zentrum, im namen aller kunst.schaffenden:
tritt bitte meine/unsere kunst nicht füßen,
denn das tut wirklich weh.

danke.

*

ich nenne hier natürlich nicht den namen dieses kultur.zentrums.
sollte jemand dringend näheres wissen wollen, dann bitte ich um ein mail.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

 

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2 Kommentare zu “mit der kunst ist es so eine sache. (#kolumne)

  1. Liebe Syb,

    solche und ähnliche Korrespondenzen kenne ich auch. In dem Fall glaube ich allerdings, dass eher aneinander vorbeigeschrieben wurde (vielleicht auch aus Mangel an Kooperationserfahrung)? Zumindest macht’s von außen ein bisserl den Eindruck.

    PS: Der Name des Kulturzentrums wird schon genannt. :-)

    LG Nana

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    • vermutlich.
      dabei hab ich mehrmals versucht, klar zu machen, was ich mache – 
      aber die sätze wurden immer krasser.
      eben bis hin zu: wir arbeiten eigentlich nur mit echten künstler/innen.

      das ist schon wild, find ich.

      ps. sollte eigentlich weg sein. aktualisiert mal bitte … ich möcht den namen nicht nennen!

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