haare schneiden? ja, aber zum gleichen preis, bitte. (#kolumne)

die haare einer frau sind ihr ganzer stolz, heißt es.
ich kann dazu nur sagen:
das ist sexistischer quatsch aus vergangenen zeiten.
meine haare (und die vieler anderer frauen) sind einfach da, sie sind weder besonders klasse noch bin ich besonders stolz darauf.
und genau aus diesem grund trag ich sie seit vielen jahren kurz –
es ist praktisch, und ich seh damit besser aus, find ich.

das schneidenlassen ist allerdings ein echtes drama.
denn es gibt kein gutes friseur.studio, in dem frau nicht mindestens zwanzig euro mehr zahlt als ein mann –
das hängt uns noch aus der nachkriegszeit nach, als alle männer.haare mit der maschine auf wenige millimeter geschnitten wurden.
weil ich es wirklich unfair finde, dass ich für meinen kurzhaar.schnitt fast das dreifache zahlen soll wie mein mann oder mein sohn, hab ich in den letzten tagen die websites örtlicher friseur.studios durchforstet und die studios dann auch angeschrieben, weil ich wissen wollte, womit der riesen.unterschied eigentlich erklärt wird.

erfreulicherweise hab ich auch ein paar antworten bekommen:
argumentiert wird das mit dem vermeintlich erhöhtem material.aufwand, mit der angeblich längeren dauer, der ausgiebigen beratung, die ja alle frauen brauchen, ebenso wie ausgiebiges föhnen und stylen, es geht anscheinend um das hand.werk, das man erlernen muss, mit der dienstleistung, die (natürlich!) bezahlt werden soll, mit wechselnden mode.trends, erhöhtem schulungs.aufwand, und mit anschaffungs.kosten für locken.wickler, trocken.hauben und sowas.

jetzt ist es aber so, dass ich gar keine beratung brauche, weil ich seit jahren denselben schnitt trage, ich werd nicht länger geföhnt als ein mann, am hinterkopf immer mit der maschine geschnitten, und für mich braucht man keine locken.wickler oder trocken.hauben. meist sind die männer.schnitte, die ich beobachte, mit viel mehr aufwand verbunden als mein nachschneiden –
und mit viel mehr können, technik und handwerk.
meine frisur nachzuschneiden dauert nie länger als fünfzehn minuten, geföhnt werden will ich meistens gar nicht, ich mag keine pflegeprodukte und nur ein bisserl wachs –
und trotzdem zahl ich nachher um ein vielfaches mehr.
mein mann sitzt manchmal im friseur.studio, wird beraten, was ihm stehen könnte, er bekommt einen haarschnitt, wird geföhnt, die haare werden gestylt, manchmal sogar der bart –
und dann geht er raus und hat knapp dreißig euro bezahlt.
echt jetzt?

nein, es geht mir nicht darum, dass ich weniger zahlen will, keineswegs –
es geht mir darum, dass ich für die exakt selbe leistung nicht so viel mehr zahlen will, nur weil ich eine frau bin.

natürlich ist haare schneiden ein hand.werk, das man erlernen muss, eine dienst.leistung, die es wert ist, bezahlt zu werden –
ich wage aber zu behaupten, dass man für einen kurzhaar.schnitt mehr können muss als für reines spitzenschneiden …
das, was die meisten frauen im friseur.studio machen lassen.
das hand.werk ist also schon mal kein argument, dann müssten kurzhaar.schnitte ja deutlich teurer sein.
die dienstleistung ist aber auch keines –
die ist bei männern (zumindest in meinem fall) exakt dieselbe:
waschen, schneiden, föhnen, in weniger als zwanzig minuten.

weil sich dann bei mir der überhöhte preis aber nicht erklären lässt, ist mir letztens folgendes passiert:
meine haare wurden gewaschen, dann saß ich zehn minuten allein auf dem stuhl. danach wurden mir in zehn minuten die haare geschnitten, und wieder saß ich allein da, die friseurin sagte, sie müsse kurz etwas erledigen. nach fünfzehn minuten kam sie wieder, föhnte mir schnell die haare, ging nochmal was erledigen
und dann stand ich an der kassa, sollte fünfundachtzig euro bezahlen und durfte mir anhören, dass frauen.schnitte immer länger dauern würden und deswegen teurer seien.
(zu diesem friseur geh ich sicher nie wieder.)

die vorstellung, dass jede frau beraten werden will, dass haareschneiden ein wellness.akt ist, dass frauen sich im friseur.studio eine wohlfühl.session gönnen, ist eine vorstellung aus den 1950er jahren.
es mag ja sein, dass viele frauen das so sehen, viele andere aber nicht.
warum muss ich dann für alles mitzahlen, was andere toll finden, obwohl ich einfach nur haare schneiden möchte?

ist das gerecht?

ich finde ja nicht –
vor allem, weil auch die bezahlung in vielen friseur.studios nicht gerecht ist:
friseurinnen verdienen weniger als ihre männlichen kollegen.

vielleicht wäre es an der zeit, dass die friseur.branche im jahr 2019 ankommt –
ohne fadenscheinige ausreden, warum frauen mit kurzen haaren mehr bezahlen als ihre männer (übrigens auch dann, wenn die männer lange haare haben), und mit gleichem lohn für dieselbe arbeit.
es könnten ja auch einfach die männer mehr zahlen, wenn friseur.studios angst um ihre einnahmen haben, oder?

#feminismNOW

***
nach.trag:
eine liebe bekannte hat mich an ihre mutter verwiesen, die friseurin ist und beim haareschneiden keinen unterschied in sachen geschlecht macht.

außerdem hat mir einer der von mir angeschriebenen friseure sehr nett geantwortet und mir einen kurzhaar.schnitt zu männer.preisen angeboten –
vielen dank, darauf komm ich gern zurück.

 

 

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über den #feminismus – ein weckruf und ein geheimnis. (achtung: #explicitcontent!) (#kolumne)

feministin zu sein ist heutzutage eigentlich a gmahde wiesn
die wirklich drängenden themen haben, zumindest hierzulande, generationen streitbarer vorzeige.emanzen für uns erstritten, wir werden nicht mehr mit zwölf verheiratet, wir dürfen wählen und studieren, wir dürfen entscheiden, ob und was wir arbeiten wollen, ob wir bei unseren kindern bleiben oder vielleicht gar keine bekommen möchten, und wir dürfen zu allen themen unsere meinung kundtun, ohne vorher unseren herrn vater oder den ehren.werten gatten um erlaubnis fragen zu müssen.

frau könnte meinen, nun wäre es an der zeit, uns tiefer.greifenden themen des feminismus widmen –
komplette gleich.stellung in der gesellschaft, die gehalts.schere schließen, den feminismus zu einem equalismus werden lassen, damit jede/r, egal ob männlich, weiblich oder vielleicht beides oder nichts davon, so leben kann, wie er oder sie es möchte.
doch weit gefehlt.
anstatt uns ein weilchen auf den emanzipatorischen lorbeeren unserer vor.fahr/innen ausruhen und diese dann im besten sinne des feminismus weiterführen zu können, stehen wir wieder ganz am anfang.
denn es gibt eine bewegung vor allem junger frauen (und männer), die gegen den feminismus eintritt –
aus gründen, die lächerlicher nicht sein könnten.
einerseits berufen sie sich auf ein, zwei feministinnen, die in der vergangenheit mit allzu krassen mitteln versuchten, ihre anliegen durchzusetzen. das mag vielleicht der eine oder die andere übertrieben finden, es war aber in der geschichte der menschheit schon immer so, dass nur die wahren kämpfer/innen etwas ändern konnten. mit einem leisen bitte und könnten wir vielleicht kam frau früher nicht weit und kommt auch heute nur selten ans ziel –
manchmal muss man dieses ziel eben zu hoch stecken, um wenigstens einen schritt weiterzukommen.
andererseits nutzen sie genau das, was frühere feministinnen erkämpften, um den feminismus mit füßen zu treten –
und merken gar nicht, wie lächerlich sie sich dabei machen.
denn sie vergessen dabei ein, zwei fakten.

früher war es frauen verboten, ihre meinung laut und deutlich zu formulieren, ohne vorher einen mann um erlaubnis gefragt zu haben –
und diese erlaubnis wurde wohl nur selten erteilt.
es gibt genügend beispiele einfluss.reicher frauen, die aus dem hinter.grund operieren mussten, die für ihre taten bestraft und für ihre worte hingerichtet wurden.
es ist also nur diesen vor.denkerinnen zu verdanken, dass wir frauen heute überhaupt auf.schreien, unsere meinung sagen dürfen und dafür nicht bestraft werden.

außerdem formulieren sie ihre kritik am angeblich so negativen feminismus im internet, auf blogs, die sie über ihre computer erstellt haben, mit einer programmier.sprache, deren wurzeln unter anderem auch von einer frau erdacht wurden, zu einer zeit, in der es sicher nicht leicht war, als mathematikerin in einer von männern dominierten welt zu bestehen.
anstatt auch deren erbe in den schmutz zu ziehen, könnten die anti.femis natürlich auch ehren, welch wunderbare arbeit diese frau geleistest hat –
oder als zeichen des echten anti.feminismus den computer ausschalten und nicht benutzen, wie es sich für richtige heimchen am herd gehört.

das schlimmste aber ist das verdrehen der tat.sachen.
anti.femis reden jungen frauen ein, dass es heutzutage angeblich eine schande sei, bei den kindern daheim bleiben zu wollen –
vergessen dabei aber völlig, dass es ein verdienst des feminismus ist, dass sie überhaupt die möglichkeit haben, selbst enscheiden zu können, ob sie das möchten.
der feminismus verbietet frauen nämlich nicht, daheim zu bleiben, sondern ermöglicht jenen, die das nicht möchten, sich für diese variante zu entscheiden.
und das ist ein wichtiger unterschied.

außerdem stellen sie alle feministinnen als einsame, lesbische, grausliche und hässliche alte emanzen hin, die keinen mann abbekommen und deswegen für frauen.rechte eintreten, die niemals sex haben und mal so richtig rangenommen werden müssten, damit sie vom bösen feminismus wieder geheilt wären –
stand.punkte also, die wir so nur von (man verzeihe es mir) dummen machos kennen, deren horizont an der eigenen eichel endet.

aber ich verrate euch jetzt ein geheimnis, das euch um.hauen wird, liebe antifemis:

das bin ich.
ich bin schon seit vielen jahren aktive feministin (das bin ich mir, meinen beiden töchtern und allen anderen frauen schuldig), ich bin noch recht jung, hab aber trotzdem drei kinder, ich hab mich bei jedem kind dafür entschieden, eine gewisse zeit daheim zu bleiben und dann wieder zu arbeiten, was ich dank früherer feministinnen darf und was ich auch deshalb kann, weil mein gatte ebenfalls feminist ist und nicht mal darüber nachdenken muss, ob es gut oder schlecht ist, dass ich arbeite. (mein sohn sieht das übrigens ähnlich – gute erziehung ist eben gold wert.)

außerdem kann ich ziemlich gut kochen und neuerdings sogar backen, ich verbringe meine tage nicht nur auf frauen.demos, sondern beschäftige mich mit meinen kindern, und wenn mein gatte von der arbeit nach hause kommt, steht ein warmes essen auf dem tisch. feminismus heißt nämlich nicht, dass ich meine familie vernachlässige –
oder gar keine habe.
warum ich nachmittags zu hause bin und nicht mein gatte?
das ist schnell erklärt:
der gehalts.schere wegen. und ja, da kommt wieder der feminismus ins spiel –
denn wäre es möglich, als frau im selben job so viel zu verdienen wie ein mann, könnten wir ganz leicht alles aufteilen, es müsste nicht der vollzeit arbeiten, der mehr geld dafür bekommt, sondern es könnten sich beide im berufs.leben und zuhause austoben.
jaja, der feminismus ist gar nicht so sinnlos, wie ihr denkt, liebe antifemis – das werdet ihr frühestens dann merken, wenn ihr jobs nicht bekommt, weil euch die entspechenden weich.teile fehlen, wenn ihr weniger verdient, ebenfalls wegen der weich.teile, wenn ihr nach einer karenz wieder in den job zurückkehren wollt oder wenn der umfang eures brust.korbs im bewerbungs.gespräch mehr interesse weckt als eure qualifikation.
alles nicht so einfach, wenn man eine frau ist.

und ja, ihr werdet es kaum glauben, ich bin feministin und ich bin verheiratet, ich mein, ich bin ja jetzt auch nicht besonders hässlich –
wahrscheinlich werd ich auch deswegen regelmäßig von männlichen fake.accounts im internet angebaggert, die sich nach einigen meist strafrechtlich relevanten untergriffigkeiten dankenswerter.weise mittels persönlicher nachricht bereit erklären, mich mal ordentlich ranzunehmen, weil es ja sonst keiner tut.
das ist wirklich sehr ehren.wert, liebe hater, dass ihr euch da immer so nett opfern würdet, aber leider auch vollkommen un.nötig, denn jetzt kommt das schockierendste geheimnis aller, das vor allem junge frauen interessieren könnte, ältere wissen das längst:

feministinnen haben den besseren sex!

ja wirklich!
das ist auch ganz einfach erklärt:
feministinnen finden wegen ihrer ansicht, dass alle menschen gleich.berechtigt sind, männer, die das ebenfalls so sehen und denen klar ist, dass auch wir frauen sex spannend finden.
und das hat den wunder.vollen neben.effekt, dass solche männer es nicht schlimm finden, wenn wir frauen im bett auch mal was einfordern –
was wir aber meistens gar nicht müssen, weil feministische männer sich gern um unsere libido kümmern, was wir im gegenzug natürlich auch machen. ein geben und nehmen, wie alles im leben.
feministin zu sein hat also auch positive auswirkungen auf euer liebes.leben –
rauf, rein, raus, runter gehört der vergangenheit an.
dass die mehr.heit der anonymen hater im internet, die sich hinter manga.bildern in mamas keller verstecken, davon natürlich keine ahnung und vor aufregung jetzt rote ohren hat, ist mir klar –
nach diskussionen kommen nämlich immer aussagen wie diese:
Bin mir nicht sicher, ob ich das mit einer Feministin auf lange Sicht aushalten würde 😂😂die nur zeigen, dass den meisten der anonymen männlichen hatern im internet einfach (um es in macho.sprech zu schreiben) die eier fehlen, um mit einer eigenständig denkenden frau klar zu kommen. ist ja auch schwierig, wenn die frau selber entscheidet, was sie wählt oder arbeitet und im bett auf mehr fantasie pocht, weil vier sekunden liebes.spiel nicht besonders erfüllend sind.

mir geht es aber vor allem um die jungen frauen, die im internet auf solch abstruse kämpferinnen gegen den feminismus stoßen und vielleicht den einen oder anderen gedanken überlegens.wert finden – junge frauen wie meine töchter, denen ein komplett verzerrtes frauen.bild vermittelt wird.

denn das bild der (sorry, das muss jetzt sein) ungfickten femi.funsn entspricht leider so gar nicht der realität. feministinnen sind genauso unterschiedlich wie alle anderen menschen, wir möchten nur allen frauen (und männern!) die gleichen chancen bieten. dazu gehört es auch, dass jede frau ihr leben führen darf, wie sie möchte – und oh wunder, liebe antifemis, auch ihr seid feministinnen. ansonsten würdet ihr nämlich, dem frauen.bild der 50er jahre entsprechend, nicht bloggen und laut.hals eure komischen gedanken in die welt schreien, um ein bisschen aufmerksamkeit zu ergattern, sondern würdet schon seit jahren verheiratet daheim sitzen, die kinder hüten, mit einem lächeln im gesicht putzen.wischen.fegen.kochen.backen und dem mann das abend.essen samt bier servieren.
nicht weil ihr das so wollt, sondern weil die gesellschaft das so will. sex gibt’s dann jeden sonntag nach dem tatort, und zwar nicht, weil ihr ihn wollt, sondern weil der mann dampf ablassen muss. sex ist für frauen ja ein biologisch erklärbares, leider notwendiges übel, weil es der prostata des mannes gut tut. arbeiten? ja natürlich, aber nur vormittags, und nur so kurz, dass ihr die kinder von der schule abholen könnt, und nur das, was der mann euch erlaubt. eigene hobbys? äh, nein. der mann sieht das nicht so gern, wenn die frau was alleine macht.

glaubt ihr nicht? dann redet mal mit euren groß.müttern, lest bücher wie dieses, googelt ein wenig, schaut euch in der gesellschaft um, in ländern, in denen es frauen noch immer so geht wie unseren groß.müttern vor fünfzig jahren. erst der feminismus hat es ermöglicht, dass ihr im internet eure gedanken formulieren dürft, egal wie sinn.voll oder sinn.los diese auch sein mögen, dass ihr euch dazu entscheiden könnt, nicht emanzipiert zu sein, weil ihr in einer welt lebt, in der ihr das auch nicht müsst.

schon traurig, dieses recht mit leichtigkeit an die wand zu klatschen und auch noch stolz darauf zu sein.

#feminismNOW!

lasst uns wieder dafür kämpfen!

***

disclaimer: diese kolumne könnte spuren von sarkasmus enthalten.

schnapp.atmung also wieder einstellen.

danke.

alle dürfen so sein, wie sie wollen – nur ich nicht. (#kolumne)

wie oft hab ich diesen satz in den vergangenen jahren wohl gehört und gesagt?
unzählige male.
allein in der letzten woche sicher mehr als zehn mal – sowohl als auch.

und jetzt –
jetzt sitz ich hier in meinem garten, allein, nur ein glas minz.wasser steht neben mir, und ich überlege:
wieso eigentlich?
woher kommt es, dass so viele menschen andauernd das gefühl haben, dass meinungs.freiheit und das recht auf die eigene persönlichkeit immer nur für die anderen gilt, nie aber für sie selbst?

ein blick in soziale netz.werke aller art zeigt sehr gut, woher dieses gefühl kommt.
bei.spiele gefällig?
sehr gern.

ein klassiker aus meinem all.tag:
das allseits so un.beliebte gendern.
jemand schreibt einen text, möchte damit frauen und männer ansprechen, wählt aber rein männliche worte, und fragt mich ganz stolz nach meiner meinung. ich lese den text, lobe den ausdruck und den stil –
und merke an, dass es bei mir mit der geschlechts.umwandlung noch ein wenig dauern wird und ich mich daher über eine neutrale wort.wahl freuen würde.
ja, ich finde das wichtig.
ja, ich merke das immer an –
ich bin eben eine linkslinke gutmensch.emanze, die auch in der sprache gern sicht.bar sein möchte.
und das darf ich auch!
in den aller.meisten fällen kommt das jedoch nicht so gut an:
ich soll mich nicht so anstellen, was soll das denn, gendern macht einen text doch unlesbar, ob ich denn keine anderen hobbys habe, weil ich so verkrampft bin.
dass ich nach meiner meinung gefragt wurde, dass ich ehrlich war, dass es mir wichtig ist, frauen und männer auch und gerade in der sprache gleichzustellen, weil ich töchter habe und weil ich glaube, dass alle menschen gleich sind, und weil ich weiß, wie mächtig sprache ist –
interessiert nicht.
meinungs.freiheit gilt eben nur dann, wenn die andere meinung gerade in den eigenen kram passt.

oder nehmen wir das thema aussehen.
wie oft lese ich, wie sich jemand (meist öffentlich) darüber auslässt, wer sich warum was wann wie und wo anziehen soll, dass dickere menschen sich bitte verhüllen sollen, islamische frauen das aber keineswegs dürfen, dass ein burkini ebensowenig etwas im frei.bad verloren habe wie flipflops im museum –
und wehe, jemand trägt ein kleidungs.stück, das ein anderer un.schön findet …
dann geht’s ab.
es finden sich jedes mal dutzende menschen, die gerne kleidungs.vorschriften für ihrer meinung nach un.hübsche oder zu sexy gekleidete mit.menschen einführen möchten, es gäbe ja gesellschaftliche standards
meistens sind das aber genau jene leute, die sich darüber echauffieren, dass es in islamischen ländern solche vorschriften gibt.
was jetzt?
am spannendsten finde ich diese aussagen immer dann, wenn sie von menschen kommen, die nach eben jenen gesellschaftlichen standards, die sie verteidigen wollen, keineswegs als hübsch oder schlank gelten …
und kaum mischt man sich in die diskussion ein und verteidigt das freie kleidungs.recht für alle, muss man sich beschimpfen lassen, weil man ja keine ahnung habe und am besten nicht mit.reden soll.
meinungs.freiheit gilt eben nur dann, wenn es um die eigene meinung geht.

und dann gibt es situationen, in denen manch eine/r die welt nicht mehr versteht –
wenn man zum bei.spiel merkt, dass man mit all dem, was man gern macht, irgendwo an.eckt, wenn man merkt, dass man es eigentlich niemandem recht machen kann, dass es immer jemanden gibt, der blöd findet, was man sagt oder tut, wie man aussieht oder lacht, oder was einem wichtig ist …
und dass das immer genau die menschen sind, bei denen man sich fragt:
woher zum kuckuck nehmen diese menschen eigentlich ihr selbst.bewusstsein?
warum in aller welt glauben diese menschen, andere beurteilen zu dürfen und ihr urteil auch noch bei jeder sich bietenden situation kundzutun?
und wieso zum geier mach ich mir darüber überhaupt gedanken?

weil wir alle, tief in unserem herzen, geschätzt werden möchten.
als mensch.
für das, was wir tun. oder können. oder uns erträumen.
für all die kleinigkeiten, die uns aus.machen.
und all die anderen dinge, die unser aller leben so einzig.artig machen.

manchmal, wenn mir freund/innen erzählen, wie ihr tag so war und dass sie gern ein anderer mensch wären …
oder manchmal, wenn ich selber so tage habe, an denen ich am liebsten eine andere wäre …
dann setz ich mich auf meine yoga.matte und verbeuge mich vor mir selbst.
klingt komisch, ist aber so …
und ich weiß genau, wie manch eine/r auch darüber die nase rümpfen wird –
und dann bekrittelt, wie faltig mein bauch aussieht, wenn ich da auf der matte liege und mich verbeuge.
vor sich selbst verbeugen, meine güte, ist sie jetzt esoterisch? das passt ja so gar nicht zu ihr, sie soll sich lieber um ihre familie kümmern.

das mache ich –
und zwar genau dann, wenn ich mich vor mir selbst verbeuge.
es ist manchmal nämlich verdammt hart, sich selbst so anzunehmen, wie man ist, und anderen mit einem lächeln zu begegnen.

aber eins hab ich mittlerweile gelernt:
je mehr man sich selbst annimmt, umso mehr kann man auch andere so annehmen, wie sie sind …
und manchmal rettet uns diese erkenntnis den tag, nicht wahr?

die hater mögen sich eigentlich selbst nicht so, wie sie sind –
klingt komisch?
ist aber so.

***

danke an all die lieben leute für den aus.tausch und die gedanken und das gegen.seitige den.rücken.stärken –
immer wieder gern!
<3

 

 

 

hallo, mein name ist sybille – und ich habe ein problem. (#kolumne)

hallo, mein name ist sybille, und ich habe ein problem. > hallo sybille, was ist dein problem? mein problem ist, dass ich sehr jung aus.sehe. > wieso ist das ein problem, das ist doch toll?! ja, das denken alle, aber … Weiterlesen

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etiketten.schwindel. (#kolumne)

happy welt.frauen.tag!

und nicht vergessen:
nicht nur gegen die männer arbeiten –  sondern zusammen.halten!

***

sinn.wort.spiel.

alle menschen sind gleich.

zumindest sollten sie das sein.
oder anders:
zumindest sollten wir versuchen, alle gleich zu behandeln.
egal ob frau oder mann, dick oder dünn, weiß oder nicht.weiß –
wir alle sind menschen, haben die gleichen rechte und die gleichen pflichten, niemand ist besser oder schlechter als andere, niemand erhebt sich aus diesem oder jenem grund über andere.

so stelle ich es mir jedenfalls vor.

die realität ist natürlich eine andere –
denn es ist schwer, alle gleich zu sehen, es ist harte arbeit, keine vorurteile zu haben –
vor allem, weil menschen so oft stolz sind auf das, was sie von anderen unterscheidet, weil sie sich über diese unterschiede definieren und so unwissentlich die kluft, die sich zwischen ihnen und anderen befindet, vergrößern.

etwa in sachen körpergewicht.
gerade in den vergangenen tagen hatte ich mehrmals das vergnügen, mit frauen über gewichtige themen zu diskutieren.
und jedes…

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etiketten.schwindel. (#kolumne)

alle menschen sind gleich.

zumindest sollten sie das sein.
oder anders:
zumindest sollten wir versuchen, alle gleich zu behandeln.
egal ob frau oder mann, dick oder dünn, weiß oder nicht.weiß –
wir alle sind menschen, haben die gleichen rechte und die gleichen pflichten, niemand ist besser oder schlechter als andere, niemand erhebt sich aus diesem oder jenem grund über andere.

so stelle ich es mir jedenfalls vor.

die realität ist natürlich eine andere –
denn es ist schwer, alle gleich zu sehen, es ist harte arbeit, keine vorurteile zu haben –
vor allem, weil menschen so oft stolz sind auf das, was sie von anderen unterscheidet, weil sie sich über diese unterschiede definieren und so unwissentlich die kluft, die sich zwischen ihnen und anderen befindet, vergrößern.

etwa in sachen körpergewicht.
gerade in den vergangenen tagen hatte ich mehrmals das vergnügen, mit frauen über gewichtige themen zu diskutieren.
und jedes mal versteh ich danach die welt nicht mehr.
da gibt es nämlich recht oft die meinung, übergewicht sei völlig normal, wunderschön und supersexy – und wehe, man merkt an, dass übergewicht eines der größten probleme der zivilisierten gesellschaft ist, dass schon kinder massiv übergewichtig sind und dass die folgen zu vieler kilos mittlerweile eine der haupt.todesursache in österreich oder deutschland sind.
(hier nachzulesen etwa.)
((und nein, ich rede nicht von ein paar kilos zu viel, von mehr rundungen oder weiblicheren formen – ich schreibe von echtem über.gewicht, das weltweit ein großes problem ist und gerade bei kindern unbedingt vermieden werden sollte. ))

ja natürlich, jede frau soll aussehen, wie sie möchte, wie sie sich wohlfühlt, soll sich so wohlfühlen, wie sie aussieht – und niemand sollte seines gewichts wegen veräppelt werden.
das gilt dann aber bitte.schön schon für alle frauen.

bei diesem thema gibt es nur leider ein problem:
man kann darüber nicht diskutieren.

denn sobald man als dünne frau zu sagen wagt, dass übergewicht im alltag ein großes problem ist, vor allem, wenn es kinder betrifft, um deren wohl wir uns alle sorgen sollten, geht es los mit persönlich.untergriffigen gemeinheiten:
ich sei ja ein magersüchtiger hungerhaken, so wie alle frauen, die nicht zumindest ein paar kilos zuviel auf den rippen haben, mein mann würde mich demnächst sicher mit einer fülligeren frau betrügen, weil männer wollen ja was angreifen, und da bei mir, wie bei allen dünnen frauen, mein busen ja wie ein spiegelei aussieht, kann man(n) ja natürlich nichts angreifen. von wollen reden wir mal gar nicht. außerdem spräche aus mir ja nur der neid, nicht so viele kurven zu haben, und angst natürlich, weil ja mein mann demnächst … na, ihr wisst schon. außerdem definiert sich mein frau.sein ja rein über die anzahl meiner kilos – weniger kilos, weniger frau, ist doch logisch, oder? und nicht zu vergessen: dicke frauen sind liebevoller und gutmütiger, auch das wächst offenbar mit dem umfang der hüften.

wehe, eine sportlich.dünne frau würde so über fülligere frauen sprechen, die reaktionen möchte ich mir gar nicht vorstellen – all diese dinge einer dünnen frau zu sagen, das ist aber völlig ok.
obwohl es dünne frauen gibt, die gern zunehmen würden, dünne frauen, die einfach glück haben und essen können, was sie wollen, dünne frauen, die gern sport betreiben und sich gesund ernähren und deshalb nicht zunehmen – und das leid dünner frauen, die wirklich magersüchtig sind und sich dann diesen mist anhören müssen, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

ich käme nie auf die idee, dicken menschen im schwimmbad ungefragt mal so richtig meine meinung zu geigen – auch wenn ich es unverantwortlich finde, einem übergewichtigen kind die nächste leberkäs.semmel zu kaufen. auch wenn ich sehe, wie der werte gatte den angeblich so unweiblichen hungerhaken nachschaut. und auch wenn ich genau weiß, wie schlecht zu viele kilos für den körper sind – und wie anstrengend.
einfach, weil es mich nichts angeht, weil es unhöflich ist – und weil untergriffigkeiten anderen menschen gegenüber einfach absolut daneben sind.
ich möchte meinen kindern ein vor.bild sein – und ihnen vorleben, wie respekt im alltag aussieht, wie ich mir ein friedliches miteinander vorstelle.

und das wirklich verrückte an der sache?
googelt mal #fatspiration oder #fatacceptance – selber nennen sich fülligere frauen nämlich ganz ohne probleme dick, sogar fett. und wundern sich auch noch, wenn ich dann sage: hey, nenn dich doch nicht selber fett, werte dich doch selbst nicht ab!
denn wie sollen andere lernen, das wort fett nicht als schimpf.wort zu benutzen, wenn frau sich dieses etikett selbst umhängt?

und diesen etiketten.schwindel gibt es in allen bereichen des lebens:
unlängst hatte ich eine diskussion mit einem dunkel.häutigen mann, der ständig die angeblich massiven unterschiede zwischen weißen und nicht.weißen menschen hervorhebt, und auf meine frage, ob wir nicht endlich einfach menschen sein können, ohne etiketten, mit einem einfachen no, it is not possible. antwortet.

mag sein, dass es (noch) nicht möglich ist, über die unterschiede hinwegzusehen – aber sollten wir es nicht wenigstens versuchen?
sollten wir nicht unsere kinder lehren, dass wir alle gleich sind, dass es egal ist, wie jemand aussieht, dass ein mensch mehr ist als die anzahl seiner kilos oder die farbe seiner haut?

und dass die art und weise, in der wir von anderen behandelt werden möchte, auch jene art sein muss, wie wir andere behandeln?

denn selbst, wenn ich für mich entschieden habe:
ich möchte bewusst leben, mich gesund ernähren, mich viel bewegen und diesen lebens.stil auch meinen kindern weitergeben
das ist mein weg, den ich keinem anderen aufs auge drücke.
und ich möchte dafür genausowenig häme ernten wie andere für ihren weg – selbst, wenn deren weg für mich der falsche ist.

vielleicht bin ich ein naiver gut.mensch, vielleicht denke ich zu positiv, vielleicht bin ich selbst noch zu viel kind:
aber für mich gibt es da draußen nur menschen.
dicke, dünne, weiße, bunte, kleine, große, kluge und weniger kluge, sportliche und weniger sportliche –
aber es sind menschen!

also hört doch auf, Euch selbst ein etikett umzuhängen und Euch ausschließlich über dieses etikett zu definieren,
denn Ihr seid weder nur dick noch nur schwarz noch nur frau oder mann –
Ihr seid menschen, so wie alle anderen um Euch herum.

***

diese kolumne brennt mir schon lange zeit auf der seele – denn ich bin eine jener frauen, die essen können, was sie wollen, und selbst nach drei schwangerschaften nicht zunehmen.
ich bin aber auch eine jener frauen, die seit ihrer kindheit mit dem etikett magersucht kämpfen, eine jener frauen, die im schwimmbad angemault werden, weil mir bei 35 grad im schatten ein glas wasser besser schmeckt als lau.warmes cola, und eine jener frauen, die mehrmals im jahr hören, mein mann werde mich schon noch mit einer fülligeren rubens.frau betrügen – stichwort spiegel.ei.busen.
mag sein, dass fülligere frauen von dünneren frauen abfällig angeschaut und von männern oft weniger beachtet werden – das kann ich nicht beurteilen.
aber ich weiß, wie es sich anfühlt, als dünner teenager ständig zu hören, man sei flach wie ein brett oder habe kurven wie ein … aso, da sind ja keine kurven, hahaha, wie lustig.

lustig ist anders, das kann ich Euch sagen.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

ihr werdet nicht glauben, was ich heute beim baden erlebt habe. (#aufschrei)

heute war ich mit meiner familie im schwimbad, genauer gesagt in der terme –
und ihr werdet nicht glauben, was ich dort erlebt habe.

als mein mann mittag meinte, last uns doch in die terme fahren, da hab ich mich gleich total gefreut.
ich bin sofort in den keller gelaufen, hab meinen bikini geholt, die badedasche, handtücher und schwimmflügerl für die kinder – und schon sassen wir im auto und sind losgefahren.

die ankunft im schwimbad war auch noch richtig klasse, es war super warm und ich konnte auch schon die anderen gäste plantschen hören.
es waren sogar noch ein paar ligen frei, die wir gleich mit unseren handtüchern margiert haben.
und dann – ab ins wasser.
zu meiner großen freude war gerade der strudel an, eine lustige spirale, in der einen ein sog erfaßt und mitziht –
und da ist es passiert!!1! 

ein ziemlich dicker weisser mann mittleren alters, mit schiefen zähnen und einem richtig unheimlichen grinsen, warf mir einen schmirigen blick zu, musterte mich im zeitlupentempo von oben bis unten, dann noch einmal von unten nach oben  –
und diesmal blieb sein blick auch noch lange auf meinem bikinioberteil hängen!
ich war fassungslos –
was bildete der sich eigentlich ein? der hatte ja nicht einmal einen bart!
so ein grauslicher perwersling!!1!!

sofort drete ich um und begab mich wieder zu meinem mann –
ich war empört!
das konnte es ja wirklich nicht sein!
ich beschlos, mich beim bademeister zu beschwären – so ein unhold musste schnellstens aus dem bad geworfen werden!
wo käme man denn hin, wenn einen jeder so angaffen darf?
also stieg ich aus dem wasser, schüttelte meine haare aus –
und da geschah es schon wieder!!
diesmal war es ein älterer bartloser mann, der sich seinen wohlstantsbauch auch schon etliche jahre anzufressen schien, was ihn aber nicht daran zu hindern schien, mich mit blicken genüslich auszuziehen.
ich bereute es sofort, kein handtuch mitgenommen zu haben, und lief so schnell ich es mich auf dem rutschigen boden traute zum bademeister.
der war aber nicht da.
was sollte ich jetzt tun?
so etwas hatte ich ja noch nie erlebt!
mit gesenktem blick, die arme fest um meinen busen geschlungen, ging ich wieder zum becken zurück, wo meine familie auf mich wartete.
am rand des beckens sasen ein paar dunkelhäutige junge männer mit kunstvoll gestutzten bärten, die sich angeregt miteinander unterhielten. ich verstand zwar kein wort, deutsh schien es nicht zu sein, aber ich bemerkte, das sie mich keines blickes würdigten. es schien fast, als sei es ihnen völlig egal, das ich, in meinem bikini eigentlich halbnakt, an ihnen vorbei ging.
so höflich konnten männer also auch sein, schön, das es sowas auch noch gab.

unsere badepause verbrachten wir dann in der kantine bei grillwürschtel, pommes und salat.
doch so entspannt, wie es hätte sein können, war es nicht –
der typ aus der wasserspirale sass mir direkt gegenüber, im lässig halb offenen bademantel und mit weit geöffneten beinen – so viel platz konnte sein gemecht gar nicht einnehmen, wie er mir offenbar kundtun wollte.
ich fühlte mich ein wenig wie auf dem presentierteller, erfreute mich aber an dem gedanken, das er wohl trotz aller versuche an diesem abend allein heimgehen würte.
oder vielleicht auch deswegen –

denn eines ist klar:
so behandelt man(n) keine frau.

nein, ich erwarte nicht, dass man(n) mich keines blickes würdigt. ehrlich gesagt freu ich mich, wie vermutlich viele frauen, wenn ein junger mann mir nachschaut (oder auch ein älterer) – sowas nehme ich als kompliment.
wär ja schade, wenn niemandem auffällt, dass ich neuerdings weniger schokolade esse und täglich trainiere, oder?
wenn aber ältere herren junge frauen so offensichtlich begaffen, dass es sogar mir unangenehm wird (und ich bin da nicht besonders empfindlich), dann ist das respektlos, unangenehm und unhöflich.
und leider alltäglich.

denn wenn wir frauen ehrlich sind, dann müssen wir zugeben:
das ist alltag.
das ist ganz normal, an jedem tag.
egal was frau anhat oder wie sie sich benimmt, es gibt immer diese grauslichen alten typen, die uns anschauen, als wären wir ihre persönliche peep.show, als hätten sie dafür bezahlt, uns so angaffen zu dürfen – manchmal sogar, während sie sich ungeniert am sack kratzen und dreinschauen, als würde ihnen das alles gerade großen spaß machen, vor allem die tatsache, dass den frauen ihr verhalten oft sehr unangenehm ist.
das sind also jene werte, die wir unseren geflohenen gästen unbedingt mitgeben müssen, am besten in schriftlicher form?
große klasse, dafür lohnt es sich wahrlich zu kämpfen.

wenn ich so darüber nachdenke, dann erkenne ich:
das mit dem begafft werden, das war schon so, als ich noch teenager war und es kaum ausländische männer bei uns gab –
und überhaupt keine syrischen flüchtlinge.

wenn sich frauen also jetzt darüber aufregen, dass sie von asylanden im schwimm.bad angegafft werden,
dann sind sie vor allem eins:

rassistinnen.

*

die oben beschriebenen vorfälle hab ich tatsächlich heute in der therme erlebt –
die recht.schreibung allerdings hab ich den besorgten bürger/innen angepasst.

*

© Sybille Ebner - sinn.wort.spiel.

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

no #food, no #fun? (#kolumne)

immer wieder bekomme ich einladungen von anderen mädels, doch einmal auch ihren blog zu besuchen – was ich immer gerne mache.
ist ja schließlich spannend zu lesen, was andere so schreiben.
also klicke ich den link an, der mir zugesandt wurde –
und lande in fast allen fällen auf einem food.blog, einem beauty.blog oder einem bücher.blog.
von tipps für veganes kochen über die neuesten nagellack.trends bis hin zu rezensionen von büchern, in deren titel recht oft die worte liebe, sommer und erdbeeren vorkommen, finde ich alles, was das mädchen.herz angeblich begehrt.
also klicke ich mich durch rezepte und rezensionen, hinterlasse ein paar likes und frage mich meistens:
wieso?
wieso schreiben so unglaublich viele mädels über exakt diese themen?
und wieso sind sie so verwundert, wenn man als mädchen (auch) andere dinge spannend findet?

es ist schon eine weile her, das war ich auf einem blogger/innen.treffen.
nach einer stunde, in der ich ziel- und planlos zwischen tischen voller kosmetik, koch.seminaren und nagellack.sessions umherwanderte, landete ich schließlich etwas abseits an einem tisch, wo schon drei junge frauen saßen –
und sie alle hatten dasselbe problem wie ich:
mangelndes gegenseitiges interesse.
die erste schrieb über computer.spiele, die zweite veröffentlichte eigene gedichte, und die dritte erzählte auf ihrem blog aus ihrem leben mit einer besonderen krankheit.
und dann war da noch ich mit meinen kurz.geschichten und lyrischen versuchen.
(ja, wir hatten dann noch sehr viel spaß. trotzdem wollten die anderen sich nicht an unseren tisch setzen. schade, eigentlich.)

nicht dass ich food and beauty nicht spannend finden würde, das ist es nicht –
ich schmink mich, und ich ess auch gerne.
aber ich habe kein interesse, darüber zu schreiben, und in den seltensten fällen möchte ich darüber lesen –
interessanterweise hatten all die anderen mädels auch kein interesse, über unsere themen zu lesen.
manchmal, nach einer rezension, bekomme ich sogar zuschriften mit der frage, wie ich denn bitte so ein buch loben könne? dann sitz ich mit großen augen vor dem computer und denke: ja wieso denn nicht? lesen wir sogar verschiedene bücher?
scheint so.

ich glaube, wir schreiben in vollkommen verschiedenen welten.
und wir müssen erkennen, dass unsere blogs es trotz aller unterschiede wert sind, gelesen zu werden –
vielleicht nicht von mir, weil ich mit tests verschiedener bb.creams nichts anfangen kann. muss ich aber auch gar nicht.
anderen ist so ein blog.beitrag vielleicht eine große hilfe.
und wieder andere denken sich bei meinen gedichten: wozu?

aber wir sollten lernen, trotzdem miteinander auszukommen, uns nicht anzufeinden, und vielleicht doch auch ein, zwei worte miteinander zu reden –
wer weiß denn schon, was sich daraus ergeben könnte.
und ich bin sicher:
es gibt dort draußen groß.artige gedichte über make.up.

kennt jemand eines?

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

warum frau schwarzer nichts gutes mehr vollbringt. (#kolumne)

jede/r kennt alice schwarzer.
und das ist gut so:
die gründerin der emma hat für uns frauen großes vollbracht.
(was genau? bitte im link nachlesen – das hier auszuführen wäre wahrlich zu viel.)
und auch, wenn ich nicht immer mit ihr einer meinung war, muss ich doch zugeben:
ohne dieser frau und ihrem engagement wäre der feminismus nicht das, was er heute ist, wären wir frauen wahrscheinlich an ganz anderer stelle, müssten noch viel mehr kämpfen und um unsere rechte streiten.
hut ab also vor dem, was sie geleistet hat!

doch in letzter zeit kann ich keine kolumne von ihr, keine beiträge der emma mehr lesen, ohne den kopf zu schütteln und mich zu fragen:
ist der lauf der zeit spurlos an frau schwarzer vorbei gegangen?

beispiele gefällig?
bitte sehr:

 

 

 

 

 

 

allein schon die fragestellung:
‚ob und wie männer für ihre kinder da sein können.‘
mag sein, dass vor etlichen jahren männer ihre rolle als vater vernachlässigt haben – das kann ich nicht beurteilen.
der jungvater von heute ist in der regel aber doch sehr interessiert an seinen kindern.
dass männer immer noch mehr verdienen und deshalb meist die frau zuhause beim kind bleibt, ist eine andere sache.
wobei natürlich ein neugeborenes vor allem die mama braucht –
allein schon, wenn es dann um die frage der nahrungsaufnahme des säuglings geht, sind väter anfangs doch eher … naja, schlecht bestückt. es geht eben nichts über mamas busen.
diese fragestellung ist eine gemeinheit allen männern gegenüber, die sich rührend um ihre kinder sorgen.
und nein, gute väter sind keine seltenheit.
für mich stellt sich eher die frage, ob ein mann ein besserer vater ist, weil er seine tochter einmal im jahr an einem ihm auferlegten tag mit in die arbeit nimmt.
ich seh das ja anders.

oder das hier:

 

 

 

 

 

frau schwarzer weiß, was sich der co.pilot gedacht hat und warum er wie gehandelt hat.
ahja.
spannend. woher weiß sie das denn? wir anderen wissen das nicht.
und werden es wohl auch nie wissen.
aso ja, stimmt –
er war ein mann. nur männer vollbringen solche taten wie amoklauf oder erweiterten suizid. frauen sind ja immer nett und liebevoll und ordnen sich unter.
genau wie zum beispiel elfriede blauensteiner. eine sympathische frau.
oder diese hier.
studien zeigen:
gewalttaten wie amokläufe von frauen gab es bisher so gut wie nie.
stimmt.
das heißt aber nicht, dass frauen die besseren menschen sind.
und das heißt vor allem nicht, dass eine frau im cockpit der germanwings.maschine dieses unglück verhindern hätte können.
vor allem aber ist es eine wahre frechheit, sich darüber aufzuregen, dass die trauerfeier im kölner dom für alle opfer abgehalten wurde – immerhin war auch der co.pilot ein opfer.
opfer seiner krankheit, zum beispiel.
(und nein, das soll keine entschuldigung sein.)
außerdem hatte er bestimmt eltern.
eine mutter, die sich sorgen machte um ihren kranken sohn.
einen vater, der sich fragte, wie er seinem sohn helfen könne.
und vor allem angehörige, die trauern –
um den mann, der so viele mit in den tod gerissen hat, um den menschen, den sie geliebt haben, und dem sie eine solche tat nie zugetraut hätten.
wer selbst schon einmal gebetet hat, der weiß:
man schließt nicht die ganze welt in sein gebet ein, man kann sich aussuchen, wofür man betet.
etwas wie mitbeten gibt es nicht.
aber offenbar hat frau schwarzer nicht so viel erfahrung mit gebeten.

klar.
gott ist ja in der katholischen kirche ein mann.
hab ich kurz vergessen.

gerade der facebook.auftritt der emma zeigt viele solcher meinungen.
interessant ist es aber, die kommentare darunter zu lesen –
denn gerade junge menschen (und ich schreibe absichtlich menschen, weil es männer und frauen sind) ärgern sich über diverse aussagen.
diese althergebrachten sichweisen haben keinen positiven effekt mehr.
eher einen negativen –
denn sie verstören sowohl junge frauen als auch männer.

doch genau die sind es, die wir ins boot holen sollten.
junge frauen, die mitkämpfen, sich engagieren und die feministische botschaft in die welt tragen.
gemeinsam mit den männern –
denn auch das ist keine große sache:
sowohl lebenspartner als auch söhne gehen mit dem thema vollkommen normal um und sehen frauen als gleich an, wenn es ihnen täglich vorgelebt wird.
aussagen wie die oben genannten verstören aber –
und wenn sie schon mich als feministin verstören, wie muss es dann einer frau oder einem mann gehen, die mit feminismus noch nicht so viel am hut haben?

können wir nicht endlich damit aufhören, männer als den grund allen übels anzusehen, sondern sie mit ins boot holen?
gemeinsam sind wir stärker!

und so viel frau schwarzer auch für uns alle geleistet hat (dafür gebührt ihr auch ein großes danke!) –
solch extreme meinungen bringen uns nicht weiter.
nein, sie werfen uns sogar einen schritt zurück.
oder zwei.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com