ein einziger satz. (#rezension)

‚Ein einziger Satz: Als Sprung in einen mitreißenden Strom der Selbsterkundung, voll bissiger Anklage, unterbrochen von lyrischen Passagen, in denen hörbar wird, wie Sprache, Schrift und Körper sich gegenseitig prägen.‘

© Sybille Ebner - sinn.wort.spiel.

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

 

 

 

 

 

 

 

 

ganz genau das habe ich gesucht.
vor jahren habe ich mit einem freund darüber gescherzt, dass es ein buch geben müsste, das man in einem durch immer.fort lesen kann, einfach nach der letzten seite wieder von vorne beginnen – und es ergibt sinn!
vielleicht entdeckt man beim lesen sogar neue facetten der geschichte –
ach, was wäre das toll!
umgesetzt haben wir diese idee nie – aber auch nicht vergessen.
und dann entdeckte ich ‚EinSatz‚.
ohne auch nur mit der wimper zu zucken habe ich zugegriffen – genau darauf habe ich doch schon immer gewartet!

jetzt, auf seite 16020/83 (seiten.zahlen gibt es nicht, nur grad.angaben und einen kreis, dessen öffnung sich immer weiter verschiebt) ist meine euphorie nicht mehr so groß.
vielleicht, weil ich mir so viel mehr erwartet habe.
oder etwas vollkommen anderes.

es ist die anklage.schrift eines ichs – ob männlich oder weiblich, das ist anfangs schwer zu bestimmen.
geschichte gibt es keine, nur wirre gedanken, auf.schreie, innere monologe und völlig aus dem zusammenhang gerissene versuche, den auf.schrei in lyrische form zu pressen.
kein punkt, kein satz.ende ist zu finden, optisch entspricht ‚EinSatz‚ dem kreis.roman, der er sein soll –
faktisch aber ist der erste satz des buches ein leeres versprechen:
‚und es ist auch egal, wo du einsetzt, es ist egal, wann du einsetzt, es ist egal, wie und warum du einsetzt, denn sobald du dir diese Fragen stellst, bist du bereits mitten drin, (…)‘
ja, man kann nach der letzten seite wieder vorne weiter.lesen – aber irgendwo im buch zu beginnen oder einfach mal zehn seiten auszulassen, vielleicht sogar, wie im buch vorgeschlagen, eine seite herauszuschneiden und anders.wo einzusetzen, das klappt nicht. es ändert sich zwar nichts am auf.schrei, am inneren monolog, denn es passiert ja eigentlich nichts – die worte ergeben dann aber gar keinen sinn mehr, sind nichts als eine bloße aneinanderreihung von sätzen, die insgesamt kein ganzes ergeben.
das mag spannend und auch überaus literarisch sein – lesbar ist es jedenfalls nicht. dazu wurde der text zu wenig überarbeitet:
fehlende verben nehmen schachtel.sätzen jeden sinn, vergessene (oder auch falsch gesetzte) beistriche werfen die leser/innen unliebsam aus dem sog, in den sie stellenweise gezogen werden, und die vielleicht lustig gemeinten sätze in klammern, die leser/innen unterstellen, die grammatik des buches nicht zu verstehen, empfinde ich eher als affront denn als literarischen kunst.griff.
stellen.weise hatte ich den eindruck, niemand hat je das buch von vorne bis hinten durchgelesen, und dann vielleicht gleich noch.mal, dem kreis.lauf entsprechend – da müsste ein fehlendes verb doch auffallen.
zumindest das lektorat hätte es entdecken sollen – so es eines gab.
(laut impressum jedenfalls schon.)

besonders störend (und wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich eher kämpferin für die sprachliche sichtbarkeit der frau bin), besonders störend empfand ich das gendern:
‚(…) dir eine_n feste_n Partner_in zuzulegen, mit der_/dem du dann den Rest deines Lebens verbringst, (…)‘
gender.gegner/innen sprechen dem gegenderten ja jegliche lesbarkeit ab – hier muss ich dem sogar zustimmen. dies entspricht keiner der gängingen gender.formen, ist teil.weise sogar einfach falsch – und lesbar? nein, lesbar ist das nicht, auch nicht literarisch – vielleicht neu und mutig, das ja.
aber lesbar?
nein.
dabei gäbe es durchaus möglichkeiten, männlich und weiblich in einem satz zu verpacken, gerade in sätzen wie diesen, die ohnehin nur aufzählen und aneinanderreihen.

jetzt sitze ich hier an meinem schreib.tisch und bin verwirrt.
ist es denn nicht möglich, einen kreis.roman zu schreiben, der auch sinn macht? der nicht nur mit wichtig klingenden wort.hülsen auf.schreit, anklagt, sondern der auch eine echte geschichte zu bieten hat? mehr als die niederschmetternden gedanken einer frau, die mit wildem selbsthass und abgedroschenen klischees zu kämpfen hat, lieblos aneinander.gereiht und möglichst laut aufschreiend?
mehr als pseudo.emanzipatorische worte, als floskeln und aufzählungen?

es kommt nicht oft vor, dass ich ein buch nicht zu ende lese.
wahrlich nicht.
dafür bin ich zu neugierig, möchte dem buch eine chance geben, es könnte sich ja steigern, besser werden, auf dem weg zum großen finale!
auf das große finale brauche ich mich aber wohl nicht zu freuen – es gibt ja kein ende.
mutig schlage ich also weiter hinten eine seite auf, vielleicht ergibt sich hier ja etwas neues, ich möchte dem buch wirklich noch eine chance geben.

18720/83:
‚(…) ungewollten Berührungen, geröteten Augen, erhobenen Armen, Gebrülle, Parolen, Kampfgeschrei, Aggressivität, Frustration, (…)‘
und wieder:
nichts als aufzählungen, das aneinander.reihen von worten, die vielleicht einen sinn ergeben, vielleicht auch nicht.
ich werde es wohl nicht mehr herausfinden, fürchte ich.

***

EinSatz
Caroline Günther
Open House Verlag
ISBN: 978-3-944122-01-4

 

 

Advertisements

von wohl.tätern und geld.gebern. (#rezension)

‚Meinen Sohn hätte ich mir anders vorgestellt. Ich blickte manchmal vom Bildschirm auf und tat so, als würde ich nachdenken. Eigentlich beobachtete ich aber Manuel – (…).‘

üblicher.weise kennt man(n) seinen sohn ja.
man(n) war vielleicht bei seiner geburt dabei, man(n) hielt ihm die hand bei den ersten schritten, man(n) begleitete ihn am ersten schul.tag und tröstete ihn beim ersten liebes.kummer.
nicht so im buch geschenkt  von daniel glattauer.

geschenkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

glattauers protagonist gerold plassek wusste vier.zehn jahre lang nicht, dass er neben einer tochter auch noch einen sohn namens manuel hat. und plötzlich sitzt dieser auch noch täglich neben ihm im büro und schaut ihm beim nichts.tun zu. die gespräche der beiden kommen nur zaghaft in gang – was redet man auch mit seinem sohn, der nicht einmal weiß, dass man sein vater ist, und der ein faible dafür hat, fragen mit komplizierten gegen.fragen zu beantworten.

‚ „Ich will nicht wissen, warum du nicht zurechtkommen sollst, ich will wissen, ob du zurechtkommst oder nicht“, erwiderte ich.
„Wer hat behauptet, dass du wissen willst, warum ich nicht zurechtkommen soll?“, fragte er.

unaufgeregt plätschert der anfang des buches dahin. spannende ereignisse werden so gekonnt in schein.bar un.schein.baren, bei genauerer betrachtung aber genialen sätzen beschrieben, dass man fast das gefühl hat, eigentlich passiert eh nichts – doch das gegen.teil ist der fall. die ereignisse überschlagen sich, privat und geschäftlich.
denn ein anonymer spender sucht gezielt zeitungs.ausschnitte aus dem blatt, bei dem gerold plassek als redakteur beschäftigt ist und die bunten Meldungen zum Tag verfasst, steckt sie gemeinsam mit zehn.tausend euro in ein kuvert und beschenkt so menschen in not.
kommentar.los, ohne einen hinweis auf seine person.

‚ „Im Kuvert des anonymen Spenders befand sich ein kleiner Zeitungsausschnitt. Nichts sonst, nur das Geld und dieser beigelegte Zeitungssauschnitt. Und jetzt raten Sie mal, welcher Zeitungssausschnitt das wohl war.“ ‚

es sind immer aus.schnitte von gerold plassek, die sich im kuvert befinden – und dieser kommt zum zweiten mal wie die jung.frau zum kind: warum gerade seine meldungen? warum nicht die von anderen? wer steckt dahinter? und ist das ganze vielleicht nur eine gut geplante werbe.aktion, von der er nichts weiß?
der früher so engagierte plassek, der mittlerweile lieber zur bier.flasche als zum blei.stift greift, wird eine kleine berühmtheit. jeder interessiert sich für seine person, jeder will etwas von ihm – doch so sehr er diesen zustand auch hasst, er hilft ihm doch bei einer scheinbar unüberwindbaren aufgabe: seinem sohn ein vor.bild zu sein.

‚ „Eins noch, Herr … Plassek, weil ich gerade Ihren Namen lese“, rief sie mir nach. „Plassek, Plassek … haben Sie einen Verwandten, der früher einmal für die Rundschau geschrieben hat?“
(…)
„Ja, das war mein blauäugiger kleiner Bruder, der Journalist werden wollte, um die Welt zu verbessern“, erwiderte ich.

„Und was ist aus ihm geworden?“, fragte sie.
„Ich“, sagte ich.‘

mit jeder neuen spende steigt das interesse, mit jeder neuen spende wird das band zwischen ihm und seinem sohn gestärkt. die von vater und sohn gemeinschaftlich verfassten berichte über die beschenkten werden zum fix.punkt in gerolds leben.
doch noch immer sucht die öffentlich.keit nach dem geld.geber –
und noch immer hat niemand auch nur die geringste ahnung, wer es sein könnte.

daniel glattauer gelingt es in ‚geschenkt‚, mit kleinen, aber wunderbar poetischen worten und sonder.baren satz.konstrukten die leser/innen sofort in den bann zu ziehen. selten habe ich mir bei einem buch so viele passagen laut vor.lesen müssen, nur um noch einmal den klang der worte zu vernehmen und mich daran zu erfreuen. manchmal vergisst man, dass das thema eigentlich ein ernstes ist, dass gerold plassek eigentlich ein schwer.wiegendes problem hat, und dass die geld.spenden auf eine bestimmte art für ihn noch viel wichtiger sind als für die in not geratenen menschen.
wer versucht, herauszufinden, um wen es sich bei dem anonymen geld.geber handelt, der übe sich jedoch in geduld. denn es ist wahrlich nicht einfach, während des lesens auf die lösung zu kommen – vielleicht sogar un.möglich?
die geschichte von gerold plassek und dem edlen spender beruht übrigens auf einer wahren begebenheit: die als wunder von braunschweig‚  bezeichnete serie von anonymen geld.geschenken in braunschweig begann im november 2011 und wurde bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

das einzige, was mich an ‚geschenkt‚ irritiert hat, waren die vielen papier.flieger.
auf dem cover, am ende, ja es gibt im buch sogar einen vorlage.bogen für all jene, die keinen papier.flieger falten können.
warum?
wo kommt der papier.flieger vor? hab ich denn wirklich ein so wichtiges element einfach über.lesen, verdrängt, ihm nicht genug beachtung geschenkt?
kann denn das sein?

(sach.dienliche hinweise bitte in den kommentaren.
danke.)

ich glaube,

‚ (…) „das erzähle ich Manuel.“
„Wenn du dich noch daran erinnerst.“
„Doch, ich erinnere mich, ganz bestimmt.“ ‚

***

Geschenkt
Daniel Glattauer
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2014
ISBN: 978-3-552-06257-3

***

dank an die buch.handlung meines vertrauens.

eine kömodie in vier akten. (#rezension)

erster akt.
‚Wir befinden uns im Arbeitszimmer eines Paartherapeuten, der hier seine Klienten betreut. Der Raum sollte nicht nach „Arbeit“ riechen, sondern entspannte Atmosphäre vermitteln. Dieser Zwang zur Ungezwungenheit scheint sich gleichmäßig auf das gesamte Mobiliar zu verteilen.
(…)
Die beiden Besucher konzentrieren sich auf den Berater und scheinen mit Anspannung und Nervosität auf seine einleitenden Worte zu warten.‘

joana und valentin haben probleme. echte probleme.
ihre anfangs gute ehe scheint am ende zu sein – wenn es denn je eine gute ehe war. viel mehr scheint es ein kräftemessen gewesen zu sein, ein ich.bin.stärker.als.du, keine liebes.ehe, nein, eine kampf.ehe.
und doch ist da noch etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt, ein kleiner funken nur –
doch genau den soll der berater zu neuem feuer entfachen.

zweiter akt.
jede kleinigkeit packen die beiden in diesem raum aus, selbst einzelne worte lassen die stimmung im raum nahezu explodieren.
(…)“Tja“ ist quasi seine Lebensphilosophie.‘, beklagt joana. tja, antwortet valentin.
der berater selbst bleibt stets gefasst, hat immer das ziel vor augen, möchte den beiden zeigen, was da noch ist zwischen ihnen – und zwar ‚das Licht und nicht den Schatten.‘ doch seine methoden entsprechen nicht immer dem, was sich das ehepaar vorstellt, zu heiter, zu lustig, zu esoterisch erscheint ihnen so manche übung.

dritter akt.
doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt –
und zwar gewaltig.
daniel glattauer schafft es in seinem komödiantischen kammer.spiel in vier akten, die leser/innen als stilles mäuschen in den raum mithineinzuholen, sie mitfiebern, angespannt den atem anhalten zu lassen, und sich abwechselnd auf die eine oder die andere seite zu schlagen. durchatmen? keine chance! wir haben schließlich ein ziel vor augen!

vierter akt.
‚Der Berater hat es plötzlich ziemlich eilig, die Verabschiedung einzuleiten.‘
auch wenn das ziel vor augen an sich eine gute sache ist, es hätten ruhig ein paar seiten mehr sein dürfen. zu schnell erreicht man als leser/in das ziel, klappt das buch zu und denkt: schade, das war’s schon?
ein wenig mehr tiefe hätte den charakteren nicht geschadet, stets treibt die geschichte nur knapp unter der oberfläche, schnappt manchmal hektisch nach luft, traut sich aber nicht so wirklich weiter nach unten in die untiefen, wo die wahren monster auf ihre entdeckung lauern.
oder macht gerade das die leichtigkeit dieser komödie aus, das schwappende und schwebende?

man wird das buch jedenfalls nicht verärgert in eine ecke werfen und aus dem zimmer stampfen, nein, sowas darf nur der therapeut.
‚Der Berater wirft wuchtig sein Handy ins Eck und stampft von der Bühne.‘

ende.

***

Die Wunderübung
Daniel Glattauer
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2014
ISBN: 978-3-552-06239-9

***

dank an die buch.handlung meines vertrauens.

es geht los.

ja, es geht los.

ich hab jetzt ein virtuelles bücher.regal und bin mit meinem ersten buch auch gleich fertig.
und dann?
dann schreib ich eine rezension.
nicht meine erste, aber meine erste für diese aktion.

ich freu mich!

***

 

 

blogger/innen, vereint Euch!

bloggen ist ja oft eine einsame sache.
man sitzt allein am computer, oft spät.nachts, mit müden augen und schmerzendem rücken.
der kaffee ist ebenso kalt wie die finger –
aber hey, man bloggt!

wirklich?
ist das so?

quatsch!
bloggen kann spaß machen, soll sogar spaß machen, man lernt neue leute kennen und erreicht noch mehr leute.
klasse!
und weil ich da auch gerne mit.mache, gibt es ab heute hier eine neue kategorie:
die rupertus.rezension.

blogger/innen aus salzburg lesen bücher, schreiben rezensionen –
und das alles nach einer idee meiner lieblings.buchhandlung in salzburg.
da sag ich doch leise danke und öffne das erste buch, das ich mir aus.suchen durfte.

auf bald!
und auf mehr!

***

 

 

 

 

 

der klub der ungeliebten. (#rezension)

liebes.romane?
gar nicht mein fall.

also, normalerweise.
aber dies.mal,
dies.mal ist es anders.
schon wieder.
gerade kürzlich habe ich einen liebes.roman gelesen, der eigentlich keiner war –
und doch irgendwie sogar einer der schönsten.

so wie Der Klub der Ungeliebten.
ein buch, das ich so schnell wohl nicht mehr vergessen werde.

‚Wenn es etwas gab, nach dem sie sich mehr sehnte als nach ihrem Leben hier, dann war es der Mann, der dort am anderen Ende dieser endlosen Gleise lebte.‘

unaufdringlich erzählt der autor die geschichte dreier menschen – cousin, cousine und ihre nachbarin – und die geschichte ihres lebens, ihres liebens.
die geschichte springt in den zeiten und in den erlebnissen der drei menschen, verirrt sich aber nicht und findet immer wieder den weg zurück ins jetzt.
was anfangs nach einer erklärung verlangt, wird auch erklärt.
es bleiben keine fragen offen, und doch werden so viele neue gestellt, die unbeantwortet bleiben.
bleiben müssen.

‚Wieso ist das Gras grün? Wie sieht ein Gefühl aus? Was ist der Sinn des Lebens? Und wieso verlieben wir uns?‘

ja –
wieso verlieben wir uns?
und wieso verlieben wir uns ausgerechnet immer dann, wenn es gerade nicht passt, in jemanden, der es nicht zu würdigen versteht?
was adam, coralie und ihre nachbarin francoise erleben, haben wir alle schon einmal erlebt –
auch wenn es hier ein wenig anders ist.
der autor versteht es, eine tief.gründige geschichte so feder.leicht zu erzählen, als wäre es ein märchen, eine geschichte für kinder –
und doch steckt so viel schmerz in seinen worten, dass das herz beim lesen manchmal einen kleinen hüpfer macht und sich tränen.erstickt zusammenzieht.
denn –
‚Überall dort draußen in dem Meer aus Beton, Asphalt und Stahl, klopfen unhörbar leise Millionen von Herzen im Rhythmus einer wehmütig schweren Melodie, der ich lausche – der ich schon immer gelauscht habe. Eine Melodie, die uns alle eint.‘

und genau das liebe ich an diesem buch besonders:
das, was uns alle eint, ist die liebe.
egal, wer wen liebt, ob mann und frau, mann und mann, frau und frau –
die liebe macht keinen unterschied,
sie liebt einfach,
ist immer genau.so schön oder genau.so schlimm,
je nachdem, wie es ausgeht.

doch das soll hier nicht verraten werden.

‚Ich bin ein Teil dieser Stadt und ein Teil dieser Welt. Mit jedem einzelnen Herzschlag.‘

***

Der Klub der Ungeliebten
Dennis Stephan
Incubus Verlag, Dortmund 2013
ISBN: 978-3-9815948-5-0

 

das glück, wie es hätte sein können. (#rezension)

‚Er belügt Lucie. Zum ersten Mal.‘

und damit beginnt für serge eine liebes.geschichte, die er sich so wohl in seinen wunderbarsten träumen nicht hätte ausmalen  können.
noch dazu mit einer frau, die ’nicht zu seiner Welt gehört, weder der von gestern noch der von heute, sie ist alles, was er nicht kennt, sie gleicht einer Frau, die man verwechseln kann, (…), einer beliebigen Passantin.‘
und doch berührt sie ihn auf eine weise, die serge nicht kennt, nie kannte, die ihn rast.los werden, nicht mehr klar denken, ihn seine frau belügen lässt und seine fassade zum einsturz bringt.
doch auch für suzanne ändert sie alles, jene begegnung mit serge – ‚Ich sagte ihm nicht, dass mein Leben gerettet und verloren war, dank ihm.‘

was klingt wie eine geschichte, die schon tausend.mal erzählt wurde, ist so viel mehr als nur eine liebes.geschichte – denn jene liebe, die zu beginn auflodert wie ein kleines feuer , ist bald schon nur mehr schmückendes bei.werk.

ob mich schon je ein buch so berührt hat wie dieses?
ich glaube nicht.
zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.
véronique olmi zieht die leser/innen in einen bann, ihre worte sind wunder.bar, ein.deutig – und sehr oft mehr als zwei.deutig. man ist als leser/in dabei, ein stiller voyeur, fast glaubt man, den duft frischen baguettes zu riechen, die geschäftigkeit französischer straßen zu spüren, während yann tiersen leise eine kleine melodie auf dem klavier spielt.
zuweilen vergisst man, dass man ein buch liest, man fühlt sich hinein.versetzt in einen film, vielleicht von jean-pierre jeunet, zauber.haft.bunt und doch so un.endlich dunkel, voller abgründe, mit denen niemand gerechnet hätte, die einen jedoch zu heißen tränen hin.reißen.
spielerisch wechselt véronique olmi die sicht.weisen, erzählt mal dieses, mal jenes, verirrt sich aber niemals in ihren worten, verheddert sich nicht in der geschichte – und zerstört am ende all jene süßen träume darüber, wie es denn hätte sein können.

‚Ich gehe, und die Straßen, die ich hinter mir lasse, stürzen lautlos ein.‘

***

Das Glück, wie es hätte sein können
Véronique Olmi
Verlag Antje Kunstmann, München 2014
ISBN: 978-3-88897-927-9

dank an den verlag für das rezensions.exemplar.

 

wie war das mit der lange.weile? (#rezension)

lange.weile?

es ist schon eine lange weile her, dass ich mal lange.weile hatte.
und ich hab so eine ahnung, dass es wohl eine weitere lange weile dauern wird, bis sich die lange.weile breit machen kann.
denn –
tata! –
ein weiteres rezensions.exemplar ist heute eingetroffen!

Foto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn ich also fertig bin mit arbeiten, dann schmeiß ich mich auf’s sofa –
und bin mal wieder lesen.

 

 

lange.weile? was soll das sein? (#rezension)

man könnte ja auch einmal nichts tun.
also, gar nichts.
atmen vielleicht, klar.
aber sonst?
genau –
gar nichts.

das könnte man, ja.
aber warum?
warum nichts tun, wenn es doch so viel zu tun gibt!
und so viel zu lesen.
das hier zum beispiel.
ganz neu, gerade rausgekommen.
und ich darf mich über ein rezensions.exemplar freuen!

Foto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

was also tun an einem montag, wenn man keine dringenden arbeiten zu erledigen hat?
genau –

ich bin dann mal lesen.

frauen.roman.

ja, ein frauen.roman liegt vor mir.
laut internet.recherche jedoch ein ’schlauer frauen.roman“.
(es handelt sich um ‚endlich!‚ von ildikó von kürthy.)

na gut, hab ich mir gedacht.
frauen.romane liegen mir zwar nicht sonderlich, aber ein schlauer?
aus.probieren!

schon nach den ersten seiten aber merke ich –
ein schlauer frauen.roman ist für mich was anderes.

inhalt, grob umrissen:

frau, anfang 40, kinder.los, gelangweilt, fader ehe.mann, langweiliges sex.leben –
(klar, so sind ja alle frauen anfang 40.)
trifft lustige, tolle, sexy, intelligente frau, die ihre freundin wird.
(natürlich.)

in neben.rollen:
mütter. allesamt genervt, voller baby.brei, mit milch.kotz.brocken im haar, reden über nichts als baby.dies, baby.das, baby.durchfall, baby.kotzt.
(ein klischee nach dem anderen.)

des weiteren – männer.
(die dürfen in einem frauen.roman natürlich auch nicht fehlen.
wobei – ohne wär’s noch viel mehr frauen.roman, oder nicht?)
gelangweilt, betrügerisch, ehebrecherisch, schnarchend.

ah, nein, es sei mir verziehen – die tolle freundin hat natürlich einen super.lover: intelligent, einfühl.sam, wärme.spendend, alt und reich.

bei der szene eines kinder.geburtstages, in der alle beteiligten kinder entweder furcht.bar, schmutzig oder furchtbar schmutzig dargestellt werden, hab ich das buch dann zu.geklappt.
auch, weil ich inzwischen fast die hälfte des buches gelesen habe, von der am buch.rücken zusammen.gefassten geschichte aber noch nicht einmal ansatz.weise was zu lesen war.

das ist ein schlauer frauen.roman?
für mich ist das nicht mal ein roman.
das ist eine beleidigung aller mütter/frauen/großmütter/töchter/ehefrauen/geliebten.

noch dazu von einer frau verfasst.
(kopf.schütteln, meinerseits.)