Ist bio und öko wirklich immer die bessere Wahl?

nachdenkens.wert.

Sibl and the Wheel

Die Reaktionen auf meinen Beauty-Artikel letztens waren ein Hit –
danke sehr!
Ich hab sehr viele sehr nette Zuschriften bekommen, einerseits von Menschen, die sich für Ideen bedankt haben, andererseits von Leuten, die neue Ideen eingebracht haben, und manch eine/r wollte einfach nur danke sagen –
ich hab mich über jede einzelne Nachricht sehr gefreut!
Zu einem anderen Artikel wiederum hab ich sehr durchwachsene Reaktionen bekommen –
auch, weil ich darin die vegane Lebensweise ein wenig kritisiere, das kommt nie gut an, das weiß ich schon. Nötig ist es manchmal aber trotzdem.

Doch gerade wegen des großen, nicht nur positiven Feedbacks auf die beiden Artikel hab ich angefangen, weiter nachzudenken und zu recherchieren.
Und nach und nach wird klar:
Bio und öko ist nicht immer die bessere Wahl.

Ausschlaggebend für meine Gedanken waren die Bambus-Zahnbürsten, die ich wirklich sehr gern mag, weil sie eben nicht aus Plastik sind, weil sie…

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warum #vegan ein bisserl naiv ist – und warum ich trotzdem manchmal auf vegane produkte achte.

vegan zu leben ist heutzutage in
wer etwas auf sich hält, greift zu veganen produkten, verzichtet den tieren zuliebe auf ein steak und fühlt sich dadurch allen anderen moralisch ein bisschen überlegen.
weil ich generell nach dem motto leben und leben lassen agiere, stört mich das normalerweise nicht –
nach der letzten diskussion mit ein paar veganer/innen allerdings hab ich beschlossen, mal ein paar dinge klarzustellen, denn:
wirklich vegan zu leben ist eigentlich unmöglich und auch der versuch wahrlich kein grund, die moral.keule zu schwingen.

das bisschen luxus.veganismus, das bei uns in mode ist, hilft eigentlich niemandem außer dem eigenen gewissen –
und mit ein bisschen recherche nicht einmal dem.

ich höre schon den auf.schrei aller veganer/innen, die das jetzt lesen, aber bitte:
das soll keine hass.schrift gegen veganismus sein, auf keinen fall! 
ich greife ja selbst bei kosmetik oder putzmitteln etwa immer zu veganen produkten, weil ich den gedanken schrecklich finde, dass auch nur ein tier in einem labor leiden muss, nur weil ich schöner sein möchte.
dennoch glaube ich, dass es wichtig ist, ein wenig mehr licht in dieses thema zu bringen, da gerade veganer/innen dazu neigen, besagte moral.keule zu schwingen und alle, die nicht vegan leben, grundsätzlich zu verteufeln.
ich frag mich aber oft: mit welchem recht eigentlich?

sehen wir uns doch ein paar dinge ein wenig näher an:

den frühstücks.kaffee zum beispiel.
ohne milch ist er vegan, klar, bei der ernte von kaffee.bohnen kommen kaum tiere zu schaden, und es gibt auch etliche sorten, die nicht mit bienenwachs behandelt werden. mit milch getrunken ist der kaffee schon nicht mehr vegan – also wird gern zu diversen pflanzen.milch.erzeugnissen gegriffen.
aber ganz ehrlich –
wer meint, dass jede mandelmilch vegan sei, der irrt gewaltig:
der großteil der für mandelmilch verwendeten mandeln stammt aus kalifornien, dort aber sterben jährlich ein paar millionen bienen, damit die mandel.ernte so verläuft wie geplant.
(hier nachzusehen, ist wirklich dramatisch.)
und die tatsache, dass nur fairtrade.kaffee sicherstellt, dass bei der produktion die arbeitsbedingungen der menschen gut sind und sie auch wirklich ausreichend geld für ihr erzeugnis bekommen, macht die wahl des kaffees auch nicht leichter.
den griff zu angeblich veganen kaffee.kapseln, den muss ich wohl nicht kommentieren.

auch klassische schoko.creme ist ob der enthaltenen milch nicht vegan –
nahezu jede vegane variante jedoch enthält palmöl, das zwar nicht von tieren stammt, aber weder gesund noch nachhaltig ist, und bei dessen an- und abbau tausende tiere aus ihrem lebensraum vertrieben werden und sogar sterben.
(hier nachzulesen.)
palmöl komplett zu ersetzen wäre aber genausowenig zielführend (hier nachzulesen), und bei der ernte von kokosnüssen für kokosöl werden affen als sklaven eingesetzt. (bitte sehr.)
all das wird aber als vegan verkauft.
naja.

zum frühstück wird auch gern eine schüssel quinoa genossen. quinoa enthält eine vielzahl an wichtigen inhaltsstoffen und ist deshalb vom veganen speiseplan nicht mehr wegzudenken. dass die massive nachfrage nach quinoa aber ökologische schäden in den anbau.ländern nach sich zieht und dazu führt, dass in genau jenen ländern, in denen es angebaut wird, die einheimischen an chronischer unterernährung leiden, wird gern vergessen.
(hier nachzulesen, etwa.)
auch die meisten brotsorten sind vegan oder können vegan gebacken werden –
glauben zumindest viele veganer/innen.
ein besuch auf dem bauernhof meines onkels zeigt, dass diese annahme auf reinem un.wissen basiert:
würde mein onkel nicht ein paar hunde durch das maisfeld treiben, bevor er mit der ernte beginnt, lägen danach dutzende tote rehkitze, kaninchen, mäuse und vögel im feld.
das macht ein großbauer aber nicht –
und so sterben bei der ernte diverser getreide- und gemüsesorten alle tiere, die das feld bisher für ein geeignetes wohn.zimmer hielten, vor allem der nachwuchs, der dort versteckt wurde.
(glaubst du nicht? stimmt aber.)

ich frag mich dann immer, wieso veganer/innen tiere in tötbar und nicht tötbar einteilen (denn das tun sie).
wieso stört das für’s semmerl gestorbenen rehkitz niemanden, ein totes schwein für den griller aber ist der wahnsinn? wieso interessieren millionen tote bienen für die mandel.milch nicht, die milch von einer heimischen kuh, die beim melken aber nicht mal leidet, ist schrecklich?

wenn ich darüber nachdenke, wird mir als land.mädel mit bauern als vorfahren recht schnell klar, dass veganismus deshalb vor allem von hippen jungen leuten in urbanen gegenden ausgelebt wird, weil sie recht wenig ahnung von landwirtschaft und dem drumherum haben.
bio.landbau etwa kann nur funktionieren, wenn der bauer oder die bäuerin nutztiere hat. (ist hier gut beschrieben.)
das bedeutet aber im gegenzug, dass weder bio.obst noch bio.gemüse wirklich vegan sein kann.
und das bedeutet auch, das veganismus nur in gegenden gelebt werden kann, in denen die menschen nicht von tieren abhängig sind, weil eh andauernd ein bio.laden geöffnet hat und die vermeintlich veganen produkte einfach gekauft werden können.

einen interessanten artikel zu diesem thema hab ich auch hier gefunden.
(ihr merkt: dieses thema interessiert mich wirklich.)
lifestyle.veganer/innen interessieren sich recht oft nur dafür, dass sie keine tiere essen –
der rest ist ihnen egal.
wie der artikel schön schreibt: ‚Ja, rein technisch gesehen (darüber schrieb ich bereits in der Februar-Kolumne) sind Kunstlederschuhe aus an Sklaverei grenzenden Verhältnissen in Bangladesch oder Gen-Mais aus konventioneller Landwirtschaft vegan. Mein Ansatz ist anders.‘
ich könnt manchmal weinen, wenn ich sehe, wie hippe junge veganerinnen bei primark einkaufen und dann stolz ihre neuen teile zu einem veganen ami.ketten.kaffee ausführen –
und vollkommen vergessen, dass die neuen klamotten in fabriken unter schrecklichen bedingungen genäht wurden und die kaffee.kette kaum einen cent an steuern zahlt.
da trink ich lieber ein glas milch von einer kuh auf einem bio.bauernhof und weiß: meine klamotten stammen nicht aus fabriken, in denen die menschen eingesperrt sind.

wer in allen lebens.lagen vegan sein möchte, darf natürlich auch nicht geimpft werden und keinerlei medizinische versorgung in anspruch nehmen –
alle medikamente werden an tieren getestet …
und ich bin dennoch sehr froh, dass es diese impfungen und medikamente gibt.
und auch sonst darf man als veganer/in eigentlich recht wenig:
ich hab im urlaub etwa erlebt, dass eine schwalbe den bus, mit dem wir gefahren sind, übersehen hat und hart an die front.scheibe geknallt ist. überlebt hat sie das wohl kaum.
auch im all.tag tötet man (wissentlich oder nicht) allerhand tiere –
ja, ameisen sind auch tiere. sogar die spinnen, die wir mit dem haus.patschen erschlagen, und die läuse auf den köpfen unserer kinder.

um es noch polemischer zu formulieren:
kein /e veganer/in lebt vegan.
und ich finde das nicht mal verwerflich, weil ich ja weiß, dass es nicht zu einhundert prozent klappen kann –
mir geht nur die moral.keule mächtig auf die nerven.

wer weiß, dass das smart.phone, mit dem er oder sie anderen erklärt, wie schlimm es ist, heimische butter zu essen, viel tier- und noch vielmehr menschenleid hervorruft, müsste andren nicht dauernd mit der moral kommen.
wer weiß, dass der bildschirm, auf dem er oder sie eine serie schaut, während vegane snacks genascht werden, nicht vegan ist, müsste nicht dauernd moral.keulen schwingen.
und wer verstehen würde, wie landwirtschaft wirklich funktioniert, könnte einsehen, dass ein bisserl bio.milch der kuh nicht weh tut, aber die umwelt und auch die tiere schont und den heimischen bauern und bäuerinnen massiv hilft.

was ich aber vor allem super finden würd?
einerseits –
die abkehr vom veganen bekehren wollen. ich finds bewunderns.wert, wenn es jemand schafft, keine tierischen produkte zu sich zu nehmen …
und auch bewunderns.wert naiv.
ich möchte aber nicht bekehrt werden und auch niemanden bekehren. ich leb ein sehr achtsames leben, ess wenig fleisch (und wenn, weiß ich, wo es herkommt und wie das tier gelebt hat), ich kauf nix aus läden, von denen man weiß, wie krass die produktions.bedingungen sind, ich kauf vor allem regional, saisonal und bio, und ich vergesse nicht, dass nicht nur tiere geschützt werden müssen, sondern auch menschen –
aber ich bild mir nix drauf ein. ich mach das schon immer so, so hab ich es gelernt, und so geb ich es meinen kindern weiter.
mein gewissen?
dem geht’s gut, danke der nach.frage.

andererseits –
würd ich es sehr begrüßen, wenn veganer/innen damit aufhören würden, tiere un.bewusst in tötbar und nicht tötbar einzuteilen und auch den schutz von menschen ernstzunehmen würden.
natürlich soll kein tier in tier.fabriken leiden, logisch –
aber auch kein mensch soll ausgebeutet werden.
und die tatsache, dass auch für vegane lebens.mittel und die meisten gebrauchs.gegenstände ebenso tiere wie menschen leiden und sterben, sollte viel öfter in den brenn.punkt der diskussionen gerückt werden –
denn auch bienen sind tiere, für uns menschen vermutlich sogar die wichtigsten.

(wenn man bedenkt, dass es ohne bienen nix zu essen gäb, weil nix bestäubt werden würd, ist folglich auch nix vegan.) 

wie wär’s, wenn wir uns auf folgendes einigen:
jede/r darf tun, wie er oder sie mag –
weil wir eh nur gemeinsam was bewegen können.
und niemand schwingt eine moral.keule, wo es keine zu schwingen gibt –
schon gar nicht aus un.wissenheit oder naivität.

wenn ich mich um das eine sorge, und ihr euch um das andere, und wieder jemand anderer um noch was anderes, dann sorgen wir uns gemeinsam um alles, und keiner kommt sich deswegen besser vor –
wär das nicht super?

***

wie immer bei solchen themen gilt auch dies.mal:
diskussion, sehr gerne –
wer sich aber im ton vergreift, darf nicht mehr mit.reden.
:)

nach.trag: 

wer anonym beschimpfungen loslässt, wird übrigens nicht mal zur diskussion freigeschalten. das ist mein blog – hier wird nicht rumgepöbelt. 

 

 

alle dürfen so sein, wie sie wollen – nur ich nicht. (kolumne)

wie oft hab ich diesen satz in den vergangenen jahren wohl gehört und gesagt?
unzählige male.
allein in der letzten woche sicher mehr als zehn mal – sowohl als auch.

und jetzt –
jetzt sitz ich hier in meinem garten, allein, nur ein glas minz.wasser steht neben mir, und ich überlege:
wieso eigentlich?
woher kommt das, dass so viele menschen andauernd das gefühl haben, dass meinungs.freiheit und das recht auf die eigene persönlichkeit immer nur für die anderen gilt, nie aber für sie selbst?

ein blick in soziale netz.werke aller art zeigt sehr gut, woher dieses gefühl kommt.
bei.spiele gefällig?
sehr gern.

ein klassiker aus meinem all.tag: das allseits so un.beliebte gendern.
jemand schreibt einen text, möchte damit frauen und männer ansprechen, wählt aber rein männliche worte, und fragt mich ganz stolz nach meiner meinung. ich lese den text, lobe den ausdruck und den stil –
und merke an, dass es bei mir mit der geschlechts.umwandlung noch ein wenig dauern wird und ich mich daher über eine neutrale wort.wahl freuen würde.
ja, ich finde das wichtig.
ja, ich merke das immer an –
ich bin eben eine linkslinke gutmensch.emanze, die auch in der sprache gern sicht.bar sein möchte.
und das darf ich auch!
in den aller.meisten fällen kommt das jedoch nicht so gut an:
ich soll mich nicht so anstellen, was soll das denn, gendern macht einen text doch unlesbar, ob ich denn keine anderen hobbys habe, weil ich so verkrampft bin.
dass ich nach meiner meinung gefragt wurde, dass ich ehrlich war, dass es mir wichtig ist, frauen und männer auch und gerade in der sprache gleichzustellen, weil ich töchter habe und weil ich glaube, dass alle menschen gleich sind, und weil ich weiß, wie mächtig sprache ist –
interessiert nicht.
meinungs.freiheit gilt eben nur dann, wenn die andere meinung gerade in den eigenen kram passt.

oder nehmen wir das thema aussehen:
wie oft lese ich, wie sich jemand (meist öffentlich) darüber auslässt, wer sich warum was wann wie und wo anziehen soll, dass dickere menschen sich bitte verhüllen sollen, islamische frauen das aber keineswegs dürfen, dass ein burkini ebensowenig etwas im frei.bad verloren habe wie flipflops im museum –
und wehe, jemand trägt ein kleidungs.stück, das ein anderer un.schön findet …
dann geht’s ab.
und es finden sich immer dutzende menschen, die gerne kleidungs.vorschriften für ihrer meinung nach un.hübsche oder zu sexy gekleidete mit.menschen einführen möchten, es gäbe ja gesellschaftliche standards –
meistens sind es genau jene leute, die sich darüber echauffieren, dass es in islamischen ländern solche vorschriften gibt.
was jetzt?
am spannendsten finde ich diese aussagen immer dann, wenn sie von menschen kommen, die nach eben jenen gesellschaftlichen standards, die sie verteidigen wollen, keineswegs als hübsch oder schlank gelten …
und kaum mischt man sich in die diskussion ein und verteidigt das freie kleidungs.recht für alle, muss man sich beschimpfen lassen, weil man ja keine ahnung habe und am besten nicht mit.reden soll.
meinungs.freiheit gilt eben nur dann, wenn es um die eigene meinung geht.

und dann gibt es situationen, in denen manch eine/r die welt nicht mehr versteht –
wenn man zum bei.spiel merkt, dass man mit all dem, was man gern macht, irgendwo an.eckt, wenn man merkt, dass man es eigentlich niemandem recht machen kann, dass es immer jemanden gibt, der blöd findet, was man tut oder sagt, wie man aussieht oder lacht, oder was einem wichtig ist …
und dass das immer genau die menschen sind, bei denen man sich fragt:
woher zum kuckuck nehmen diese menschen eigentlich ihr selbst.bewusstsein? warum in aller welt glauben diese menschen, andere beurteilen zu dürfen und ihr urteil auch noch bei jeder sich bietenden situation kundzutun? und wieso zum geier mach ich mir darüber überhaupt gedanken?

weil wir alle, tief in unserem herzen, geschätzt werden möchten.
als mensch.
für das, was wir tun. oder können. oder uns erträumen.
für all die kleinigkeiten, die uns aus.machen.
und all die anderen dinge, die unser aller leben so einzig.artig machen.

manchmal, wenn mir freund/innen erzählen, wie ihr tag so war und dass sie gern ein anderer mensch wären …
oder manchmal, wenn ich selber so tage habe, an denen ich am liebsten eine andere wäre …
dann setz ich mich auf meine yoga.matte und verbeuge mich vor mir selbst.
klingt komisch, ist aber so …
und ich weiß genau, wie manch eine/r auch darüber die nase rümpfen wird –
und dann bekrittelt, wie faltig mein bauch aussieht, wenn ich da auf der matte liege und mich verbeuge.
vor sich selbst verbeugen, meine güte, ist sie jetzt esoterisch? das passt ja so gar nicht zu ihr, sie soll sich lieber um ihre familie kümmern.

das mache ich –
und zwar genau dann, wenn ich mich vor mir selbst verbeuge …
es ist manchmal nämlich verdammt hart, sich selbst so anzunehmen, wie man ist, und anderen mit einem lächeln zu begegnen.

aber eins hab ich mittlerweile gelernt:
je mehr man sich selbst annimmt, umso mehr kann man auch andere so annehmen, wie sie sind …
und manchmal rettet uns diese erkenntnis den tag, nicht wahr?

die hater mögen sich eigentlich selbst nicht so, wie sie sind –
klingt komisch?
ist aber so.

***

danke an all die lieben leute für den aus.tausch und die gedanken und das gegen.seitige den.rücken.stärken –
immer wieder gern!
<3

 

 

 

Geschützt: Wenn wir nachts keine Ruhe finden – oder: Gut schlafen kann man (wieder) lernen.

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mensch.heit, wohin gehst du? (#kolumne)

still ist es geworden hier auf dem blog –
momentan gibt es so viele andere dinge zu tun, die zeit für’s schreiben fehlt meistens.
schade.
aber heut muss ich doch wieder einmal, ich glaube, mir platzt sonst der kragen.
denn was ich in den letzten tage in den so genannten sozialen medien gelesen habe, ist so unfassbar, dass ich dagegen mal aufschreien muss.

etwa, als der werte herr m. sein mittlerweile berühmtes interview gegeben hat und dutzende flüchtlings.helfer/innen dagegen sturm gelaufen sind.
es stimmt schon, das interview war ein bissl schräg, so als würde der gute mann in einer anderen realität leben – vermutlich tut er das aber auch. ein bissl recht hat er aber auch, wenn man ehrlich ist –
ich mein, außer mir selbst kenn ich drei menschen persönlich, die ihr wohn.zimmer oder sonst ein zimmer freigemacht haben, damit geflüchtete darin schlafen können. klar, es gab sehr viele menschen, die sich engagiert haben, die gearbeitet haben, stunde um stunde, und das noch immer tun –
aber der kritisierte satz „Keiner von denen, die ‚Willkommen‘ oder ‚Wir schaffen das‘ gerufen haben, hat sein Gästezimmer frei gemacht oder in seinem Garten ein Zelt stehen, in dem fünf Auswanderer wohnen können.“ (zitat) ist doch wahr, wenn wir ehrlich sind …
es haben nur sehr wenige ein zimmer frei gemacht.
alles andere, was in diesen satz hineininterpretiert wurde, ist eben nur interpretation –
was ich im zuge der diskussion um diesen satz aber an kommentaren gelesen hab, hat mich zutiefst schockiert.
viele dieser angeblichen gut.menschen, die ja so vorurteils.frei durchs leben gehen und eben immer gut zu allen sind, ließen sich zu aussagen hin.reißen, die tief blicken lassen –

eine aus.wahl:
jede/r, der bei red bull/servusTV arbeitet, ist ein schlechter mensch, das gesöff verklebt einem nämlich das herz und man wird ein schlecht.mensch, deshalb müsse man kündigen, wenn man dort arbeiten würde, oder dürfe gar nicht erst anfangen, ganz klar, und weil ich red bull und red bull cola trinke, bin ich ein spion, natürlich, im geheimen wähl ich außerdem die fpö, und als jemand, der indirekt auch für herrn m. arbeitet, hätte ich die geflüchteten nur aufnehmen wollen, weil ich ihnen eigentlich was antun wollte, im schlaf, ganz fies, ich bin ja ein schlecht.mensch, weil ich red bull cola trinke …
ein teufels.kreis.

all diese kommentare kamen unter postings von menschen, die sich dankenswerter.weise sehr für geflüchtete einsetzen –
aber keine/r von denen fand es wichtig, mal das wort zu ergreifen und all die menschen zu verteidigen, die da pauschal verurteilt werden für einen job, der ihr leben finanziert und die familie ernährt, für ein interview eines mannes, den sie während ihrer arbeit vermutlich noch nie live gesehen haben, mit dem sie also nichts zu tun haben, und den sie vielleicht gut oder vielleicht weniger gut finden, wie es halt so ist in einem job.

auch gegen die reaktionen der oster.werbung von palmers muss ich aufschreien –
ja, das sujet ist ein bissl frag.würdig, die mädels sind ein bissl gar dünn und auch ein bissl gar jung, hat es den anschein.
aber hey, es geht um unterwäsche, und die verkauft sich an jungen, dünnen models besser als an über.gewichtigen seniorinnen –
und wie jede firma will palmers etwas verkaufen.
ich bin meistens die erste, die laut das ist sexistisch! schreit, auch wenn ich, wie im falle von palmers, den sinn hinter diesen bildern erkenne – jung und schlank verkauft sich nun mal besser –, und ich finde auch, dass die umsetzung ein bissl schwach ist für das jahr 2017.

vielleicht wäre es eine idee für palmers, zumindest verschieden gebaute mädchen und frauen auf den fotos zu zeigen, weil die welt nun mal nicht nur jung und dünn ist –
aber auch hier sind die reaktionen auf das sujet so unter.irdisch, dass ich es kaum fassen kann:
palmers bediene hier absichtlich die zielgruppe der pädophilen (echt? die sind eine wirtschaftlich relevante zielgruppe in österreich?), die frauen liegen angeblich im dreck und präsentieren sich, als stünden sie zum verkauf, und außerdem ist jeder mann, dem diese frauen gefallen, pädophil.

da bleibt einem doch die spucke weg.
abgesehen davon, dass pädophilie eine krankheit ist, die nicht verharmlost werden sollte, geht es dabei um vorpubertäre kinder, also nicht um junge frauen, die vermutlich zumindest 18 jahre alt sind und für geld freiwillig ihren po in die kamera strecken.
die aussage, dass jeder mann, der einer jungen, knackigen frau im schwimm.bad hinterher schaut, pädophil ist, ist so unglaublich sexistisch, ich möchte fast schreiben: gschissen … ich kann mir nicht mal vorstellen, wie frau auf so einen gedanken kommt.
das bedeutet nämlich in weiterer folge, dass alle unsere ehe.männer, unsere väter und unsere söhne pädophil wären –
ist euch das überhaupt klar?

und wenn wir ganz ehrlich sind, liebe frauen, dann müssen wir zugeben:
auch wir schauen im schwimm.bad lieber dem jungen, knackigen bade.meister nach als dem älteren herrn mit bier.bauch und glatze, oder nicht?
dafür bezichtigt uns aber niemand einer krankheit, die so unfassbar schlimm ist, dass man es mit worten kaum beschreiben kann.
dann machen wir das doch auch nicht mit den männern!

und noch etwas hab ich diese woche gelernt:
frauen dürfen sich nicht jünger fühlen, als sie sind –
das ist dann nämlich ein jugend.wahn. und wehe, frauen sagen mal, dass sie zwar 65 sind, sich aber wie 45 fühlen –
alter ist nämlich nur eine zahl und hat mit gefühlen gar nichts zu tun! wer sich jünger fühlt, tut das außerdem nur, weil ihm oder ihr die werbung das einredet. im alter hat man sich zu benehmen, dem alter entsprechend, und auf keinen fall darf man sich kleiden wie eine junge frau, etwa mit mini.rock oder bikini, oder anderen mut machen, sich ebenfalls jünger zu fühlen, als man dachte, dass man sich in dem alter fühlen würde.
damit geht man nämlich denen auf die nerven, die sich alt fühlen, oder die aufgrund welcher umstände auch immer ihr alter einfach nur als zahl empfinden –
aber ich sag euch was:

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

da pfeif ich drauf!

ich bin knapp 40 jahre alt, hab drei kinder, ich bin sicher nicht mehr so knackig, wie ich es mit 25 war, fühl mich aber keinen tag älter …
und werd mir das sicher auch nicht verbieten lassen.
die tat.sache, dass gerade frauen anderen frauen sagen, wie sie sich wann warum benehmen oder fühlen müssen, tut mir im herzen weh –
wir müssen nämlich nix außer zusammen.halten!

also schmeißt euch in euren bikini, geht in die disco, tanzt die ganze nacht und färbt euch die haare in all den farben, die ihr zu tragen in jungen jahren nicht gewagt habt –

und wenn euch irgend.jemand sagt, dass ihr dafür zu alt seid, dann lacht einfach darüber …

denn alter ist nicht nur eine zahl, ganz im gegen.teil:
das alter ist komplett egal!

also lebt euer leben, egal wie schief die anderen euch anschauen –
die sind meistens nur wahn.sinnig neidisch!

 

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Und schon ist es vorbei – eine Art Rückblick.

gedanken.sammlung nach meiner yoga.lehr.ausbildung.
spannend!

Sibl and the Wheel

Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie aufgeregt ich vor dem ersten Yogateachertrainings-Wochenende war.
Die verrücktesten Gedanken gingen mir durch den Kopf –
und dann wieder war er ganz leer, weil ich nicht wusste, was ich denken sollte.

Da waren so viele neue Gesichter, so viele unterschiedliche Menschen, so viele verschiedene Arten zu yogieren –
und mitten drin ich, mit klopfendem Herzen, aber einem Lächeln im Gesicht.

© Sibl and the Wheel © Sibl and the Wheel am 1. Tag der YLA

Ich,
die beim ersten Zusammentreffen noch groß erklärt hat, die Ausbildung für sich selbst machen zu wollen –
und die diesen Plan dann schon vier Wochen später über den Haufen warf, weil das Angebot, Karenzvertretung in einem Yogastudio sein zu dürfen, doch spannender war als dieses für mich selbst.

Die ersten Wochenenden waren unglaublich spannend –
wir durften geniale Menschen kennenlernen, die uns als Gastlehrende unterrichteten, wir erfuhren an jedem einzelnen…

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mal was neues.

man soll die dinge, die man liebt, voneinander trennen.
in meinem fall: schreiben und yoga.

denn all jene, die hier seit jahren mit.lesen, sind nicht hier um zu yogieren –
sondern um zu lesen.

aber hey:
wer gern liest und yogiert, dem möchte ich heute meinen yogawheel.blog ans herz legen –
rollt eure matte aus und macht einfach mit.
oder lest einfach ein bisschen, schaut euch die fotos an …
ganz wie ihr wollt.

ich freu mich auf euch!

#namaste!

weil respekt auch im yoga wichtig ist. (#kolumne)

nicht einmal mehr ein monat, dann ist das yoga.teacher.training geschichte. dann halte ich (hoffentlich) mein zertifikat in händen und kann anderen menschen meine liebe zum yoga weitergeben. und auch wenn ich vor der abschluss.prüfung keine angst habe, so kann es … Weiterlesen

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