free writing – eine schreib.übung zum loslassen

die haus.aufgabe der letzten schreib.werkstatt war free writing
also freies schreiben ohne pause, ohne nachzudenken, man lässt einfach raus, was raus muss …
und wenn man gerade nicht weiß, was man schreiben soll, dann malt man wellen.linien, damit der stift niemals das papier verlässt.

wie das aussehen kann?
so etwa:

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

dieses freie schreiben setzt oft gedanken frei, die man in sich verborgen hält, und ist deswegen meist sehr persönlich.

wer tagebuch schreibt (oder früher geschrieben hat), kennt das wahrscheinlich:
man schreibt einfach so dahin, was einem gerade einfällt, und nach einer gewissen zeit hat man sich alles belastende von der seele geschrieben.
das kann gerade dann sehr inspirierend sein, wenn man von einer schreib.blockade am schreiben gehindert wird –

einfach so dahinschreiben und die seele reinigen lässt die kreativität wieder fließen.

genau das möchte ich in der schreib.werkstatt erreichen:
die kreativität fließen lassen, neues ausprobieren –
und erkennen:

ich muss vor dem schreiben keine angst haben, denn schreiben kann sehr befreiend sein. 

und wenn mir das geschriebene nicht zusagt, dann zerknüll ich den zettel und schmeiß ihn weg.
oder verbrenn ihn.
basta!

stunden.rücklick. #schreibwerkstatt

die erste stunde ist vorbei –
und ich muss sagen:
schön war’s wieder.

viele bekannte gesichter, ein paar neue, und ein sehr nettes klima in der stunde –
so lässt es sich arbeiten!

in der ersten stunde haben wir ein abecedarium erstellt, allerdings aus den buchstaben unserer namen.
das sieht zum beispiel so aus:

S stephen king
Y yoga
B bücher
I ideen
L lesen
L lustig
E ebner-eschenbach

danach haben wir analysiert, welche schreibtypen es gibt, und uns gedanken darüber gemacht, warum wir was für wen schreiben. das ist sehr wichtig, wenn man mit den eigenen texten jemanden erreichen will.
dann haben wir versucht, einem satz aus fünf wörtern eine neue bedeutung zu geben, indem man jeweils nur ein wort ändert –
über mehrere sätze hinweg.
das könnte so aussehen:

er mag das kalte wetter.
er hasst das kalte wetter.
er hasst das kalte gulasch.
sie hasst das kalte gulasch.
sie liebt das kalte gulasch.

und ich hab wieder einmal betont, wie wichtig korrekte schreibung ist –
rechtschreibung, grammatik und zeichensetzung.
denn wir alle kennen ja den satz ‚wir essen opa‘, der alles sein kann zwischen familienkomödie und horror mit kannibalistischen zügen –
je nachdem, wo wir den beistrich setzen. 

ich find es nämlich nicht erstrebenswert, dass man einfach so dahinschreibt, wie es einem einfällt, und unter den text folgenden satz setzt:
wer fehler findet, darf sie behalten.
wie ein text bei anderen ankommt, hängt nämlich auch davon ab, wie lesbar er ist –

unt zu sagän, ich schreip wi ich wil, so pin ich ebenn, ißt zwar amüssant, aber auch ein bischen dof.

*

natürlich gibt’s in auch in diesem kurs wieder hausaufgaben. die erste ist eine sehr effektive schreibübung für alle jene, die nicht wissen, wie sie beginnen sollen, und nennt sich free writing.
dazu setzt man sich an den tisch, nimmt papier und einen stift zur hand, überlegt sich, wie lange man schreiben möchte –
und dann schreibt man.
was einem gerade einfällt, ohne wenn und aber, ohne abzusetzen …
und wenn einem gerade nichts einfällt, dann malt man wellen.linien aufs papier.

manchmal entstehen so wirklich tolle text.ideen, ideen, die einem unter normalen umständen gar nicht gekommen wären.
und manchmal ist diese übung auch befreiend, etwa wenn uns dinge belasten, dann kann es sehr hilfreich sein, sich diese einfach von der seele zu schreiben.

ich bin schon gespannt, welche texte auf diese art entstehen werden.
#GutSchreib allerseits!