die zeiten haben sich geändert. (#kolumne)

wir leben in einer komischen zeit. einer zeit, die man am besten durch das internationale wort des jahres 2016 beschreiben kann: post.faktisch. der gesunde haus.verstand scheint ausgestorben, was zählt sind persönliche meinungen und argumente, die nur auf den ersten blick … Weiterlesen

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nehmt Euch in acht vor den vampiren! (#kolumne)

nehmt euch in acht, leute, passt auf euch auf, da draußen treibt sich eine gefährliche spezies herum, die es nur auf eines abgesehen hat:
eure energie!

diese spezies tarnt sich als freund oder freundin, lächelt anfangs an den richtigen stellen, freut sich über männer.treffen und frauen.gespräche, diskutiert gern sämtliche große und kleine probleme aus (vorzugsweise die eigenen) und scheut nicht davor zurück, ständig kleine nadeln in form von vorwürfen auszusenden – man kennt sie unter dem namen energie.vampire.

das fiese an dieser art mensch?
sie wälzen sämtlichen emotionalen müll auf andere ab, erzählen unwichtigste begebenheiten immer und immer wieder, bis sie zu massiv erscheinenden problemen werden, beschweren sich über jede kleinigkeit, übernehmen aber seltenst verantwortung – und selbst der versuch, etwas positives beizusteuern, wird im keim erstickt, denn alles positive wird mit noch mehr negativem zerstört.

offenbar sind solche menschen ein mittlerweile recht großes problem, nicht umsonst gibt es etliche websites, die sich mit diesem thema beschäftigten, nicht umsonst besuchen menschen psycho.therapeut/innen, um sich von den blut.saugern frei zu machen.
dort lernt man dann dinge wie
begegne diesen menschen niemals allein, denn in der gruppe verlieren sie ihre kraft,
oder
gib ihnen eine chance  – aber nur eine, um dich selbst zu schützen,
oder
halte abstand.

doch all das wissen wir ja eigentlich.
und es fällt uns auch nicht schwer – solange es sich bei dem vampir nicht um einen guten freund oder eine liebe freundin handelt.
denn dann sieht die sache ganz anders aus.
dann versuchen wir, den menschen zu retten, ihm zu helfen, ihm zu zeigen, wie wunderbar das leben sein kann – und scheitern.
dann wälzen wir seine probleme, als wären es unsere eigenen, vergessen darüber unser eigenes leben ein kleines bisschen, bieten lösungs.vorschläge für probleme, die weder groß noch unsere eigenen sind – und scheitern wieder.

irgendwann erkennen wir dann, dass wir uns los.lösen müssen, dass der andere gar nicht möchte, dass ihm geholfen wird, dass er sich wohlfühlt in all seinen problemen, weil er sich darüber definiert, weil er so etwas zu erzählen hat – und es immer und immer wieder um ihn selbst geht.

und das gemeine an der sache:
wenn man sich von diesen vampiren zu entfernen versucht, egal wie liebevoll, hagelt es vorwürfe, bricht streit aus, werden gemeinheiten ausgepackt, und man weiß plötzlich nicht mehr, wieso man eigentlich ständig für den anderen da war und wieso man akzeptiert hat, all die zeit über so wenig zurückzubekommen.

denn nur so kann man geben:
wenn man auch mal was zurückbekommt.
gar nicht andauernd, sondern manchmal, hin und wieder, dann, wenn es einem selbst mal nicht so gut geht.
mehr erwartet man ja gar nicht.

das klappt so aber nicht –
denn meistens bekommt man nichts.
gar nichts.
und dann steht man da, mit den problemen eines anderen, die derjenige aber gar nicht lösen möchte, und  bekommt vorwürfe, weil man dieses spiel nicht mehr mitspielen will.
ein teufels.kreis.

aber ich sag euch eines:
ich mach da nicht mehr mit.
ich geh jetzt in den laden, kauf mir knoblauch, hol mir weih.wasser und schapp mir das kruzifix von der wand –
und sag euch den kampf an!

denn das leben ist schön!
das leben ist lebens.wert!
und all die probleme, die ihr zu haben glaubt, sind oft gar nicht so groß, wie sie scheinen –
sie gewinnen erst an macht, weil ihr ihnen mit worten immer wieder macht verleiht.

aber ich sag euch was:
ich mach da nicht mehr mit!

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

fremde freunde. (#kolumne)

anfangs ist man allein mit seinem wahn.

manche tolerieren ihn, andere belächeln ihn, wenige teilen ihn.
wohin mit der freude über den wahn,
mit wem darüber reden,
wem stolz die fotos zeigen –
und vergebens auf die begeisterung warten?

also hinein in ein soziales netz.werk –
und menschen suchen, die den selben wahn teilen.
die mit.reden, fotos bewundern, selber welche machen und genau.so wahn.sinnig sind wie man selbst.
gibt es die denn?
ja, die gibt es.

und nicht mal wenige!
schon innerhalb weniger tage finden sich menschen, die dem virtuellen verein beitreten möchten.
menschen, die verstehen, wie es ist, wenn eine unscheinbare knospe zu einer strahlenden schön.heit wird.
menschen, die ebenso auf nadeln sitzen, wenn sich ein kleiner trieb zeigt, wie man selbst –
ist es eine wurzel?
oder gar eine blüte?
was kann es sein?

es sind menschen, die man nicht persönlich kennt.
fremde, von denen man nicht weiß, wie sie sprechen.
man kennt nicht die art, wie sie schauen.
oder die speisen, die sie am liebsten genießen.

und doch sind es keine fremden mehr.
denn man kennt die pflanzen, die sie haben.
man kennt die worte, die sie gerne verwenden.
und man hat eine ahnung davon, wie sehr sie sich freuen, wenn die kleine knospe dann eine blüte wird.

schön ist das.
danke.

***

© Sybille Ebner - sinn.wort.spiel.

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

 

 

 

 

 

 

 

so fern. und doch so nah. (#kolumne)

jahre muss es her sein.
äonen gar.
ich kann mich gar nicht mehr erinnern –
wann hab ich den ersten ein.trag hier geschrieben?
und wann kamen die ersten leser/innen?

ich weiß es nicht mehr.
und ich bin zu faul, um nachzuschauen, denn –
darum geht es gar nicht.

ich wollte einfach mal danke sagen.
danke an die mittler.weile wirklich vielen menschen, die hier mit.lesen.
danke an all die mit.blogger/innen, die hier sagen:
gefällt mir.
danke an all jene, die den seltenen, aber doch manchmal auftretenden bitten nachkommen –
wie zuletzt, als ich test.leser/innen gesucht und auch gefunden habe.
oder wenn es darum geht, einer blog.parade leben einzuhauchen.

manche von Euch kenne ich persönlich.
andere wiederum nur namentlich.
die meisten gar nicht.
aber das macht nichts.

ich weiß, dass es Euch irgendwo da draußen gibt.
so fern –
und doch so nah.

und das macht mich froh.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com