Kinder der Erde | Karoline Heindl

Wir erschaffen uns immer wieder eine neue Gegenwart mit all den Erfahrungen aus der Vergangenheit!
Wir Menschenkinder sind auch Kinder des Universums, haben die Fähigkeit, unser Sein täglich neu zu gestalten, denn wir befinden uns im Fluss des Lebens, der laufend seine Richtung ändert.

Wir Kinder der Mutter Erde, die ein Juwel im Universum ist, sind verbunden mit allem, was ist und je sein wird, wir sind für sie verantwortlich.
Wir sind nicht nur unser Körper, unsere Gedanken und unser Atem, wir sind unsterbliche Seelen, sind Mitschöpfer im Universum, und tragen auch Verantwortung für unseren Heimatplaneten.
Auch wenn es Zerstörung gibt, entsteht immer wieder etwas Neues! 
Genieße alles voller Dankbarkeit, was sie uns an Schönheiten schenkt, und alles, was schmeckt. 
Besondere Energiegewalten, die auch in uns wirken, aus Erde, Feuer, Wasser und Luft, gestalten unser Verhalten. 
Viele Geschichten, Märchen und Sagen erzählen uns wundervolle Geschichten über die besonderen Schätze der Natur und ihre Geheimnisse –
ohne diese elementaren Naturkräfte gäbe es kein Leben auf diesem schönen Planeten.

All diese vielen bunten Geschichten und Sagen über heilende Quellen, Nixen, Zwerge, Elfen, Riesen, Naturgeister und Salamander entführen mich wieder in das Reich meiner Kindheit, in der ich nur an das Gute glaubte, an Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, die nicht hungern müssen, keine Kriege führen, und die die Schönheiten der Erde mit ihren besonderen Energieformen und den Reichtum der Natur schätzen und bewahren.

***

Dieser Text entstand in der Schreibwerkstatt 2019.
Danke dafür!

von den kleinen dingen. (#kolumne) (#ytt)

zwanzig kleine gesichter sehen mich erwartungs.voll an. zwanzig kleine gesichter, die nicht genau wissen, was auf sie zu.kommt – außer der tat.sache, dass mein für sie überraschender besuch eine aus.zeit vom schnöden schul.alltag bedeutet. wir sitzen im sessel.kreis und sprechen … Weiterlesen

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schwere zeiten kommen auf uns zu. (#kolumne)

dieser satz klingt immer wie eine floskel, wie etwas, das die dorf.ältesten in schlechten filmen sagen, kurz bevor was.auch.immer losgeht.
ein satz, den man im echten leben irgendwie kaum sagt –
und dennoch ist dieser satz richtiger denn je.

in zeiten, in denen hass.postings das internet überfluten und jede/r glaubt, bei allem ein recht auf ihre/seine oft straf.rechtlich relevante meinung zu haben und diese auch öffentlich kundtun zu dürfen, in diesen zeiten sollte man meinen, dass die menschen im analogen leben respekt.voll miteinander umgehen würden, dass sie ihre kinder zu mehr freundlichkeit erziehen würden, oder zumindest selbst versuchen, freundlicher zu sein, weniger harsch, weniger gemein.
be kind … um es mit den worten eines menschen zu sagen, bei dem ich einen tollen yoga.workshop genießen durfte.

aber es ist verdammt schwer, immer kind zu sein, den anderen ständig zu vergeben.
es ist auch verdammt schwer, die innere seherin lächeln zu lassen, wenn das gesicht damit beschäftigt ist, nicht zu weinen –
oder zumindest die fassungslosigkeit nicht zu sehr nach außen dringen zu lassen.

ein bei.spiel:
töchterlein kommt aus der schule nach hause –
um fassung ringend, den tränen nahe.
die mutter ihrer freundin hätte gesagt, sie würde mich (ihre mama) nicht vertrauens.würdig und es besser finden, wir wären nicht am leben.
nun kann diese geschichte stimmen oder nicht –
ich weiß genau, wie gern kinder sich etwas ausdenken, manchmal die ärgsten dinge.
eines der beiden mädchen hat also vielleicht.wahrscheinlich gedichtet … oder wiedergegeben, was die mama gesagt hat.
bleibt nur eins: der weg in die offensive, um das zu klären.
doch die antwort auf das nett formulierte sms mit der bitte, die geschichte doch zuhause zu besprechen und vielleicht gemeinsam aus der welt zu schaffen, verpufft im nichts – als antwort kommt nur eine weitere gemeinheit.
und die erkenntnis: der apfel fällt wohl wirklich nicht weit vom stamm –
und es hat wohl keins der mädchen gelogen.

ein anderes bei.spiel:
ein privates fest in einem lokal.
am neben.tisch eine runde nicht mehr ganz junger damen, die wie einst back.fische durchgehend schrill kichern und mehrere stunden lang nichts anderes machen, als die gespräche der umsitzenden personen zu verfolgen und laut.stark darüber zu lachen, oder den kleidungs.stil der anwesenden frauen zu bekritteln und hämisch auch darüber zu lachen.
dass sie selber weder schönheits.königinnen noch in männlicher begleitung sind und sich den ganzen abend auch nur ein einziger kerl zu ihnen an den tisch gesellt, obwohl sie so offensichtlich um aufmerksamkeit heischen, ist wohl zugleich ursache und symptom –
und tut dennoch weh.
ja, es ist unangenehm, genau zu wissen, dass sie auch über meine kleidung lachen, über meine frisur, dass sie meinen job wohl lächerlich machen und dabei nichts dringender brauchen würden als eine runde inner peace und ein lächeln, das aus der seele kommt.

wieso können menschen sich nicht einfach akzeptieren, wie sie sind – sich selbst und alle anderen?
wieso darf man selbst niemanden kritisieren, muss sich aber jede kritik gefallen lassen?
und wieso glauben menschen, dass sie ein recht haben, andere warum.auch.immer schlecht zu machen und auszulachen?

ich weiß es nicht.
ich weiß nur eins:
in solchen situationen tut sich meine innere seherin verdammt schwer, da möchte sie schreien und brüllen und die menschen an den schultern packen und schütteln.

doch stattdessen lächle ich, immer breiter, und freue mich darüber, dass ich so nicht sein muss.
ich muss niemanden auslachen, um mich gut zu fühlen.
ich muss niemanden schlecht machen, damit ich das gefühl habe, besser zu sein.
aber ich darf jeden morgen die augen öffnen und einen menschen sehen, der mich so liebt, wie ich bin – vielleicht gerade deshalb, weil ich nicht alle anderen ständig lächerlich mache.
ich darf abends meine wunder.baren kinder gute.nacht.küssen – und weiß genau, dass auch die mich lieb haben, weil ich zu ihnen stehe und keine abgrund.tief bösen dinge über andere menschen sagen muss, damit sie mich toll finden.

und dann, später, stelle ich mich auf meine yoga.matte, gemeinsam mit ein paar anderen, und sehe die freude in deren gesichtern, fühle die verbindung, die zwischen uns herrscht, das glück und die freude –
und wie von selbst zaubert meine innere seherin ein lächeln auf meine lippen, in mein herz.

auch wenn es manchmal wirklich verdammt schwer ist –
aber sie schafft es immer wieder.

vielleicht sollten mehr menschen ihre/n innere/n seher/in finden und ein lächeln zulassen –
dann gäb’s bestimmt weniger hass und hetze …
auch im internet.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

 

und wer hat das erlaubt? (#kolumne)

in sozialen netz.werken sind sie ja der renner –
bildchen mit meist schlechter grafik und folgendem inhalt:

wir haben unsere kindheit ohne play.station und handy überlebt, wir haben noch täglich draußen gespielt und im regen getanzt, wir wissen, wie sauer.ampfer schmeckt und was mucke.fuck ist.

stimmt. alles davon.
ich hatte kein handy, um mama zu sagen, wo ich mit wem bin, was ich gerade tue und noch tun werde, ich hatte auch keinen laptop, um im internet zu surfen (das es damals so ja noch gar nicht gab) und ich musste, nein, ich durfte auch im winter mit dem fahr.rad in die schule fahren.
ich hatte aber immer klein.geld in der tasche, weil mama trotzdem angerufen werden wollte, ich hab stunden.lang mit freund/innen in den fern.seher geschaut, auch bei sonnen.schein, und konnte mich vormittage lang am tele.shopping.kanal erfreuen – auch wenn wir nie was bestellt haben.
und ich hatte jeden winter wochen.lang husten – minus zwanzig grad sind auf dem fahr.rad halt doch ein wenig frisch.

was also war früher anders?
vielleicht gar nichts?
vielleicht hat sich nur das medium geändert? das gerät, das wir benutzen?

ist es besser, fernzusehen als im internet zu surfen?
wohl kaum –
denn es kommt immer darauf an, was man anschaut oder wo man surft.
ist es besser, tele.shopping zu schauen als im internet zu shoppen?
das ganz bestimmt nicht.
und ob ich mama mit dem handy oder aus der telefon.zelle anrufe, macht im grunde auch keinen unterschied.

was aber einen echten unterschied macht, sind die eltern.
wer in den dreißigern ist, kinder hat und solche bildchen verbreitet, der sollte mal über folgendes nach.denken:

wer hat es in der hand, was die eigenen kinder tun? zumindest, wenn sie noch jünger sind, wenn man als eltern noch die chance hat, ihnen den rechten weg zu weisen.
während papa auf face.book bildchen teilt, surft junior am handy im internet.
während mama online shoppt, schaut junior in den fern.seher.
und wenn die eltern nie sauer.ampfer kochen, woher sollen die kinder wissen, wie der schmeckt?

nein, früher war nicht alles besser, denn –
es ist auch heute noch gut.
man muss es einfach gut sein lassen.

darauf gönn ich mir jetzt einen mucke.fuck.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com