so viele elfchen, danke!

Corona
cineastischer Virus
oft im Film gesehen
jetzt Realität geworden
ernüchternd

(danke, mondstein!)


Corona
leere Straßen
angsterfüllte Menschen
alleine in der Welt zurückgelassen
Horrorvorstellung

(danke, sonnenschein!)


Quarantäne
einsame Leere
zwei Zimmer, Bad
alleine, leise, besinnen, hoffen
Stärke

(danke, renate!)


Krankheit
alte Menschen anstecken
zu Hause bleiben
Angst vor Corona
Zukunft

(danke, funki!)


Allein
Einsamkeit leben
Unsichtbares wird sichtbar
Im Fallen wachsen Flügel
Vertrauen

(danke, renate!)


Seuche
spannende Verschwörungstheorien
soll doch glauben wer will
Stillstand genießen
weiterleben

(danke, anneliese!)


schützend
die Maske
in modischen Farben
passend zu meinen Kleidern
vonnöten

(danke, brigwords!)


Angst
Große Augen
Sie sind süß
Es gibt sie nicht
Leider

(danke, lena!)
((lena ist 8 jahre alt, ihr thema war monster.))


Freude
glücklich sein
meilenweit nur Euphorie
tagelange Trauer wie vergessen
Heiterkeit

(danke, lisa!)
((lisa ist 12 jahre alt, ihr thema war liebe.))


*


dies sind nicht meine elfchen, sondern die einreichungen des elfchen.contests,  das thema war coronavirus
vielen dank!

 

elfchen.contest | #schreibwerkstatt

auch diese woche gab’s natürlich keine schreib.werkstatt, wir sind noch immer alle zuhause –
und langsam, ganz langsam, gewöhnen wir uns daran, dass das leben langsamer läuft, ruhiger, dass wir mehr zeit haben –
ob wir wollen oder nicht.

gerade in solch tristen zeiten lassen sich wunderbare texte zu papier bringen –
texte voller emotionen, voller gedanken, die wir uns im stressigen alltag niemals machen würden.

deswegen rufe ich den elfchen.contest ins leben!
elfchen sind ein toller einstieg in die lyrische welt, ganz nach dem motto weniger ist oft mehr, denn ein elfchen besteht aus nur elf worten, die sich auf fünf zeilen verteilen, nach folgendem schema:

herbstzeit                                            (1 wort, nomen oder adjektiv)
goldenes licht                                     (2 worte, adjektiv und nomen)
blätter leuchten warm                      (3 worte, wer, was, wie, wo)
fallen langsam zu boden                   (4 worte, persönliche gedanken, beobachtung)
schön                                                   (1 wort, fazit)

das thema liegt eigentlich auf der hand, oder?
alles, was mit dem neuen coronavirus zu tun hat.

schreib ein elfchen und schick es mir dann über das kontaktformular hier unten –
ich veröffentliche dann kommende woche alle eingetroffenen elfchen.

alles liebe, bleib gesund (und bleib daheim!) –
und gut schreib!

* * *

blackout.poetry, die zweite | #schreibwerkstatt

da diese woche coronabedingt keine schreib.werkstatt stattfinden konnte, gibt’s für alle, die trotzdem etwas schreiben möchten, eine kleine übung.

zeit haben wir ja alle genug momentan –
wer also nicht aus der übung kommen möchte, könnte diese lyrische aufgabe probieren.

hier sieht man, wie das ergebnis aussehen könnte –

wir machen aus worten, die auf den seiten eines buches vorkommen, etwas neues:
ein gedicht, einen spruch, eine neue geschichte.

es hilft, wenn man als erstes die ganze seite laut vorliest, weil sich dann oft dinge herauskristallisieren –
worte, die besonders auf uns wirken, oder reime, die uns erst durchs laut vorlesen auffallen.

wir nehmen diesmal alle dieselbe seite, und zwar eine aus das hässliche junge entlein von hans christian andersen.

Klick hier, druck dir die seite aus und leg los.

gutes gelingen –
und bleib gesund!

 

stunden.rücklick. #schreibwerkstatt

die erste stunde ist vorbei –
und ich muss sagen:
schön war’s wieder.

viele bekannte gesichter, ein paar neue, und ein sehr nettes klima in der stunde –
so lässt es sich arbeiten!

in der ersten stunde haben wir ein abecedarium erstellt, allerdings aus den buchstaben unserer namen.
das sieht zum beispiel so aus:

S stephen king
Y yoga
B bücher
I ideen
L lesen
L lustig
E ebner-eschenbach

danach haben wir analysiert, welche schreibtypen es gibt, und uns gedanken darüber gemacht, warum wir was für wen schreiben. das ist sehr wichtig, wenn man mit den eigenen texten jemanden erreichen will.
dann haben wir versucht, einem satz aus fünf wörtern eine neue bedeutung zu geben, indem man jeweils nur ein wort ändert –
über mehrere sätze hinweg.
das könnte so aussehen:

er mag das kalte wetter.
er hasst das kalte wetter.
er hasst das kalte gulasch.
sie hasst das kalte gulasch.
sie liebt das kalte gulasch.

und ich hab wieder einmal betont, wie wichtig korrekte schreibung ist –
rechtschreibung, grammatik und zeichensetzung.
denn wir alle kennen ja den satz ‚wir essen opa‘, der alles sein kann zwischen familienkomödie und horror mit kannibalistischen zügen –
je nachdem, wo wir den beistrich setzen. 

ich find es nämlich nicht erstrebenswert, dass man einfach so dahinschreibt, wie es einem einfällt, und unter den text folgenden satz setzt:
wer fehler findet, darf sie behalten.
wie ein text bei anderen ankommt, hängt nämlich auch davon ab, wie lesbar er ist –

unt zu sagän, ich schreip wi ich wil, so pin ich ebenn, ißt zwar amüssant, aber auch ein bischen dof.

*

natürlich gibt’s in auch in diesem kurs wieder hausaufgaben. die erste ist eine sehr effektive schreibübung für alle jene, die nicht wissen, wie sie beginnen sollen, und nennt sich free writing.
dazu setzt man sich an den tisch, nimmt papier und einen stift zur hand, überlegt sich, wie lange man schreiben möchte –
und dann schreibt man.
was einem gerade einfällt, ohne wenn und aber, ohne abzusetzen …
und wenn einem gerade nichts einfällt, dann malt man wellen.linien aufs papier.

manchmal entstehen so wirklich tolle text.ideen, ideen, die einem unter normalen umständen gar nicht gekommen wären.
und manchmal ist diese übung auch befreiend, etwa wenn uns dinge belasten, dann kann es sehr hilfreich sein, sich diese einfach von der seele zu schreiben.

ich bin schon gespannt, welche texte auf diese art entstehen werden.
#GutSchreib allerseits!

 

eine geschichte voller haupt.wörter. | #schreibwerkstatt

im oktober geht sie wieder los, die schreibwerkstatt.
ich freu mich wirklich schon sehr darauf …
und möchte deshalb darauf aufmerksam machen, dass noch zwei bis vier plätze frei sind.
wir haben wirklich lustige aufgaben gemacht und beeindruckende texte geschaffen …

drum frag ich heute:
wer will nochmal, wer hat noch nicht?

sinn.wort.spiel.

die fassade? ein traum!
der garten? ein hingucker –
kirschbäume, pfingstrosen, gemüsebeete, jacuzzi.
keller, rumpelkammer, dachboden: chaos!
die zimmer? der horror!
staubflusen, wasserflecken, schimmelbefall.
rattenalarm!

kaufvertrag?
nein!

* * *

diese woche lautete die haus.aufgabe in der schreibwerkstatt:
schreib einen text, der ausschließlich wörter enthält, die einen artikel haben –
und der einen sinn ergibt.

das ist meine idee dazu.

*

(wichtig bei solchen text.spielereien ist die formatierung: wenn es kein wort.salat werden soll, muss das layout dem text den nötigen sinn verleihen.)

Ursprünglichen Post anzeigen

adieu, lieber text, mach’s gut! #AusGründen

meine texte sind ein teil von mir.

in jedem einzelnen stecken tausende gedanken, eine menge arbeit und so richtig viel herz.blut.
nicht jeder text ist toll, viele sind nicht mal gut –
und manche sind so schlecht, dass sie niemals das licht der welt erblicken, sondern im ewigen dunkel dicker notiz.bücher gefangen bleiben.
ein paar aber erfüllen mich mit stolz, zaubern mir ein lächeln ins gesicht.
wirklich? das hab ich geschrieben?
denk ich mir dann und freu mich, dass mir etwas schönes gelungen ist.

wenn der text dann die welt erobern darf, freu ich mich über feedback.
nette nachrichten von menschen, die einen text gut fanden, die mir schreiben, dass sie sich in dem text erkannt haben, dass er sie im herzen trifft.
oder dass sie einen text nicht gut fanden, dass sie keine ahnung haben, was sie davon halten sollen, dass er an ihnen vorbeirauscht und keine spuren hinterlässt.
aus solchen nachrichten ergeben sich immer spannende diskussionen mit oft fremden menschen, meistens lerne ich sehr viel daraus und überdenke, was ich wie und warum geschrieben habe.
oder auch nicht –
je nachdem.

kritik ist nämlich wunderbar, öffnet neue perspektiven und lässt uns unbekannte wege beschreiten –
wenn sie auf wertschätzende weise präsentiert wird, von menschen, die wissen, was sie da kritisieren.
wer selbst schreibt, weiß, wie schwer es sein kann, von einem text abschied zu nehmen, ihn loszulassen und auf seine reise zu schicken –
und in kauf nehmen zu müssen, dass nun jede/r diesen text bewerten wird, vollkommen egal, auf welcher grundlage.
meist versuche ich, solche dinge auszublenden.
doch das ist schwer –
denn gerade die, die einfach mal drauflos kritisieren, sind laut und wild und gar nicht nett …
mit dem unangenehmen neben.effekt:
die kritik bringt mich nicht weiter, raubt mir aber meine ruhe, weil man sich die kritik doch zu herzen nimmt.

wenn ihr also das nächste mal einen text lest –
oder einen song hört, ein selbst genähtes kleidungsstück seht –
dann atmet dreimal tief durch und überlegt:
muss ich’s wirklich belächeln und verbal zerreißen? oder formulier ich meine kritik so, dass mein gegenüber etwas damit anfangen kann?

denn egal ob es sich um einen text, einen song oder ein kleidungsstück handelt:
all diese dinge sind teil von uns –
wenn ihr dieses teil belächelt, belächelt ihr auch uns.

#SeidLiebZueinander!

Warten | Heike Genzel

Ich glaube, sagst du
in die Stille zwischen uns
mit deiner leisen Stimme,
bald kommt mein
Himmel auf Erden.
Die Zeichen deuten darauf hin.

Zuvor hast du lange geschwiegen.
Dein Schweigen ist mir vertraut,
und auch deine Worte
überraschen mich nicht.

Welche Zeichen, frage ich
und blicke in deine sanften Augen.
Kreise, erwiderst du,
Kreise und Dreiecke.

Kreise und Dreiecke?
Das Dach eines Hauses
bildet ein Dreieck, erklärst du
mir und schweigst wieder.
Die Kreise erwähnst du nicht.

Ich weiß nicht, was dir
damals passiert ist.
Niemand sagt mir etwas,
aber ich ahne es.

Manchmal steigt Zorn auf
deinen Vater in dir auf.
Es muß alles aufgedeckt
werden, rufst du dann
in großer Erregung.

In diesen Momenten
wünsche ich, ich könnte
mehr für dich tun als
dir meine Freundschaft
zu geben.

Aber wie kann ich das,
wenn selbst Ärzte nicht mehr
für dich tun können, als
deine zerbrochene Seele
mit Tabletten zu bandagieren.

Tag für Tag, Monat für
Monat, Jahr für Jahr.
Du bist ein gutaussehender
Mann mit freundlichem Wesen.
Aber nie wirst du das Verlangen
eines Mannes spüren, nie eine Freundin,
nie Kinder haben.

Eine freundliche Farbe, bei
der man sich wohlfühlt,
wenn man sie anschaut,
kann auch ein Zeichen sein,
höre ich dich in
meine Gedanken hinein.

Wann kommt dein
Himmel auf Erden?
Du zuckst die Schultern.
Ich weiß es nicht, aber
dann beginnt ein neues
Leben, sagst du
voller Zuversicht.

Lässt du mich wissen,
wenn dein Himmel auf Erden
gekommen ist, bitte ich.
Ja, versprichst du
mir ohne Zögern.

Du schenkst mir dein
kurzes, seltenes Lächeln.
Ich lächle zurück und
glaube für einen Augenblick,
dass dein Himmel auf Erden
kommen wird.

* * *

Dieser Text entstand in der Schreibwerkstatt 2019.
Danke dafür!

*
Mehr lesen von der Autorin? Hier entlang bitte.

werken in der schreib.werkstatt | #schreibwerkstatt

in der gestrigen schreib.werkstatt wurde anfangs wild gelogen, gab es doch etliche lügen.gedichte vorzulesen.

interessanterweise fiel es niemandem besonders schwer, über sich selbst lügen.geschichten zu erfinden –
diese in lyrische form zu bringen war die eigentliche herausforderung.
aus dieser erkenntnis ergab sich eine spannende diskussion:
was am gedicht.schreiben macht angst, was am schreiben generell kann probleme bereiten?
um all diese gedanken einmal aufzuschreiben, erstellten wir dann eine so genannte mind map, eine gedanken.karte.
mind maps eignen sich immer dann, wenn man mal ansteht, wenn man nicht weiterweiß, ganz egal bei welchem thema.

die gestrige mind map zum thema schreiben sah so aus:

 

und weil wir dann schon so im thema das schreiben und die probleme damit drin waren, lag die nächste aufgabe eigentlich auf der hand:
reg dich auf!

bei dieser übung geht es darum, sich mal so richtig aufzuregen, ohne wenn und aber, einfach losschreiben und rauslassen, was nervt, zu einem thema nach wahl.
bei uns war es:
was ist blöd am schreiben, was nervt einfach nur, was klappt irgendwie überhaupt nicht und macht nur probleme –
und warum trau ich mich manchmal gar nicht, das alles aufzuschreiben und rauszulassen?
klingt komisch, hilft aber total, vor allem dabei, das eigene eis zu brechen, das uns manchmal am schreiben hindert.

ich muss gestehen:
das war wirklich spannend.
so viele neue gedanken und zugänge zum thema die probleme mit dem schreiben
toll.

auch aus diesen übungen ergaben sich wieder angeregte diskussionen –
ganz wunderbare, in denen teilnehmer/innen ihre gedanken ganz offen formulierten und sich gegenseitig mit tipps halfen.

die haus.aufgabe fürs nächste mal ist übrigens folgende:
schreib einen text über die sommerhitze, in dem sich kein verb wiederholen darf.
e
s darf also kein tun.wort zwei mal vorkommen.

ich bin schon gespannt, auf welche ideen die kreativen köpfe in der schreib.werkstatt diesmal wieder kommen werden.

* * *

warum ich das immer alles zusammenfasse?
vor allem, damit es jene teilnehmer/innen nachlesen können, die nicht dabei sein konnten –
aber natürlich auch, weil es für andere spannend sein könnte:
schreiben ist ja was wunderbares!

 

ein lügen.gedicht über mich | #schreibwerkstatt

morgens
bin ich müde und matt
schwach
würde mein vater sagen

mittags
bin ich vom leben gezeichnet
verbraucht
würde mein vater sagen

abends
bin ich traurig und allein
einsam
würde mein vater sagen

mein leben ist ein einziger scherbenhaufen

* * *

dies ist meine idee zur letzten haus.aufgabe in der schreib.werkstatt:
schreib ein gedicht über dich selbst, in dem nichts stimmt –
und diesmal ist es auto.biografisch.

 

 

ein lügen.gedicht über mich | hausaufgabe | #schreibwerkstatt

die letzte haus.aufgabe in der schreib.werkstatt ist ein wenig verrückt:
schreib ein gedicht über dich selbst, in dem nichts stimmt.
das gedicht darf sich, muss sich aber nicht reimen, und sollte in lyrischer form daherkommen.
was das bedeutet?
naja, das herauszufinden ist unter anderem sinn der aufgabe.

das klingt schräg, ich weiß, ist aber extrem spannend:
einerseits, weil gedichte schreiben immer so eine sache ist –
andererseits, weil man dabei wirklich nachdenken muss und so eine menge über sich selbst lernt.
und das schadet ja bekanntlich nie.

* * *
ich bin dann mal dichten.