wie man eine #kolumne schreibt.

spannend.

wie man eine kolumne schreibt
lese ich – und nicht nur in einem online.forum, nein, eine wahre flut an anleitungen zu diesem thema ist zu finden.
vergessen ist der grund, warum ich überhaupt nach kolumne schreiben gesucht habe –
viel.mehr stehe ich nun vor der frage:
warum, in.drei.teufels.namen, brauche ich überhaupt eine anleitung, wie man eine kolumne schreibt?
schreibt man eine kolumne denn nicht deshalb, weil man etwas zu sagen, pardon, zu schreiben hat?
weil einen die lust, mal wieder die eigene meinung kundzutun, überkommt?

oder sitzen da draußen wirklich menschen, die sich denken –
ich schreib jetzt ein kolumne, das ist irre hip, ich fühl mich dann wie carrie bradshaw, total angesagt. ähm, was ist eigentlich eine kolumne, und herrgott.nochmal, wie schreibt man eine kolumne?

ich stelle mir vor, wie diese menschen vor ihren computern sitzen, vielleicht sogar an kleinen bunten und total hippen apfel.rechnern, in einem straßen.café, ganz nach dem vorbild besagter frau bradshaw.
mit verengten augen, gekräuselter stirn, die brille schwebt ein stück weit über dem haar.ansatz, eine it.bag hängt über der lehne des stuhls.

greifen Sie ein aktuelles thema auf.
erarbeiten Sie die schwachpunkte.

überraschen Sie die leser und innen.

fassen Sie sich kurz, es ist ja eine zeitungs.kolumne.
bearbeiten Sie schwere themen locker und leicht.
bringen Sie immer eine überraschende pointe.
es macht sich gut, informationen mit einer wertung zu versehen. 
schreiben Sie nie anonym – und üben Sie, denn übung macht die kolumne!

ach du liebe zeit.
so also sehen tipps für die perfekte kolumne aus.

schreibt denn niemand mehr, weil es gut tut?
weil man einfach schreiben möchte, schon immer, weil man selten etwas anderes tut als zu schreiben – oder über neue texte nachzudenken?
schreibt man wirklich texte, weil es sich gut macht?
und nicht, weil man es gerne tut, weil man etwas zu sagen hat?

tipps und anleitungen sind manchmal gold wert.
wer aber solche tipps beachten muss, der hat es wohl bitter nötig.
schreiben, weil es etwas zu sagen gibt, egal, ob es sich gut macht oder nicht –
das ist es!

wobei ich noch eines betonen möchte,
und das liegt mir wirklich sehr am herzen –

es grünt so grün, wenn spaniens blüten blühen.
(es macht sich ja gut, eine überraschende pointe zu bringen.)

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

fangen spielen. (#kolumne)

fangen spielen ist wieder in.
allerdings bewegt man dabei nicht mehr als die finger –
zumindest, wenn es um diese art von fangen spielen geht:
fang das blog.stöckchen.

eigentlich mag ich das ja nicht –
und hab trotzdem schon mal mitgemacht.
man muss ja wissen, was genau man da eigentlich nicht mag.
und ich weiß jetzt:
irgendwie ist mir dieses frage.antwort.spiel ein bisschen zu kindisch.
und vor allem:
zu einfalls.los.

natürlich könnte es spannend sein, eine blog.runde zu drehen, es könnte tolle fragen geben – oder wenigstens kreative, ausgefallene.
doch was passiert, wenn solche fragen gestellt werden?
es sind (fast immer) die lang.weiligsten fragen der welt.

was sind deine hobbys?
was ist dein lieblings.buch?
was isst du am liebsten?
welches buch liest du gerade?
was ist deine lieblings.farbe?
welche musik hörst du gerne?

poesie.album.fragen sind das.
ja wirklich, ich kann das beweisen!
ein blick ins freundschafts.buch meiner tochter zeigt folgendes:

poesiealbum

 

 

 

 

 

 

genau diese vorgefertigten antworten werden zu fragen umgedreht –
und fertig.

nein danke.
ehrlich, es ist echt vielleicht lieb gemeint, aber trotzdem:
nein, danke.
da steckt nichts eigenes drin, es gibt keine lustigen antwort.möglichkeiten, und ich erfahre auch nichts, was in irgend.einer weise spannend wäre.

außer einer sache:
dass wohl recht wenig zeit ins ausdenken der fragen investiert wurde.
(ich hab damals zumindest versucht, keine 08/15.fragen zu stellen.
ob es gelungen ist? das kann ich so nicht sagen.
fest steht: ich hab einige wunderbare antworten bekommen, die über
ich lese gerne krimis
hinausgingen.)

traut euch!
stellt echte fragen!
fragen, bei denen es mehr auswahl gibt als ja oder nein.
fragen, die nicht schon zig.mal in rosaroten poesie.alben beantwortet wurden.
fragen, die zum nach.denken anregen, die neues hervorbringen, die mich aufwühlen und nicht mehr in ruhe lassen.

solche fragen zu stellen ist schwer, ja.
und ich weiß nicht, ob mir solche fragen einfallen würden.
aber eines ist für mich fix:
lieber keine fragen als poesie.album.fragen.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

wie war das mit der lange.weile? (#rezension)

lange.weile?

es ist schon eine lange weile her, dass ich mal lange.weile hatte.
und ich hab so eine ahnung, dass es wohl eine weitere lange weile dauern wird, bis sich die lange.weile breit machen kann.
denn –
tata! –
ein weiteres rezensions.exemplar ist heute eingetroffen!

Foto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn ich also fertig bin mit arbeiten, dann schmeiß ich mich auf’s sofa –
und bin mal wieder lesen.

 

 

roter regen | 3

irgendwann wurde mir klar: auch regen ist wasser. zwar nicht so wie im meer, und anders als im see –
aber trotzdem:
wasser bleibt wasser.

meine mutter verstand die welt nicht mehr. mein vater versuchte mir die angst vor dem wasser mit ohrfeigen auszutreiben.
doch ich blieb standhaft.
kein schwimmen im meer.
kein baden im see.
kein spazieren im regen.
immerhin konnten meine eltern so das geld für das jährliche paar gummistiefel sparen.

anfangs konnte meine mutter diese abscheu vor dem wasser mit all seinen dunklen abgründen und strömungen und kreaturen leicht rechtfertigen.

der kleine hat gerade eine schwierige phase. er mag kein wasser. was? ja, duschen geht. aber in der bade.wanne war er schon länger nicht mehr.
wie? nun, er sagt, das wasser fühlt sich so nass an. und kalt.
nein, schwimmen kann er auch noch immer nicht, leider.

die sache mit dem schwimmen lernen gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet. in der schule war die wöchentliche schwimmstunde pflicht. und mit der ausrede, ich sei unwohl, konnte ich als junge nur schwer bei meinen lehrern punkten.
also hatte ich halsweh, bauchweh, ohrenweh, verdacht auf gallensteine und durchblutungsstörungen.

und ließ so den kelch der pflichtschwimmstunden an mir vorübergehen.

(weiter.lesen.)

lange.weile? was soll das sein? (#rezension)

man könnte ja auch einmal nichts tun.
also, gar nichts.
atmen vielleicht, klar.
aber sonst?
genau –
gar nichts.

das könnte man, ja.
aber warum?
warum nichts tun, wenn es doch so viel zu tun gibt!
und so viel zu lesen.
das hier zum beispiel.
ganz neu, gerade rausgekommen.
und ich darf mich über ein rezensions.exemplar freuen!

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was also tun an einem montag, wenn man keine dringenden arbeiten zu erledigen hat?
genau –

ich bin dann mal lesen.

es ist ein drama. (#kolumne)

ein drama ist es, ein unendliches.
ein meer aus nichtigkeiten, eine flut an belanglosem bla.bla, eine horde von gedankenlosen, die jedes stückchen unwissen weiter.verbreiten –
und am ende des tages froh darüber sind, ihren bei.trag zur verbesserung der welt geleistet zu haben.

ein drama ist es, ein unendliches.
dieses meer aus nichtigkeiten, die unreflektiert auf einen einstürzen, ungebremst, mit voller wucht schlagen sie auf, sie dulden keinen wider.spruch, keine argumente, was zählt ist nur:
wer kann tiefer unter die gürtel.linie schlagen, wer hat die schlechteren argumente, wer hat am wenigsten ahnung, posaunt diese aber am lautesten hinaus.

ein drama ist es, ein unendliches.
dieses überall mitreden wollen,
dieses überall mitreden, auch wenn man keine ahnung hat
und darauf auch noch stolz sein.

ich schreibe dieses drama um, dieses unendliche.
ich mache eine schmieren.komödie daraus,
ich lache darüber,
mache mich lustig –
und dann vergesse ich es.

adieu, liebes drama, ich bin jetzt weg.
leb wohl, liebe nichtigkeit, ich habe kein interesse mehr an dir.
das war’s.
ende.
aus.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

roter regen | 2

am meisten angst hatte ich als kind vor dem meer.
un.heimliche kreaturen würden darin wohnen, erzählte man mir, so tief unten, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass überhaupt noch leben in solcher tiefe existieren konnte.
und strömungen gab es im meer.
mein vater hatte mich immer gewarnt vor den strömungen,

schwimm nicht zu weit weg vom strand, junge,
hatte er gesagt,
die strömung zieht dich dann hinaus, und du kommst nicht mehr zurück.

die strömung zieht mich dann hinaus? hinaus zu den kreaturen?
das wollte ich um jeden preis verhindern.
also ging ich nicht mehr ins meer.
höchstens, um einen eimer mit wasser zu befüllen –
aber weiter hinein wagte ich mich nie.

irgendwann wurde mir bewusst, dass es auch tiefe seen gab.
seen hatten bis dahin etwas angenehmes für mich –
abends mit meinen eltern vor dem zelt zu sitzen, den gelsen zu lauschen, wie sie vom wasser zu uns kamen, das leise plätschern der wellen.
bis mein vater eines tages einen wels aus dem wasser fischte.

die wohnen ganz tief unten im see und fressen alles, was nach unten sinkt. sieh nur, junge, wie groß sein maul ist!

der an.blick des toten fisches machte mir klar: auch in einem see gibt es unheimliche kreaturen.
ganz tief unten zwar, aber was machte das schon für einen unterschied aus?
und so begann ich, nicht nur das meer, sondern auch alle seen zu meiden.

(weiter.lesen.)

ein pamir – was sonst?

pamir?
was ist das?
die weniger geografie.begeisterten unter uns fragen sich vielleicht:
ist das ein türkischer teppich?
eine indische tee.sorte?
eine orientalische süß.speise?

weit gefehlt.
pamir ist ein hoch.gebirge in zentral.asien.
wunder.schön,
aber auch kalt und hart.
die bilder der neuen dokumentation, die ich gerade übersetzen darf, sind jedenfalls so wunder.bar, dass sie mich ein wenig von den worten ablenken.
wenn diese doku im fern.sehen läuft, werde ich sie mir bestimmt ansehen –
noch mal.

***

information.

 

 

 

poesie. oder so.

einsam
sitzen die worte auf der zeile
ganz still
warten sie und horchen –
jetzt?
ist es so weit?
endlich?

jubelnd
freuen sie sich darüber
sie purzeln
in die neue zeile –
und doch
sind die zeilen
nicht gleich ein gedicht.

***

der verdacht auf lyrik kann auch durch einen bluff erreicht werden – denn nicht alles, was in gedicht.form getippt wird, ist auch wirklich ein gedicht.
(danke an claudia für diese gedanken.)
und gibt es nicht auch gedichte, die manchmal gar keine zeilen.umbrüche beinhalten – und doch vollkommen lyrisch sind?

umwelt.technik und hoch.geschwindigkeit.

ein wind.rad auf dem dach der garage?
ein kompost.haufen mitten in der küche?
ein schalter, der energie.vampire tötet?
klingt komisch –
ist es aber eigentlich gar nicht.

ebenso.wenig wie mantel.strom.getriebe und turbo.geladene high.speed.motoren.
auch wenn manche dieser begriffe klingen, als kämen sie direkt aus einem science.fiction.roman –
die neuen dokus, die ich übersetzen durfte,
machen aus science.fiction science.reality.
(danke, luther voz, für dieses wort.spiel.)

zu sehen auf servus tv –
wann, das verrat ich Euch später.

***

information.