gefahr in der tief.see.

finstere gestalten sind es.
viele beine, noch mehr finger –
und ein maul, das alles auf.frisst, was den beinen in die finger kommt.

wären es nur zehn –
kein problem.
doch es sind aber.tausende.

und sie kommen.
überall hin.
dort.hin, wo das meer kalt und sauber ist.
oder warm und schmutzig –
haupt.sache, meer.
der rest ist ihnen egal.

diese dokumentation über eine invasion im eis.meer zu übersetzen ist fast ein wenig gruselig.
denn schön ist anders.
spannend ist es alle.mal.

***

information.

 

 

 

langsam ist das neue schnell. (#kolumne)

was lese ich da heute morgen in einem sozialen netz.werk?
dieser mann zeigt Ihnen in einer minute mehr, als Sie in Ihrem ganzen Leben je sehen werden!

klingt verheißungsvoll, das schau ich mir an.
das mach ich normaler.weise nie, meistens steckt da nur irgendein käse dahinter, nichts, was mich je interessieren würde.
doch das hier muss etwas ganz besonderes sein, etwas, das ich nie vermutet hätte, zumindest, wenn ich nach der anzahl meiner netzwerk.freund/innen gehe, die diesen link geteilt haben.
also gut, anklicken.
ein wenig neugierig bin ich ja schon.

und ich bin überrascht.
es hätte auch das hundert.sieben.und.achtzigste video von irgendeiner dämlichen bier.nominierung sein können, aber nein:
ein junger mann fuhr vier.und.vierzig tage durch die welt, durch.querte dabei elf länder –
nur um ein ein.minuten.video davon zu drehen.

zugegeben, das video ist toll.
klasse musik, super geschnitten, wahnsinnig viel arbeit beim drehen, tolle bilder.
äh,
tolle bilder?
jein.

jein weil –
eigentlich seh ich nichts.
all die tollen orte, all das spannende, was es zu sehen gäbe, all die bunten und wunder.baren landschaften –
ich seh sie nicht.
keines der bilder ist so lang zu sehen, dass man erkennen könnte, wo er gerade war, was rund um ihn herum passiert.
es ist einfach zu schnell, zu wild, zu abwechslungs.reich.
keine frage –
die idee ist toll, der effekt grandios.
und die musik passt perfekt dazu.
aber ich kann kaum eines der bilder wirklich erkennen.

und nein, ich habe bei sekunde acht.und.zwanzig nicht geblinzelt –
hätte mir aber mehr als ein paar tauben erwartet.

manchmal ist langsam einfach besser als schnell.
meistens ist langsam einfach besser als schnell.
und gerade, wenn es um länder, reisen und fremde orte geht, würde ich gern erkennen, was es eigentlich zu erkennen gibt.

die art, wie der kleine film gemacht ist, ist groß.artig.
ganz klar: anschauen!
allein, wenn man bedenkt, wie viel auf.wand es gewesen sein muss, das so zu drehen –
wahn.sinn!

Ihr werdet einen film sehen, wie Ihr ihn wahr.scheinlich wirklich noch nie gesehen habt.
aber erwartet nicht, dass Ihr mehr orte sehen werdet als in Eurem ganzen leben –
denn von sehen kann nicht die rede sein.

ich warte dann mal auf das making of.

***

kolumne

roter regen | 4

nach der schule besorgte ich mir eine eigene wohnung.
ohne badewanne, nur mit einer kleinen duschkabine.
und mit balkon –
aber überdacht, damit ich auch an regentagen draußen sitzen konnte.

außerdem hatte ich eine größere sammlung an regenschirmen –
denn leider hatte sich herausgestellt, dass ich nicht an jedem regentag zuhause bleiben konnte.

immerhin hatte ich einen beruf gefunden, bei dem ich nie mit wasser in berührung kommen musste –
obwohl mir natürlich schon längst klar war, dass wasser an sich nicht gefährlich war, dass ich ohne gefahr in der badewanne sitzen konnte.
und dass schwimmbäder weder bodenlose wasserlöcher noch heimat gefährlicher kreaturen waren.
doch ich konnte diese abneigung einfach nicht ablegen.

so arbeitete ich also nach meinem schulabschluss in einem immobilienbüro.
makler nannte sich dieser beruf.
reichen menschen häuser voller schnick.schnack anzudrehen, das war es, was ich machte.
meistens waren es häuser mit pool –
aber den musste ich ja nur herzeigen, nicht benutzen.
leider auch dann, wenn es regnete.
doch dafür hatte ich meinen riesigen golf.schirm.

ich war für jede gelegenheit bestens gerüstet und sicher, nie wieder meiner angst ins auge sehen zu müssen.
nie mehr schwimmen, nie mehr baden.
keine untiefen und keine monster.

bis ich den auftrag bekam, ein altes haus in einem nachbarort zu verkaufen.
von da an hatte mich der sog wieder fest im griff.

(weiter.lesen.)

tränen.verschwommen.

eigentlich kann ich beruf und privates ganz gut trennen.
meistens jeden.falls.
dann übersetze ich eine dokumentation, fühle mit, versinke in dem, was geschieht –
und wenn es fertig ist, dann tauche ich wieder auf und widme mich neuen dingen.

manchmal aber ertappe ich mich dabei, wie mich das, was ich mache, doch ein wenig mehr mit.nimmt.
es berührt mich, es lässt mich nicht mehr los –
und an manchen tagen rührt es mich zu tränen.

heute ist so ein tag.

wie man eine #kolumne schreibt.

spannend.

wie man eine kolumne schreibt
lese ich – und nicht nur in einem online.forum, nein, eine wahre flut an anleitungen zu diesem thema ist zu finden.
vergessen ist der grund, warum ich überhaupt nach kolumne schreiben gesucht habe –
viel.mehr stehe ich nun vor der frage:
warum, in.drei.teufels.namen, brauche ich überhaupt eine anleitung, wie man eine kolumne schreibt?
schreibt man eine kolumne denn nicht deshalb, weil man etwas zu sagen, pardon, zu schreiben hat?
weil einen die lust, mal wieder die eigene meinung kundzutun, überkommt?

oder sitzen da draußen wirklich menschen, die sich denken –
ich schreib jetzt ein kolumne, das ist irre hip, ich fühl mich dann wie carrie bradshaw, total angesagt. ähm, was ist eigentlich eine kolumne, und herrgott.nochmal, wie schreibt man eine kolumne?

ich stelle mir vor, wie diese menschen vor ihren computern sitzen, vielleicht sogar an kleinen bunten und total hippen apfel.rechnern, in einem straßen.café, ganz nach dem vorbild besagter frau bradshaw.
mit verengten augen, gekräuselter stirn, die brille schwebt ein stück weit über dem haar.ansatz, eine it.bag hängt über der lehne des stuhls.

greifen Sie ein aktuelles thema auf.
erarbeiten Sie die schwachpunkte.

überraschen Sie die leser und innen.

fassen Sie sich kurz, es ist ja eine zeitungs.kolumne.
bearbeiten Sie schwere themen locker und leicht.
bringen Sie immer eine überraschende pointe.
es macht sich gut, informationen mit einer wertung zu versehen. 
schreiben Sie nie anonym – und üben Sie, denn übung macht die kolumne!

ach du liebe zeit.
so also sehen tipps für die perfekte kolumne aus.

schreibt denn niemand mehr, weil es gut tut?
weil man einfach schreiben möchte, schon immer, weil man selten etwas anderes tut als zu schreiben – oder über neue texte nachzudenken?
schreibt man wirklich texte, weil es sich gut macht?
und nicht, weil man es gerne tut, weil man etwas zu sagen hat?

tipps und anleitungen sind manchmal gold wert.
wer aber solche tipps beachten muss, der hat es wohl bitter nötig.
schreiben, weil es etwas zu sagen gibt, egal, ob es sich gut macht oder nicht –
das ist es!

wobei ich noch eines betonen möchte,
und das liegt mir wirklich sehr am herzen –

es grünt so grün, wenn spaniens blüten blühen.
(es macht sich ja gut, eine überraschende pointe zu bringen.)

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

fangen spielen. (#kolumne)

fangen spielen ist wieder in.
allerdings bewegt man dabei nicht mehr als die finger –
zumindest, wenn es um diese art von fangen spielen geht:
fang das blog.stöckchen.

eigentlich mag ich das ja nicht –
und hab trotzdem schon mal mitgemacht.
man muss ja wissen, was genau man da eigentlich nicht mag.
und ich weiß jetzt:
irgendwie ist mir dieses frage.antwort.spiel ein bisschen zu kindisch.
und vor allem:
zu einfalls.los.

natürlich könnte es spannend sein, eine blog.runde zu drehen, es könnte tolle fragen geben – oder wenigstens kreative, ausgefallene.
doch was passiert, wenn solche fragen gestellt werden?
es sind (fast immer) die lang.weiligsten fragen der welt.

was sind deine hobbys?
was ist dein lieblings.buch?
was isst du am liebsten?
welches buch liest du gerade?
was ist deine lieblings.farbe?
welche musik hörst du gerne?

poesie.album.fragen sind das.
ja wirklich, ich kann das beweisen!
ein blick ins freundschafts.buch meiner tochter zeigt folgendes:

poesiealbum

 

 

 

 

 

 

genau diese vorgefertigten antworten werden zu fragen umgedreht –
und fertig.

nein danke.
ehrlich, es ist echt vielleicht lieb gemeint, aber trotzdem:
nein, danke.
da steckt nichts eigenes drin, es gibt keine lustigen antwort.möglichkeiten, und ich erfahre auch nichts, was in irgend.einer weise spannend wäre.

außer einer sache:
dass wohl recht wenig zeit ins ausdenken der fragen investiert wurde.
(ich hab damals zumindest versucht, keine 08/15.fragen zu stellen.
ob es gelungen ist? das kann ich so nicht sagen.
fest steht: ich hab einige wunderbare antworten bekommen, die über
ich lese gerne krimis
hinausgingen.)

traut euch!
stellt echte fragen!
fragen, bei denen es mehr auswahl gibt als ja oder nein.
fragen, die nicht schon zig.mal in rosaroten poesie.alben beantwortet wurden.
fragen, die zum nach.denken anregen, die neues hervorbringen, die mich aufwühlen und nicht mehr in ruhe lassen.

solche fragen zu stellen ist schwer, ja.
und ich weiß nicht, ob mir solche fragen einfallen würden.
aber eines ist für mich fix:
lieber keine fragen als poesie.album.fragen.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

wie war das mit der lange.weile? (#rezension)

lange.weile?

es ist schon eine lange weile her, dass ich mal lange.weile hatte.
und ich hab so eine ahnung, dass es wohl eine weitere lange weile dauern wird, bis sich die lange.weile breit machen kann.
denn –
tata! –
ein weiteres rezensions.exemplar ist heute eingetroffen!

Foto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn ich also fertig bin mit arbeiten, dann schmeiß ich mich auf’s sofa –
und bin mal wieder lesen.

 

 

roter regen | 3

irgendwann wurde mir klar: auch regen ist wasser. zwar nicht so wie im meer, und anders als im see –
aber trotzdem:
wasser bleibt wasser.

meine mutter verstand die welt nicht mehr. mein vater versuchte mir die angst vor dem wasser mit ohrfeigen auszutreiben.
doch ich blieb standhaft.
kein schwimmen im meer.
kein baden im see.
kein spazieren im regen.
immerhin konnten meine eltern so das geld für das jährliche paar gummistiefel sparen.

anfangs konnte meine mutter diese abscheu vor dem wasser mit all seinen dunklen abgründen und strömungen und kreaturen leicht rechtfertigen.

der kleine hat gerade eine schwierige phase. er mag kein wasser. was? ja, duschen geht. aber in der bade.wanne war er schon länger nicht mehr.
wie? nun, er sagt, das wasser fühlt sich so nass an. und kalt.
nein, schwimmen kann er auch noch immer nicht, leider.

die sache mit dem schwimmen lernen gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet. in der schule war die wöchentliche schwimmstunde pflicht. und mit der ausrede, ich sei unwohl, konnte ich als junge nur schwer bei meinen lehrern punkten.
also hatte ich halsweh, bauchweh, ohrenweh, verdacht auf gallensteine und durchblutungsstörungen.

und ließ so den kelch der pflichtschwimmstunden an mir vorübergehen.

(weiter.lesen.)

lange.weile? was soll das sein? (#rezension)

man könnte ja auch einmal nichts tun.
also, gar nichts.
atmen vielleicht, klar.
aber sonst?
genau –
gar nichts.

das könnte man, ja.
aber warum?
warum nichts tun, wenn es doch so viel zu tun gibt!
und so viel zu lesen.
das hier zum beispiel.
ganz neu, gerade rausgekommen.
und ich darf mich über ein rezensions.exemplar freuen!

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was also tun an einem montag, wenn man keine dringenden arbeiten zu erledigen hat?
genau –

ich bin dann mal lesen.

es ist ein drama. (#kolumne)

ein drama ist es, ein unendliches.
ein meer aus nichtigkeiten, eine flut an belanglosem bla.bla, eine horde von gedankenlosen, die jedes stückchen unwissen weiter.verbreiten –
und am ende des tages froh darüber sind, ihren bei.trag zur verbesserung der welt geleistet zu haben.

ein drama ist es, ein unendliches.
dieses meer aus nichtigkeiten, die unreflektiert auf einen einstürzen, ungebremst, mit voller wucht schlagen sie auf, sie dulden keinen wider.spruch, keine argumente, was zählt ist nur:
wer kann tiefer unter die gürtel.linie schlagen, wer hat die schlechteren argumente, wer hat am wenigsten ahnung, posaunt diese aber am lautesten hinaus.

ein drama ist es, ein unendliches.
dieses überall mitreden wollen,
dieses überall mitreden, auch wenn man keine ahnung hat
und darauf auch noch stolz sein.

ich schreibe dieses drama um, dieses unendliche.
ich mache eine schmieren.komödie daraus,
ich lache darüber,
mache mich lustig –
und dann vergesse ich es.

adieu, liebes drama, ich bin jetzt weg.
leb wohl, liebe nichtigkeit, ich habe kein interesse mehr an dir.
das war’s.
ende.
aus.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com