neues aus der #schreibwerkstatt.

die letzte hausaufgabe in der schreibwerkstatt war ja ein text ohne verben.

zugegeben, das klingt schwierig, und einfach ist es ja wirklich nicht –
doch meine kursteilnehmer/innen haben mich mit neuartigen ideen überrascht und texte geschrieben, mit denen ich niemals gerechnet hätte.

unter den verb.losen werken fanden sich neben etlichen wunderbaren gedichten auch die detail.verliebte beschreibung eines balkons, ein mord.fall mit schaurigem leichen.fund, die beschreibung wahrerer begebenheiten einen brand in einem peruanischen dorf betreffend, eine anleitung zum augen.training, ein reise.bericht und eine kurze erzählung über eine allzu strenge mathematik.lehrerin.

was könnte ich da noch sagen außer großartig, danke!

und weil’s wort.spielereien so lustig sind, schreiben wir bis zur nächsten stunde einen text, der nur aus worten bestehen darf, die einen artikel haben –
der berg, das warten, die stunde der wahrheit.

ich bin schon gespannt.

 

eine geschichte ohne hauptwörter. | #schreibwerkstatt

‚ich gehe jetzt‘, rief er mir zu und drehte sich um.

traurig blickte ich ihm nach.
er war heute noch nicht lange bei mir gewesen, dabei fand ich es immer schön, wenn er da war. ich spürte dann, wie es überall auf mir kribbelte, das fühlte sich wunderbar an, ich wollte mehr davon –
er aber wollte das ganz offensichtlich nicht.

je mehr ich mich auf ihn einließ, desto weiter rückte er von mir ab.
je öfter ich ihm gestand, dass ich ihn liebte, desto seltener kam er mich besuchen.
was konnte ich tun, um ihm zu zeigen, dass es echt war, dass ich echt war, dass ich ihn wirklich liebte, mehr als ich je jemanden geliebt hatte?
noch immer stand ich da und blickte ihm nach, wie er entschlossen dahinschritt, irgendwie so, als fühlte er sich plötzlich ungebunden, als wäre er endlich frei.

tief in mir wusste ich, dass er nicht wiederkommen würde, dass er sich verabschiedet hatte, diesmal jedoch für immer.
ich wollte ihm nachlaufen, ihn aufhalten, ihn anflehen, bei mir zu bleiben, aber ich konnte es nicht.
irgendetwas hielt mich auf, als wüsste ich, dass es sinnlos sein würde –
er wollte frei sein, wie konnte ich ihm das verwehren?

ich drehte mich um, weg von ihm, weg von dem, was wir gehabt hatten.
‚ja, geh nur, ich gehe auch‘, flüsterte ich und schluchzte leise, ‚ich gehe auch, ich aber gehe für immer‘.

* * *

meine idee zur letzten hausaufgabe in der schreibwerkstatt.
hab ich eh kein hauptwort übersehen?