warum #vegan ein bisserl naiv ist – und warum ich trotzdem manchmal auf vegane produkte achte. (#kolumne)

vegan zu leben ist heutzutage in
wer etwas auf sich hält, greift zu veganen produkten, verzichtet den tieren zuliebe auf ein steak und fühlt sich dadurch allen anderen moralisch ein bisschen überlegen.
weil ich generell nach dem motto leben und leben lassen agiere, stört mich das normalerweise nicht –
nach der letzten diskussion mit ein paar veganer/innen allerdings hab ich beschlossen, mal ein paar dinge klarzustellen, denn:
wirklich vegan zu leben ist eigentlich unmöglich und auch der versuch wahrlich kein grund, die moral.keule zu schwingen.

das bisschen luxus.veganismus, das bei uns in mode ist, hilft eigentlich niemandem außer dem eigenen gewissen –
und mit ein bisschen recherche nicht einmal dem.

ich höre schon den auf.schrei aller veganer/innen, die das jetzt lesen, aber bitte:
das soll keine hass.schrift gegen veganismus sein, auf keinen fall! 
ich greife ja selbst bei kosmetik oder putzmitteln etwa immer zu veganen produkten, weil ich den gedanken schrecklich finde, dass auch nur ein tier in einem labor leiden muss, nur weil ich schöner sein möchte.
dennoch glaube ich, dass es wichtig ist, ein wenig mehr licht in dieses thema zu bringen, da gerade veganer/innen dazu neigen, besagte moral.keule zu schwingen und alle, die nicht vegan leben, grundsätzlich zu verteufeln.
ich frag mich aber oft: mit welchem recht eigentlich?

sehen wir uns doch ein paar dinge ein wenig näher an:

den frühstücks.kaffee zum beispiel.
ohne milch ist er vegan, klar, bei der ernte von kaffee.bohnen kommen kaum tiere zu schaden, und es gibt auch etliche sorten, die nicht mit bienenwachs behandelt werden. mit milch getrunken ist der kaffee schon nicht mehr vegan – also wird gern zu diversen pflanzen.milch.erzeugnissen gegriffen.
aber ganz ehrlich –
wer meint, dass jede mandelmilch vegan sei, der irrt gewaltig:
der großteil der für mandelmilch verwendeten mandeln stammt aus kalifornien, dort aber sterben jährlich ein paar millionen bienen, damit die mandel.ernte so verläuft wie geplant.
(hier nachzusehen, ist wirklich dramatisch.)
und die tatsache, dass nur fairtrade.kaffee sicherstellt, dass bei der produktion die arbeitsbedingungen der menschen gut sind und sie auch wirklich ausreichend geld für ihr erzeugnis bekommen, macht die wahl des kaffees auch nicht leichter.
den griff zu angeblich veganen kaffee.kapseln, den muss ich wohl nicht kommentieren.

auch klassische schoko.creme ist ob der enthaltenen milch nicht vegan –
nahezu jede vegane variante jedoch enthält palmöl, das zwar nicht von tieren stammt, aber weder gesund noch nachhaltig ist, und bei dessen an- und abbau tausende tiere aus ihrem lebensraum vertrieben werden und sogar sterben.
(hier nachzulesen.)
palmöl komplett zu ersetzen wäre aber genausowenig zielführend (hier nachzulesen), und bei der ernte von kokosnüssen für kokosöl werden affen als sklaven eingesetzt. (bitte sehr.)
all das wird aber als vegan verkauft.
naja.

zum frühstück wird auch gern eine schüssel quinoa genossen. quinoa enthält eine vielzahl an wichtigen inhaltsstoffen und ist deshalb vom veganen speiseplan nicht mehr wegzudenken. dass die massive nachfrage nach quinoa aber ökologische schäden in den anbau.ländern nach sich zieht und dazu führt, dass in genau jenen ländern, in denen es angebaut wird, die einheimischen an chronischer unterernährung leiden, wird gern vergessen.
(hier nachzulesen, etwa.)
auch die meisten brotsorten sind vegan oder können vegan gebacken werden –
glauben zumindest viele veganer/innen.
ein besuch auf dem bauernhof meines onkels zeigt, dass diese annahme auf reinem un.wissen basiert:
würde mein onkel nicht ein paar hunde durch das maisfeld treiben, bevor er mit der ernte beginnt, lägen danach dutzende tote rehkitze, kaninchen, mäuse und vögel im feld.
das macht ein großbauer aber nicht –
und so sterben bei der ernte diverser getreide- und gemüsesorten alle tiere, die das feld bisher für ein geeignetes wohn.zimmer hielten, vor allem der nachwuchs, der dort versteckt wurde.
(glaubst du nicht? stimmt aber.)

ich frag mich dann immer, wieso veganer/innen tiere in tötbar und nicht tötbar einteilen (denn das tun sie).
wieso stört das für’s semmerl gestorbenen rehkitz niemanden, ein totes schwein für den griller aber ist der wahnsinn? wieso interessieren millionen tote bienen für die mandel.milch nicht, die milch von einer heimischen kuh, die beim melken aber nicht mal leidet, ist schrecklich?

wenn ich darüber nachdenke, wird mir als land.mädel mit bauern als vorfahren recht schnell klar, dass veganismus deshalb vor allem von hippen jungen leuten in urbanen gegenden ausgelebt wird, weil sie recht wenig ahnung von landwirtschaft und dem drumherum haben.
bio.landbau etwa kann nur funktionieren, wenn der bauer oder die bäuerin nutztiere hat. (ist hier gut beschrieben.)
das bedeutet aber im gegenzug, dass weder bio.obst noch bio.gemüse wirklich vegan sein kann.
und das bedeutet auch, das veganismus nur in gegenden gelebt werden kann, in denen die menschen nicht von tieren abhängig sind, weil eh andauernd ein bio.laden geöffnet hat und die vermeintlich veganen produkte einfach gekauft werden können.

einen interessanten artikel zu diesem thema hab ich auch hier gefunden.
(ihr merkt: dieses thema interessiert mich wirklich.)
lifestyle.veganer/innen interessieren sich recht oft nur dafür, dass sie keine tiere essen –
der rest ist ihnen egal.
wie der artikel schön schreibt: ‚Ja, rein technisch gesehen (darüber schrieb ich bereits in der Februar-Kolumne) sind Kunstlederschuhe aus an Sklaverei grenzenden Verhältnissen in Bangladesch oder Gen-Mais aus konventioneller Landwirtschaft vegan. Mein Ansatz ist anders.‘
ich könnt manchmal weinen, wenn ich sehe, wie hippe junge veganerinnen bei primark einkaufen und dann stolz ihre neuen teile zu einem veganen ami.ketten.kaffee ausführen –
und vollkommen vergessen, dass die neuen klamotten in fabriken unter schrecklichen bedingungen genäht wurden und die kaffee.kette kaum einen cent an steuern zahlt.
da trink ich lieber ein glas milch von einer kuh auf einem bio.bauernhof und weiß: meine klamotten stammen nicht aus fabriken, in denen die menschen eingesperrt sind.

wer in allen lebens.lagen vegan sein möchte, darf natürlich auch nicht geimpft werden und keinerlei medizinische versorgung in anspruch nehmen –
alle medikamente werden an tieren getestet …
und ich bin dennoch sehr froh, dass es diese impfungen und medikamente gibt.
und auch sonst darf man als veganer/in eigentlich recht wenig:
ich hab im urlaub etwa erlebt, dass eine schwalbe den bus, mit dem wir gefahren sind, übersehen hat und hart an die front.scheibe geknallt ist. überlebt hat sie das wohl kaum.
auch im all.tag tötet man (wissentlich oder nicht) allerhand tiere –
ja, ameisen sind auch tiere. sogar die spinnen, die wir mit dem haus.patschen erschlagen, und die läuse auf den köpfen unserer kinder.

um es noch polemischer zu formulieren:
niemand lebt wirklich vegan.
und ich finde das nicht mal verwerflich, weil ich ja weiß, dass es nicht zu einhundert prozent klappen kann –
mir geht nur die moral.keule mächtig auf die nerven.

wer weiß, dass das smart.phone, mit dem er oder sie anderen erklärt, wie schlimm es ist, heimische butter zu essen, viel tier- und noch vielmehr menschenleid hervorruft, müsste andren nicht dauernd mit der moral kommen.
wer weiß, dass der bildschirm, auf dem er oder sie eine serie schaut, während vegane snacks genascht werden, nicht vegan ist, müsste nicht dauernd moral.keulen schwingen.
und wer verstehen würde, wie landwirtschaft wirklich funktioniert, könnte einsehen, dass ein bisserl bio.milch der kuh nicht weh tut, dafür aber die umwelt und auch die tiere schont und den heimischen bauern und bäuerinnen massiv hilft.

was ich aber vor allem super finden würd?
einerseits –
die abkehr vom veganen bekehren wollen. ich finds bewunderns.wert, wenn es jemand schafft, keine tierischen produkte zu sich zu nehmen …
und auch bewunderns.wert naiv.
ich möchte aber nicht bekehrt werden und auch niemanden bekehren. ich leb ein sehr achtsames leben, ess wenig fleisch (und wenn, weiß ich, wo es herkommt und wie das tier gelebt hat), ich kauf nix aus läden, von denen man weiß, wie krass die produktions.bedingungen sind, bei kosmetik.artikeln greif ich gern zu veganen varianten, weil ich nicht möchte, dass tiere für meinen lippenstift leiden müssen, ich kauf vor allem regional, saisonal und bio, und ich vergesse nicht, dass nicht nur tiere geschützt werden müssen, sondern auch menschen, deswegen achte ich darauf, wenig müll zu erzeugen
aber ich bild mir nix drauf ein. ich mach das schon immer so, so hab ich es gelernt, und so geb ich es meinen kindern weiter.
mein gewissen?
dem geht’s gut, danke der nach.frage.

andererseits –
würd ich es sehr begrüßen, wenn veganer/innen damit aufhören würden, tiere un.bewusst in tötbar und nicht tötbar einzuteilen und auch den schutz von menschen ernstnehmen würden.
natürlich soll kein tier in tier.fabriken leiden, logisch –
doch auch kein mensch soll ausgebeutet werden.
und die tatsache, dass auch für vegane lebens.mittel und die meisten gebrauchs.gegenstände ebenso tiere wie menschen leiden und sterben, sollte viel öfter in den brenn.punkt der diskussionen gerückt werden –
denn auch bienen sind tiere, für uns menschen vermutlich sogar die wichtigsten.

(wenn man bedenkt, dass es ohne bienen nix zu essen gäb, weil nix bestäubt werden würd, ist folglich auch nix vegan.)

wie wär’s, wenn wir uns auf folgendes einigen:
jede/r darf tun, wie er oder sie mag –
weil wir eh nur gemeinsam was bewegen können.
und niemand schwingt eine moral.keule, wo es keine zu schwingen gibt –
schon gar nicht aus un.wissenheit oder naivität.

wenn ich mich um das eine sorge, und ihr euch um das andere, und wieder jemand anderer um noch was anderes, dann sorgen wir uns gemeinsam um alles, und keiner kommt sich deswegen besser vor –
wär das nicht super?

***

wie immer bei solchen themen gilt auch dies.mal:
diskussion, sehr gerne –
wer sich aber im ton vergreift, darf nicht mehr mit.reden.
:)

nach.trag:

wer anonym beschimpfungen loslässt, wird übrigens nicht mal zur diskussion freigeschalten. das ist mein blog – hier wird nicht rumgepöbelt.

 

 

lesen – ein aussterbendes hand.werk. (#kolumne)

ein neuer morgen – erneutes kopf.schütteln.
wieder einmal lasse ich meiner verwunderung freien raum.
denn ich verstehe es nicht.
ernst.haft!

da schreibe ich in meiner kolumne folgendes:
Bildschirmfoto 2015-07-27 um 08.31.18

 

und muss mir vorwerfen lassen, ich sei böse, weil ich dafür bin, dass tiere unnötig leiden.
(dazu gibt es hier übrigens einen ganz tollen artikel. aber es verrät mir keiner, wieso mäuse, heuschrecken oder rehe als tiere offenbar nicht zählen – da kommt dann jedes mal sofort eine beschimpfung. was ich verstehen kann – denn es gibt keine erklärung, warum tausende mäuse weniger wert sein sollen als eine kuh.)

dann versuche ich eine diskussion zu starten, suche argemunte dafür und dagegen, und was kommt?

Bildschirmfoto 2015-07-27 um 08.33.02
ahja.
so sieht also eine erwachsene, intelligente, respektvolle diskussion aus.
interessant.
und nachdem ich versuche, darauf einzugehen, und unter anderem zu erklären, dass ein extrem, in egal welche richtung, immer schlecht ist, kommt das:

Bildschirmfoto 2015-07-27 um 08.37.11

offenbar sind der dame die argumente ausgegangen, nehme ich an.
(die screenshots sind von den kommentaren aus der vegan.kolumne und aus der kolumne selbst.)
liebe veganer/innen, die Ihr diese kolumne lest:
merkt Ihr es eigentlich, wie Ihr Euch benehmt?

ich hab gestern ein wenig auf den seiten diverser tier.schützer/innen und vegan.anhänger/innen gelesen – da wird einem angst und bange.
der wort.laut ist oft so krass, dass es einem die haare im nacken aufstellt, und man angst bekommt, kein hund, sondern ein mensch zu sein. denn tiere sind natürlich immer die besseren menschen, und manch einer schreibt, er würde eher einen hund als einen menschen retten.
und das sinnerfassende lesen ist wohl wirklich ein aussterbendes hand.werk – denn bei manchen der leute hat man den eindruck, sie kaufen germ, wenn brot auf dem einkaufs.zettel steht.

doch darum geht es gar nicht.
eigentlich.
denn fakt ist:

so kann man sich nicht benehmen!
weder im virtuellen raum, noch in der realen welt.
oder beschimpft Ihr im wahren leben auch jede/n, der/die nicht Eurer meinung ist, ignoriert jegliche einwände, beißt Euch an einem detail fest und schmettert den menschen ein arschl*ch entegegen, wenn Euch dann nichts anderes mehr einfällt?

ich empfehle Euch:
bucht einen benimm.kurs, hier zum bei.spiel. da lernt man etwa, dass das wort arschl*ch in einer diskussion nichts zu suchen hat. und sucht Euch ein hobby – omnis ärgern (so nennt Ihr alle anderen, die fleisch essen, verächtlich) gilt nicht.
und erweitert bitte Euren horizont – denn dass menschen, die liberal denken, Euch aber nicht in den kram passen, nur weil sie fleisch essen, von Euch als pseudo.links bezeichnet werden, ist fast schon lächerlich.

und vor allem:
benehmt Euch auf meinem blog!
das hier ist mein schreib.wohn.zimmer, ich schreibe hier manchmal über meine meinung, manchmal über anderes.
aber ich komme allen menschen mit respekt entgegen. und ich erwarte, dass das auch alle anderen machen.
menschen, die mich beschimpfen, schmeiße ich auch analog aus meinem haus –
genauso verfahre ich auch in der digitalen welt.

aber ich lasse solche kommentare gerne mal stehen, als warnung, weil ich nämlich weiß:
kaum eine/r von Euch würde sich im echten leben auch nur einen bruch.teil dessen trauen, was Ihr Euch in der digitalen welt traut.
egal ob es um veganismus, national.sozialimus oder chem.trails geht.
doch das internet vergisst nichts, niemals –
ich finde diesen gedanken irgendwie recht spannend.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

nur für das eigene #gewissen? (#kolumne)

schon mal eine diskussion mit einem vegetarier oder einer veganerin geführt?
das ist eine schwierige sache.

denn einerseits verstehe ich deren argumente, bin gegen tier.leid und gegen massen.tierhaltung.
natürlich!
doch andererseits ist mir reiner veganismus zu wenig. die welt wird nicht besser, wenn wir kein fleisch mehr essen. es gibt sogar stimmen, die behaupten, die welt würde schlechter deswegen.

kurz zu den fakten:

die produktion vegetarischer oder veganer produkte ist nicht besser für unseren planeten.
nachzulesen etwa auf dieser seite – hier wird sogar die these aufgestellt, dass bio und vegan einander ausschließen. die gründe dafür halte ich persönlich für einleuchtend, gerade wenn man sich aktuelle berichte über landstriche ansieht, die extrem unter erosionen leiden, die von falscher landwirtschaft ausgelöst wurden. oder wenn man daran denkt, wie biologische landwirtschaft funktioniert – mit weideflächen und dementsprechend auch weide.vieh.
vegan ist auch nicht unbedingt gesünder. denn es kommt, wie überall, auf die produkte an, die verarbeitet werden, auf die art, wie verarbeitet wird. wer mag: hier nachzulesen, bitte schön. klingt teilweise gefährlich, wenn man es falsch angeht – und grauslich.
auch vegane lebensmittel werden in massen erzeugt – klar, denn der trend hin zum veganismus ist riesig. und wenn viele menschen einem trend folgen, wird ein massen.trend daraus. star.köchin sarah wiener schreibt hier, warum industriell hergestellte sojamilch um nichts besser ist als … ich glaube, sie nennt cola. (wer es ausprobieren möchte: einfach mal selber soja- oder reis.milch machen – das ergebnis ist fast ekelhaft.)
und auch das argument, dass durch veganismus keine tiere leiden, stimmt nur bedingt – manch einer meint sogar, dass man als vegetarier mehr blut an den händen hat als biologisch denkende omnivor/innen.
nicht zu vergessen: auch leder kommt von tieren. echte veganer/innen dürfen also nichts tragen, was aus leder gemacht ist.
es gibt sogar eine gruppe von menschen, die auf all ihren wegen einen besen mit sich tragen und dort fegen, wohin sie treten, um nicht einmal eine ameise zu verletzen – zwar aus religiösen gründen, aber trotzdem: nur so wird wahrlich kein tier verletzt.

doch ich schweife ab.
denn das alles sind dinge, die jede/r von uns weiß.

ich aber möchte auf etwas anderes hinaus:

ich lebe nicht vegan. nicht einmal vegetarisch.
nachdem ich mich eingehend mit der materie beschäftigt habe, habe ich beschlossen, dass ich meine familie und mich so nicht ernähren möchte. gerade für kinder kann es sogar gefährlich sein, zu wenige, zu viele oder einfach die falschen stoffe zu sich zu nehmen.
also achte ich auf bio.qualität, kaufe nur selten fleisch, dann aber von bauern aus der umgebung, deren tiere nicht in massentier.haltung gehalten werden. obst und gemüse wird je nach saison gekauft (im winter kommen mir etwa keine erdbeeren aus uruquay ins haus, das wissen auch schon die kinder), und auch milch.produkte kommen (so man es nachprüfen kann) von glücklichen tieren.
damit aber nicht genug:
ich schaue auch sehr genau auf meinen öklogischen fußabdruck. ich fliege nie, wir fahren höchstens einmal im jahr auf urlaub, wir sparen wasser, nutzen regenwasser für den garten, wir kaufen klamotten gerne second.hand oder auf floh.märkten (dort findet man nicht nur tolle klamotten, sondern generell ganz tolle dinge!), sehr oft tausche ich klamotten (dafür gibt es coole platt.formen), wir haben ein sprit.sparendes auto, ich vermeide (wo es geht) plastik, wir trennen jeden müll, den man trennen kann, wir bauen gemüse und kräuter selber an, sogar unsere meer.schweinchen fressen bio.futter aus eigenanbau.
wir kaufen nicht in läden ein, von denen man weiß, dass die arbeits.bedingungen schlecht sind. ich kaufe auch keine kleidung, von der ich weiß, dass z.B. kleine kinder an der produktion beteiligt sind. und zu silvester kaufen wir österreichische kracher, und auch nur wenige. ich habe schon seit langer zeit keinen labello mehr gekauft, sondern mache lippenbalsam selbst – auch andere kosmetik.artikel oder pflanzliche medizin.produkte aus dem garten, sogar zahn.pasta. ich will wissen, was in den sachen drin ist, und mikro.plastik ist eines der dinge, die ich unbedingt vermeiden will.
diese liste könnte ich endlos weiterführen.
und klar: man kann es immer besser machen, mehr machen.

aber:
das alles zählt für veganer/innen nicht.
du isst fleisch? dann bist du böse.
kein anderes argument zählt.
jedes argument, das man bringt – und sei es noch so gut – ist nichtig, einfach nur, weil man nicht vegan lebt.
(auf die frage, wieso die kuh und das schwein eigentlich immer so viel mehr wert sind als der feldhase und das reh hab ich aber noch nie eine antwort bekommen. vielleicht, weil die ehrliche antwort wäre: eigentlich ist kein tier mehr wert als ein anderes.)

veganer/innen gehen immer vom schlimmsten aus.
tun so, als gäbe es nur massentierhaltung – aber das stimmt nicht.
ein glücklicher stier von der weide meines onkels wurde täglich gestreichelt, liebevollst umsorgt und ist mitglied der familie. bis er dann schnell und schmerzlos geschlachtet wird – und dafür nicht unter wildesten bedingungen zum schlacht.hof gefahren wurde.
und ja, es ist ein tier, stimmt.
aber ganz ehrlich:
die maus, oder das reh, der hase, das kaninchen, die vögel – all die tiere, die im feld sterben, wenn der bauer mit dem traktor drüber fährt: zählen die nicht? muss man bei denen kein schlechtes gewissen haben, wenn sie fürs soja.schnitzel sterben? oder einfach fürs brot?
und was ist mit den kindern, die teure marken.klamotten nähen?
kein interesse daran?
und die eigenen kinder?
ist es egal, wenn sie ohne atemschutz.maske nicht mehr raus können, nur weil wir jeden meter mit dem auto fahren und unbedingt zweimal im jahr mit dem flieger um die welt fliegen müssen?

nein. das alles zählt nicht.
natürlich nicht.
wieso sollte es auch.

letztens habe ich mit einer jungen frau in einem sozialen netz.werk genau darüber diskutiert.
ein kurzer blick in ihr profil zeigte mir:
sie fliegt gern in ferne länder – dort aber isst sie vegan, klar.
außerdem wandert sie gerne in den bergen, mit einer veganen jause in der hand – in leder.sandalen.
sie macht fotos von sich mit ihrem handy – was das allein an roh.stoffen verschlungen hat, wissen wir alle.
und sie trägt kleidung von primark – einer marke, die ständig negativ.schlagzeilen macht.
aber sie lebt vegan und macht eine richtige religion daraus – sogar ihre haut.probleme wurden weniger, und sie schwitzt nicht mehr so viel.
und der heiligen.schein, der darf natürlich nicht vergessen werden, der heiligen.schein leuchtet so schön, ganz wunderbar.

veganismus ist einfach eine art, das eigene gewissen zu beruhigen.
dass durch den vermehrten anbau von soja ganze land.striche zerstört werden, dass menschen in anderen ländern ihr zuhause verlieren, dass kostbare rohstoffe wie tropenwälder dafür abgeholzt werden, das alles interessiert nicht.
und ob an der neuen hose schweiß und tränen ausgebeuteter arbeiter/innen kleben ebensowenig.
und dass es mehr dinge gibt auf der welt als tiere, die geschützt werden müssen, auch das vergessen veganer/innen ganz gerne einmal.
dass sogar tiere für ihr smart.phone sterben müssen, für den kaffee (der vielleicht aus einer kapsel.maschine kommt) und natürlich auch für den tee.
wer weiter.denkt, soll sich mal informieren, was etwa der vermehrte konsum von quinoa in jenen ländern, wo quinoa heimisch ist, ausgelöst hat – bitte sehr. da schmeckt der vegane quinoa.auflauf gleich doppelt so gut, was?

wie ich das nenne?
naiv.

nein.
veganismus ist auch keine lösung.
die lösung gibt es nicht.
klar.
so ist es doch immer.
denn die probleme sind weitaus viel.schichtiger, als es sich ein durchschnittlicher veganer vorstellen kann.
einfach nur keine tierischen produkte zu essen ändert nichts – außer, dass der eingebildete heiligen.schein immer größer wird.

aber auf nichts zu achten, außer, dass einem nichts tierisches auf den teller kommt –
das ist mit sicherheit zu wenig.
und reicht höchstens, um am abend mit ruhigem gewissen einzuschlafen.
(was ich trotzdem nicht könnte, hätte ich ein primark.nachthemd an.)

übrigens:
auch baum.wolle kann bio sein – und sogar fair.trade.

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© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com