essen. oder auch nicht.

das dies.wöchige thema des webmaster.friday ist ‚essen‘.
eigentlich geht es darum, was wir so essen, was wir gern essen, warum.wieso.weshalb –
ein aller.welts.thema.
nachdem ich hier aber aller.welts.themen mit nicht.aller.welts.themen vermischen möchte, kam mir sofort eine idee.
und zwar eine bananen.idee.

ich schreibe ja schon länger im internet.
damals aber, jahre muss es her sein, zumindest fühlt es sich so an, damals also hatte ich mich bei einer pr.agentur beworben –
und sollte werbe.slogans für bananen texten.

toll.
werbe.slogans. (klar, pr.agentur.)
für.
bananen. (nicht so üblich, aber.)

was also tun?
ich wollte so.sehr.besonders.kreativ sein –
und hab die texte auf einem blog gepostet.
das war damals als bewerbung fast schon mutig.
also – zumindest für mich.

nichts.desto.trotz – es sind ein paar sehr lustige texte raus.gekommen.
bitte sehr.
mein beitrag zum webmaster.friday.
nicht ganz neu – aber sehr lustig, das im nach.hinein zu lesen.
und nicht ganz genau das thema – aber es geht um bananen.
und bananen kann man essen.

***

(ein auszug.)

‚verblüffte blicke folgen mir
wenn ich die strasse entlang spaziere
ich versuche sie zu ignorieren
aber ich kann nicht

krumm ist mein rücken gewachsen
mein neuer anzug hat braune flecken
ich versuche sie wegzuwaschen
aber ich kann nicht

manchmal überlege ich
was ich gerne machen würde
ich schreibe meine gedanken auf
denn das kann ich

ich wäre gern wieder jung
dann würde ich süß und saftig
meinen rücken der sonne entgegenstrecken
aber ich kann nicht mehr

ich würde mich aus der masse hervortun
ich würde mehr sonne tanken
ich würde süßer werden als die anderen
doch auch das kann ich nicht mehr‘

oder

‚was, Sie haben noch nichts von mir gehört? ich bitte Sie, Sie  müssen doch schon mal in einer obstabteilung an mir vorbeigegangen sein? gelb bin ich, grün manchmal, meistens krumm, aber immer süß!
versuchen Sie mich doch einmal als beigabe zu Ihrem müsli, morgens.
oder mischen Sie mich in das fläschchen Ihres babys, abends.
besonders gut eigne ich mich als snack für unterwegs, wenn Sie etwa mit dem fahrrad einen berg erklimmen wollen.
ich glaube, Sie sollten mich einmal vernaschen, Sie werden überrascht sein, was ich zu bieten habe.‘

oder

‚am ende werde ich auf einer torte landen
sie werden vergessen haben
wie sie mich ansahen
sie werden mich genießen
ich werde ihnen auf der zunge zergehen
ihren gaumen liebkosen
und am ende wird mein braunfleckiger anzug vergessen sein
mein geschmack aber wird sich für immer auf ihrer zunge verewigt haben.‘

(anmerkung. nein, ich habe damals den job nicht bekommen. :) nicht wegen der texte, sondern weil es ohnehin keinen fix.job dort gab. oder so.)

***

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***

web.erfahrungen. (nach.trag.)

nun ist er also ins land gezogen, der webmaster.friday dieser woche.
und ich hab es erstmals geschafft, mit.dabei zu sein. (juchu!)
ich habe einen ‚literarischen‘ beitrag mit dem dies.wöchigen thema verknüpft – und mich irre gefreut.

ja, ich war ein wenig … nun, sagen wir mal, drängend.
aber wenn ich auf einer web.site lese –
‚um 17:00 jeden donnerstag kommt das thema‘ –
naja, dann glaub ich das.
(das mag vielleicht naiv sein, aber in zeiten geplanter posts sollte es sich ausgehen. immer.)
und wenn ich, als blog.neuline, auf einer web.site lese, wie die vorgehens.weise ist, dann mach ich das so, nach anleitung – wie auch anders, als neuline.

doch es so:
anders, nämlich.
immer wieder merke ich – so läuft es nicht.
posten, mit.machen, link kopieren, das ja!

aber bitte den link auf die richtige seite kopieren, in die richtige gruppe, am besten doppelt, denn doppelt hält besser. und natürlich erst termin.gerecht am freitag, 0:01. (denn vor.freude und schreib.lust gilt nicht!)
und bitte auf keinen fall mit.machen, um so.genannten ‚traffic‘ zu generieren, nein, wer denkt denn an sowas!
natürlich machen wir alle nur mit, weil … ja, warum eigentlich?

machen wir alle nicht nur mit, um neue leute kennen.zu.lernen? um menschen zu finden, die gerne lesen, was man so schreibt? um klicks zu bekommen, besucher/innen, kommentare, follower – freund/innen gar?
wozu auch sonst sollten wir unsere gedanken auf.schreiben, wozu sonst zeit investieren in eine seite im internet – es gibt doch schon so viele seiten, da käme es auf eine mehr oder weniger auch nicht an.
(wer keine leser/innen möchte, kann auch geheim in ein tage.buch schreiben, analog, mit blei.stift oder füller.feder.)

ich frage mich auch, wieso ich andere blogs ver.linken soll – wenn nicht nur aus dem einen grund, damit diese mehr klicks bekommen, und ich im gegen.zug.
wieso reicht es nicht, den webmaster.friday an sich zu verlinken, wo ohnehin alle beiträge auf.gelistet stehen? und kann es sein, dass sich auch nur die blogs gegen.seitig verlinken, die sich schon kennen?
also doch wieder nur ein kleines dorf innerhalb des weltweiten netz.staates.

ja, ich schreibe.
schon immer. und ich habe es satt, für die schub.lade zu schreiben. ich möchte leser/innen berühren, möchte menschen bewegen, mehr zu lesen.
mehr von mir zu lesen.
und ja, natürlich möchte ich, dass es ‚traffic‘ auf meiner seite gibt – wozu auch sonst die ganze denkerei, tipperei. (das analoge tage.buch.schreiben habe ich schon hinter mir.)
aus diesem grund mache ich beim web.master.friday mit.

ich möchte lesen, was andere schreiben.
ich bin interessiert an neuen gedanken, v.a. an anderen ‚literarischen‘ blogs – ich bin auf der suche nach dem neuen, spannenden.
der x.te blog über haushalts.tricks und katzen.futter interessiert mich nicht – das gibt es schon zu.hauf.
aber ich kann mich, wie hier auf meinem blog zu lesen, un.glaublich über andere blogs freuen, wenn sie mich berühren und zum weiter.lesen verführen.

und ich möchte – natürlich! – auch gelesen werden.
ich möchte menschen finden, denen ich helfen kann beim schreiben – denn das ist mein/e beruf/ung.
(und auch dafür braucht man klicks, besucher/innen, follower.)

für mich ist es unerheblich, ob jemand am donnerstag, 18 uhr, oder am freitag, 12 uhr, postet – wichtig ist, was jemand schreibt. ob ich es lesen will, ob es mich berührt, mich bewegt, mir vielleicht sogar weiter.hilft. und neue denk.ansätze zeigt.

und ja, ich freue mich über neue leser/innen.
ist das denn so verwerflich?

***

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wo bist du? | leben, teil 2

gerade eben hast du mir noch aus dem blätter.dach des birn.baums zugewunken,
ein lächeln auf den lippen.
und dann,
im nächsten augen.blick,
da bist du weg.

ein loch klafft an der stelle, an der du gesessen hast, der ast scheint noch ein wenig zu wippen, und die blätter rauschen deutlich leiser.
ich glaube, sie halten zu mir, sie wollen mir verraten, welchen weg du gegangen bist.
wohin du verschwunden bist.
und warum.

dann werde ich mich jetzt eben aufmachen, dich wieder zu finden.
schon als kind habe ich versteck.spiele geliebt.
ich habe immer alle kinder gefunden, egal wie gut sie versteckt waren –

glaube mir, liebes leben, dich werde ich auch finden!

 

erinnerungen an den sommer.

erinnerungen an den sommer klingen nach erdbeerlutscher und zitroneneis und erster liebe und zehen im sand.

aber das vermute ich nur.

denn meine neuen erinnerungen klingen nach klammen fingern und hustensaft, nach schmutzigem schnee und blauen lippen.

stürmische wellen haben meine erinnerungen an den sommer an blanken felsen zerschlagen, an einem kühlen tag im herbst,
nimm das!,
haben sie geschrieen,
wir sind hier, wir werden kommen, immer wieder, schon sind wir wieder da, wir sind da, sind weg, sind da, sind weg!

meine erinnerungen an den sommer sind zerschellt, verzweifelt versuche ich die bruchstücke wieder zu finden, ich will hinlaufen zu den felsen, ich will retten, was zu retten ist, doch da sitzen die neuen, die kalten erinnerungen, da am strand, ich kenne sie noch nicht so gut, aber ich kenne die blicke, die sie mir zuwerfen, bedeutungsschwer, mitleidsschwanger,
halte dich von den felsen fern,
sagen diese blicke,
wenn du ins rutschen kommst, dann –

noch ein bedeutungsschwerer blick, warnend,
wage es nicht, deine erinnerungen heraufzutauchen, wer braucht sie schon, deine erinnerungen an den sommer, vergiss sie doch, lass sie ertrinken!

stürmische wellen haben meine erinnerungen an blanken felsen zerschlagen, und ich soll zuschauen? soll vergessen, woher sie kamen, wohin sie gehen?

nein!
ich stürze mich in die wellen, vergesse die erinnerungen, die kalten, ich schwimme!

mit weit aufgerissenen augen starren mich meine erinnerungen an,
hol uns heraus!,
doch ich schließe meine augen, kann den anblick der zerschlagenen erinnerungen nicht ertragen, drehe mich weg.
unerledigter dinge klettere ich vom glitschigen felsen wieder hinunter, schwimme zurück an den strand, zu den anderen.
schon einen herzschlag später bereue ich es, das weglaufen, ertrinken lassen, doch warnende blicke und stummer protest belehren mich eines schlechteren –

erinnerungen an den sommer?

die klingen nach erdbeerlutscher und zitroneneis und erster liebe und zehen im sand.

aber das vermute ich nur, ich traue mich nicht, es zu wissen.

***

© Fabian Ebner - sinn.wort.spiel.

© Fabian Ebner – sinn.wort.spiel.

 

 

 

 

 

 

 
(danke an meinen sohn für dieses foto seiner schwester.)