was ich nicht will | 2 | #kolumne

was ich im advent nicht will, das habe ich 2013 einmal aufgeschrieben:

*
ich will nicht.
nein,
ich will das wirklich nicht.
es ist mir vollkommen ernst damit –
und das ziehe ich durch.

ich will mich heuer nicht stressen lassen.

ich will nicht durch geschäfte hetzen,
mit rotwangigen damen am wühl.tisch kämpfen,
ich will keine weihnachts.musik.dauer.berieselung,
weder auf der straße, noch in lokalen oder liften.
ich will keine markt.schreier, die mir ihren punsch verkaufen wollen,
ich will auch keine handgefertigten holz.krippen made in china, dafür umso teurer kaufen.
ich will keine weihnachts.karten, die nicht an mich, sondern an einen haushalt adressiert sind.
und ich will keine radio.moderator*innen, die entscheiden, welches lied ich zu welcher tages.zeit hören darf.
nein.
ich will das alles nicht!

ich will

ruhe.
besinnlichkeit.
zeit mit der familie.
kekse aus dem eigenen back.ofen.
schiefe weihnachts.sterne, die mit liebe gebastelt wurden.
und niemanden, der mich komisch anblickt, weil ich auch einmal ‚last christmas‘ hören möchte.

das ist advent –
alles andere ist nur als ob.
*

aber das mit dem wollen, das ist so eine sache –
denn heuer wären manche dieser wünsche ganz anders.

ich würde gerne
auf den christkindl.markt gehen, ohne maske punsch schlürfen, mich an gebrannten mandeln satt essen
und furchtbare weihnachts.lieder in endlos.schleife hören, draußen, in lokalen, in liften.
ich würde gerne
sämtliche familien.mitglieder einladen und ganz fest umarmen
und ihnen die schiefen weihnachts.sterne zeigen, die mit liebe gebastelt wurden.
und ich würde mich gerne
komisch anschauen lassen, wenn ich zum hundertsten mal ‚last christmas‘ höre
und wie jedes jahr ‚das letzte einhorn‘ anschaue.

heuer aber ist die advents.zeit genau so, wie ich es mir 2013 gewünscht habe –
und das ist gleichzeitig traurig und wunderbar.

draußen schneit es, sagte meine mutter. (#lyrik)

draußen schneit es,
sagte meine mutter einmal zu mir, als ich noch ein kleines kind war,
komm, sieh dir die flocken an, sie tanzen so wunder.hübsch durch die nacht, wie es nur schnee.flocken können, das musst du sehen,
und ich,
ich kletterte aus meinem bett und blickte aus dem fenster, mit großen augen und pochendem herzen,
weil der erste schnee doch immer spannender ist als der zweite oder der dritte,
und ich blickte hinaus in die nacht und
dann sah ich sie, die flocken, sie tanzten so wunder.hübsch durch die nacht, wie es nur schnee.flocken können,
und ich stand da mit klammen fingern und kalten zehen, aber das wollte ich meiner mutter nicht sagen, ganz still war ich, damit ich nicht wieder ins bett musste,
ich wollte hier stehen bleiben, mit klammen fingern und kalten zehen, ich wollte die schnee.flocken beobachten und
die leichte wärme meiner mutter für immer neben mir spüren.

draußen schneit es,
sagte meine mutter einmal zu mir, als ich noch ein kleines kind war,
komm, sieh dir die flocken an, sie tanzen so wunder.hübsch durch die nacht, wie es nur schnee.flocken können, das musst du sehen,
und ich,
ich klettere noch heute aus dem bett und blicke aus dem fenster, mit großen augen und pochendem herzen,
weil der erste schnee doch immer spannender ist als der zweite oder der dritte,
und ich blicke hinaus in die nacht und
sehe sie, die flocken, sie tanzen so wunder.hübsch durch die nacht, wie es nur schnee.flocken können,
und ich stehe da mit klammen fingern und kalten zehen, aber das sage ich niemandem, ganz still bin ich, damit ich nicht wieder ins bett muss,
ich stehe hier, mit klammen fingern und kalten zehen, ich möchte die schnee.flocken beobachten und
die leichte wärme meiner mutter noch einmal neben mir spüren.

***

meine ein.reichung zum dies.jährigen advent.mosaik.kalender.

heute nacht.

bald, liebe leute, bald!

bald kommt es wieder, das christ.kind.
ich freu mich.

*

sinn.wort.spiel.

heute nacht
um kurz nach acht
da kam ganz sacht
und unbedacht
der weihnachts.mann durch unsren schacht.

*

und die moral von der geschicht:
zu uns kommt das christ.kind –
der weihnachts.mann nicht.

***

© S.H.exclusiv - Fotolia.com © S.H.exclusiv – Fotolia.com

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weihnachts.zeit.

es ist wieder so.weit.
schön!

und schon schneit es wieder auf dem blog.
das mag ich.

* * *

sinn.wort.spiel.

wenns draußen stürmt,
wenns draußen schneit,
dann ist wahrscheinlich weihnachts.zeit.

wir trinken punsch,
wir trinken tee,
und purzeln lachend durch den schnee.

und abends dann,
in dunkler nacht,
da werden kerzen angemacht.

da wird gekuschelt auf dem bett –
nett.

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weihnachts.freuden. (#kolumne)

die tage vor weihnachten sind für kinder besonders spannend.
werde ich das christ.kind sehen?
wird es ein weißes kleid anhaben?
werde ich viele geschenke bekommen?
mit strahlenden augen öffnen sie jeden tag den selbst.gemachten advents.kalender, freuen sich über die kleinigkeiten, die sich darin verstecken, bauen die figuren liebevoll auf kleinen bühnen auf und genießen das stückchen schokolade, als wäre es das teuerste stückchen schokolade der welt.

bei uns war das jetzt viele jahre so – bis ich vergangenes jahr auf die eher dumme idee kam, den advents.kalender nicht mehr selbst zu befüllen, sondern einzukaufen.
eine wahrlich schlechte entscheidung.
denn schon am sechsten tag war hinter dem türchen –

nichts.

die schräg.lage des kalenders ließ darauf schließen, dass das vermisste figürchen wohl nach rechts gerutscht war – wie, das war mir ein rätsel.
im kästchen neben der sechs fand ich jeden.falls zwei figuren.
(wie froh war ich in diesem moment, dass die kleine tochter den kalender nicht selbst öffnen kann – der blick in das leere kästchen hätte mir wohl das herz gebrochen.)

so ging das dann die nächsten tage weiter.
ich entnahm dem kalender jeden tag eine figur – immer jedoch aus irgend.einem kästchen.
und immer mit einem komischen gefühl im bauch.

zu recht.

denn am ein.und.zwanzigsten tag war gar nichts mehr zu finden.
in einem anfall von unglauben wurde der gesamte kalender zerlegt, jede papier.lasche geöffnet –
nichts.
(und wieder war ich unendlich froh, dass die kleine es nicht bemerkte. sie freute sich über die schon vorhandenen figuren – der rest war ihr egal.)

trotzdem.
so etwas sollte wirklich nicht passieren.
hätte die große schwester den kalender bekommen und alleine geöffnet, ich möchte mir die enttäuschung nicht einmal vorstellen.
ein spontanes mail an die firma blieb bisher unbeantwortet.
(dabei war ich nicht einmal wirklich böse, nur sehr enttäuscht.)

doch das neue jahr ist noch jung –
vielleicht bekomme ich ja noch eine antwort.

zumindest eine entschuldigung sollte es den herstellern wert sein.
oder nicht?

eines jedoch ist gewiss,
auch wenn der hersteller mittlerweile die fehlenden teile ersetzt hat:
2014 ist wieder ein jahr des selbst.gemachten advents.kalenders.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

 

 

 

 

regen.tropfen.

regen.tropfen
klopfen
an mein fenster.

sie tragen
kragen
aus eis und schnee.

ihr kleinen,
feinen,
friert ihr denn nicht?

da lachen sie nur mit rotem gesicht.

***

advent.

was ich nicht will | 1 | #kolumne

ich will nicht.
nein,
ich will das wirklich nicht.
es ist mir vollkommen ernst damit –
und das ziehe ich durch.

ich will mich heuer nicht stressen lassen.

ich will nicht durch geschäfte hetzen,
mit rotwangigen damen am wühl.tisch kämpfen,
ich will keine weihnachts.musik.dauer.berieselung,
weder auf der straße, noch in lokalen oder liften.
ich will keine markt.schreier, die mir ihren punsch verkaufen wollen,
ich will auch keine handgefertigten holz.krippen made in china, dafür umso teurer kaufen.
ich will keine weihnachts.karten, die nicht an mich, sondern an einen haushalt adressiert sind.
und ich will keine radio.moderator*innen, die entscheiden, welches lied ich zu welcher tages.zeit hören darf.
nein.

ich will das alles nicht!

ich will

ruhe.

besinnlichkeit.

zeit mit der familie.

kekse aus dem eigenen back.ofen.

schiefe weihnachts.sterne, die mit liebe gebastelt wurden.

und niemanden, der mich komisch anblickt, weil ich auch einmal ‚last christmas‘ hören möchte.

das ist advent –

alles andere ist nur als ob.

***

© Denis Junker - Fotolia.com

© Denis Junker – Fotolia.com

weihnachts.zeit.

wenns draußen stürmt,
wenns draußen schneit,
dann ist wahrscheinlich weihnachts.zeit.

wir trinken punsch,
wir trinken tee,
und purzeln lachend durch den schnee.

und abends dann,
in dunkler nacht,
da werden kerzen angemacht.

da wird gekuschelt auf dem bett –
nett.