warum #vegan ein bisserl naiv ist – und warum ich trotzdem manchmal auf vegane produkte achte. (#kolumne)

vegan zu leben ist heutzutage in
wer etwas auf sich hält, greift zu veganen produkten, verzichtet den tieren zuliebe auf ein steak und fühlt sich dadurch allen anderen moralisch ein bisschen überlegen.
weil ich generell nach dem motto leben und leben lassen agiere, stört mich das normalerweise nicht –
nach der letzten diskussion mit ein paar veganer/innen allerdings hab ich beschlossen, mal ein paar dinge klarzustellen, denn:
wirklich vegan zu leben ist eigentlich unmöglich und auch der versuch wahrlich kein grund, die moral.keule zu schwingen.

das bisschen luxus.veganismus, das bei uns in mode ist, hilft eigentlich niemandem außer dem eigenen gewissen –
und mit ein bisschen recherche nicht einmal dem.

ich höre schon den auf.schrei aller veganer/innen, die das jetzt lesen, aber bitte:
das soll keine hass.schrift gegen veganismus sein, auf keinen fall! 
ich greife ja selbst bei kosmetik oder putzmitteln etwa immer zu veganen produkten, weil ich den gedanken schrecklich finde, dass auch nur ein tier in einem labor leiden muss, nur weil ich schöner sein möchte.
dennoch glaube ich, dass es wichtig ist, ein wenig mehr licht in dieses thema zu bringen, da gerade veganer/innen dazu neigen, besagte moral.keule zu schwingen und alle, die nicht vegan leben, grundsätzlich zu verteufeln.
ich frag mich aber oft: mit welchem recht eigentlich?

sehen wir uns doch ein paar dinge ein wenig näher an:

den frühstücks.kaffee zum beispiel.
ohne milch ist er vegan, klar, bei der ernte von kaffee.bohnen kommen kaum tiere zu schaden, und es gibt auch etliche sorten, die nicht mit bienenwachs behandelt werden. mit milch getrunken ist der kaffee schon nicht mehr vegan – also wird gern zu diversen pflanzen.milch.erzeugnissen gegriffen.
aber ganz ehrlich –
wer meint, dass jede mandelmilch vegan sei, der irrt gewaltig:
der großteil der für mandelmilch verwendeten mandeln stammt aus kalifornien, dort aber sterben jährlich ein paar millionen bienen, damit die mandel.ernte so verläuft wie geplant.
(hier nachzusehen, ist wirklich dramatisch.)
und die tatsache, dass nur fairtrade.kaffee sicherstellt, dass bei der produktion die arbeitsbedingungen der menschen gut sind und sie auch wirklich ausreichend geld für ihr erzeugnis bekommen, macht die wahl des kaffees auch nicht leichter.
den griff zu angeblich veganen kaffee.kapseln, den muss ich wohl nicht kommentieren.

auch klassische schoko.creme ist ob der enthaltenen milch nicht vegan –
nahezu jede vegane variante jedoch enthält palmöl, das zwar nicht von tieren stammt, aber weder gesund noch nachhaltig ist, und bei dessen an- und abbau tausende tiere aus ihrem lebensraum vertrieben werden und sogar sterben.
(hier nachzulesen.)
palmöl komplett zu ersetzen wäre aber genausowenig zielführend (hier nachzulesen), und bei der ernte von kokosnüssen für kokosöl werden affen als sklaven eingesetzt. (bitte sehr.)
all das wird aber als vegan verkauft.
naja.

zum frühstück wird auch gern eine schüssel quinoa genossen. quinoa enthält eine vielzahl an wichtigen inhaltsstoffen und ist deshalb vom veganen speiseplan nicht mehr wegzudenken. dass die massive nachfrage nach quinoa aber ökologische schäden in den anbau.ländern nach sich zieht und dazu führt, dass in genau jenen ländern, in denen es angebaut wird, die einheimischen an chronischer unterernährung leiden, wird gern vergessen.
(hier nachzulesen, etwa.)
auch die meisten brotsorten sind vegan oder können vegan gebacken werden –
glauben zumindest viele veganer/innen.
ein besuch auf dem bauernhof meines onkels zeigt, dass diese annahme auf reinem un.wissen basiert:
würde mein onkel nicht ein paar hunde durch das maisfeld treiben, bevor er mit der ernte beginnt, lägen danach dutzende tote rehkitze, kaninchen, mäuse und vögel im feld.
das macht ein großbauer aber nicht –
und so sterben bei der ernte diverser getreide- und gemüsesorten alle tiere, die das feld bisher für ein geeignetes wohn.zimmer hielten, vor allem der nachwuchs, der dort versteckt wurde.
(glaubst du nicht? stimmt aber.)

ich frag mich dann immer, wieso veganer/innen tiere in tötbar und nicht tötbar einteilen (denn das tun sie).
wieso stört das für’s semmerl gestorbenen rehkitz niemanden, ein totes schwein für den griller aber ist der wahnsinn? wieso interessieren millionen tote bienen für die mandel.milch nicht, die milch von einer heimischen kuh, die beim melken aber nicht mal leidet, ist schrecklich?

wenn ich darüber nachdenke, wird mir als land.mädel mit bauern als vorfahren recht schnell klar, dass veganismus deshalb vor allem von hippen jungen leuten in urbanen gegenden ausgelebt wird, weil sie recht wenig ahnung von landwirtschaft und dem drumherum haben.
bio.landbau etwa kann nur funktionieren, wenn der bauer oder die bäuerin nutztiere hat. (ist hier gut beschrieben.)
das bedeutet aber im gegenzug, dass weder bio.obst noch bio.gemüse wirklich vegan sein kann.
und das bedeutet auch, das veganismus nur in gegenden gelebt werden kann, in denen die menschen nicht von tieren abhängig sind, weil eh andauernd ein bio.laden geöffnet hat und die vermeintlich veganen produkte einfach gekauft werden können.

einen interessanten artikel zu diesem thema hab ich auch hier gefunden.
(ihr merkt: dieses thema interessiert mich wirklich.)
lifestyle.veganer/innen interessieren sich recht oft nur dafür, dass sie keine tiere essen –
der rest ist ihnen egal.
wie der artikel schön schreibt: ‚Ja, rein technisch gesehen (darüber schrieb ich bereits in der Februar-Kolumne) sind Kunstlederschuhe aus an Sklaverei grenzenden Verhältnissen in Bangladesch oder Gen-Mais aus konventioneller Landwirtschaft vegan. Mein Ansatz ist anders.‘
ich könnt manchmal weinen, wenn ich sehe, wie hippe junge veganerinnen bei primark einkaufen und dann stolz ihre neuen teile zu einem veganen ami.ketten.kaffee ausführen –
und vollkommen vergessen, dass die neuen klamotten in fabriken unter schrecklichen bedingungen genäht wurden und die kaffee.kette kaum einen cent an steuern zahlt.
da trink ich lieber ein glas milch von einer kuh auf einem bio.bauernhof und weiß: meine klamotten stammen nicht aus fabriken, in denen die menschen eingesperrt sind.

wer in allen lebens.lagen vegan sein möchte, darf natürlich auch nicht geimpft werden und keinerlei medizinische versorgung in anspruch nehmen –
alle medikamente werden an tieren getestet …
und ich bin dennoch sehr froh, dass es diese impfungen und medikamente gibt.
und auch sonst darf man als veganer/in eigentlich recht wenig:
ich hab im urlaub etwa erlebt, dass eine schwalbe den bus, mit dem wir gefahren sind, übersehen hat und hart an die front.scheibe geknallt ist. überlebt hat sie das wohl kaum.
auch im all.tag tötet man (wissentlich oder nicht) allerhand tiere –
ja, ameisen sind auch tiere. sogar die spinnen, die wir mit dem haus.patschen erschlagen, und die läuse auf den köpfen unserer kinder.

um es noch polemischer zu formulieren:
kein /e veganer/in lebt vegan.
und ich finde das nicht mal verwerflich, weil ich ja weiß, dass es nicht zu einhundert prozent klappen kann –
mir geht nur die moral.keule mächtig auf die nerven.

wer weiß, dass das smart.phone, mit dem er oder sie anderen erklärt, wie schlimm es ist, heimische butter zu essen, viel tier- und noch vielmehr menschenleid hervorruft, müsste andren nicht dauernd mit der moral kommen.
wer weiß, dass der bildschirm, auf dem er oder sie eine serie schaut, während vegane snacks genascht werden, nicht vegan ist, müsste nicht dauernd moral.keulen schwingen.
und wer verstehen würde, wie landwirtschaft wirklich funktioniert, könnte einsehen, dass ein bisserl bio.milch der kuh nicht weh tut, aber die umwelt und auch die tiere schont und den heimischen bauern und bäuerinnen massiv hilft.

was ich aber vor allem super finden würd?
einerseits –
die abkehr vom veganen bekehren wollen. ich finds bewunderns.wert, wenn es jemand schafft, keine tierischen produkte zu sich zu nehmen …
und auch bewunderns.wert naiv.
ich möchte aber nicht bekehrt werden und auch niemanden bekehren. ich leb ein sehr achtsames leben, ess wenig fleisch (und wenn, weiß ich, wo es herkommt und wie das tier gelebt hat), ich kauf nix aus läden, von denen man weiß, wie krass die produktions.bedingungen sind, ich kauf vor allem regional, saisonal und bio, und ich vergesse nicht, dass nicht nur tiere geschützt werden müssen, sondern auch menschen –
aber ich bild mir nix drauf ein. ich mach das schon immer so, so hab ich es gelernt, und so geb ich es meinen kindern weiter.
mein gewissen?
dem geht’s gut, danke der nach.frage.

andererseits –
würd ich es sehr begrüßen, wenn veganer/innen damit aufhören würden, tiere un.bewusst in tötbar und nicht tötbar einzuteilen und auch den schutz von menschen ernstzunehmen würden.
natürlich soll kein tier in tier.fabriken leiden, logisch –
aber auch kein mensch soll ausgebeutet werden.
und die tatsache, dass auch für vegane lebens.mittel und die meisten gebrauchs.gegenstände ebenso tiere wie menschen leiden und sterben, sollte viel öfter in den brenn.punkt der diskussionen gerückt werden –
denn auch bienen sind tiere, für uns menschen vermutlich sogar die wichtigsten.

(wenn man bedenkt, dass es ohne bienen nix zu essen gäb, weil nix bestäubt werden würd, ist folglich auch nix vegan.) 

wie wär’s, wenn wir uns auf folgendes einigen:
jede/r darf tun, wie er oder sie mag –
weil wir eh nur gemeinsam was bewegen können.
und niemand schwingt eine moral.keule, wo es keine zu schwingen gibt –
schon gar nicht aus un.wissenheit oder naivität.

wenn ich mich um das eine sorge, und ihr euch um das andere, und wieder jemand anderer um noch was anderes, dann sorgen wir uns gemeinsam um alles, und keiner kommt sich deswegen besser vor –
wär das nicht super?

***

wie immer bei solchen themen gilt auch dies.mal:
diskussion, sehr gerne –
wer sich aber im ton vergreift, darf nicht mehr mit.reden.
:)

nach.trag: 

wer anonym beschimpfungen loslässt, wird übrigens nicht mal zur diskussion freigeschalten. das ist mein blog – hier wird nicht rumgepöbelt. 

 

 

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9 Kommentare zu “warum #vegan ein bisserl naiv ist – und warum ich trotzdem manchmal auf vegane produkte achte. (#kolumne)

  1. Pingback: Ist bio und öko wirklich immer die bessere Wahl? | Sibl and the Wheel

  2. Scheinbar hast du sehr oft schlechte Erfahrungen mit veganern/veganerinnen gemacht. Das ist wirklich schade.
    Natürlich gibt es die „lifestyle veganer“, die das ganze als „hip“ ansehen. Es gibt aber nicht nur diese. Tatsächlich gibt es auch Menschen, die niemanden bekehren wollen, die darauf achten kein Palmöl zu konsumieren, und einfach versuchen so weit es eben geht vegan zu leben. Vielen Veganern ist durchaus bewusst, dass es nicht überall geht, aber bis zu einem gewissen Grad ist schon vieles möglich. Und dieses „bisschen“ ist meiner Meinung nach keine Augenwischerei, sondern bewegt wirklich etwas. Das kann natürlich jeder sehen wie er mag.
    Allerdings finde ich es schade, dass du Menschen, die auf Fleisch verzichten, als naiv bezeichnest. Nicht jeder Veganer ist so unaufgeklärt, wie du es beschreibst. Ganz im Gegenteil. Ich habe bisher keinen kennen gelernt, der sich nicht kritisch mit dem Thema auseinander setzt.
    Natürlich sind persönliche Meinungen oft ein wenig einseitig – schließlich geht es dabei immer um eine bestimmte Sicht, die man hat. Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass ich das Thema etwas positiver sehen kann. Für mich ist nun einmal jedes Tier, das weniger geschlachtet wird, etwas wert. Auch jede Milchkuh. Und ja, mir ist ein Bauernhof durchaus nicht nur aus dem Fernseher bekannt ;) Und, dass im Moment noch wahnsinnig viel Fleisch und Milch produziert und exportiert wird ist mir auch klar. Aber alles auf einmal ändern geht nuneinmal leider nicht.
    Ich denke auf jedes Detail einzugehen würde an dieser Stelle etwas zu weit führen und – seien wir mal ehrlich – nicht jeden Leser interessieren ;) Tatsächlich sehe ich aber selbst die Luxus Veganer nicht als kleine, naive Kinder, die gar nichts bewirken.

    Betonen möchte ich zu guter Letzt noch: Ich stelle mich nicht über andere Menschen. Ich fühle mich einfach wohl mit meiner Art zu leben. Natürlich fände ich es schön, wenn andere das ähnlich sehen würden. Aber jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und entscheidet ganz allein, was er mit seinem Leben macht. Zum Glück habe ich bisher kaum Veganer kennen gelernt, die ihre Nasen in den Himmel recken und sich als Retter der Menschheit ansehen. Im Gegenzug dazu muss ich eher Spott und Häme über mich ergehen lassen, weil ich mir kein Steak reinziehe. Ich denke es gibt auf beiden „Seiten“ tolerante Menschen und Idioten.

    Liebe Grüße
    Julia

    Gefällt 2 Personen

    • hallo liebe julia.

      ja sehr oft. täglich eigentlich. und sogar analog.
      manchmal wird man sogar beim essen von jemandem angeschrien, weil man fleisch isst.
      komisch eigentlich, oder?
      kennst du eine andere gruppe von menschen, die so einen schlechten ruf hat und von der jede/r sagt, sie bekehren menschen und tolerieren keine anderen lebensmodelle?
      ich schon – sind keine guten gruppen. und ich kann mir nicht erklären, wieso das so ist – 
      vor allem weil der großteil der beteiligten kein recht daruaf hat, sich moralisch über andere zu erheben.

      das „so weit es geht“ kommt bei den meisten nicht an –
      und das find ich schade.
      dass dieses bisschen was bewegt, mag sein, es gäb aber weit wichtigeres als ’steak ja oder nein‘ –
      genau darüber aber entbrennen immer die grundsatzdiskussionen, während neben dem pc ein wegwerf.kaffeebecher aus plastik steht.

      naiv bezeichne ich nur jene, die meinen, vegan zu leben, weil sie auf fleisch verzichten, und deshalb besser zu sein – obwohl der fleischverzicht das einzige ist, was sie vegan macht.
      ich hab auch erläutert, warum. sie teilen die lebewesen bloss in tötbar und nicht tötbar ein – und das macht sie damit mMn zu richtig schlechten menschen, weil es kein weniger wertvolles lebewesen gibt.

      nein, manche veganer/innen sind topfit und wissen bescheid, das stimmt –
      leider nur höchstens 5% aller.

      ich freue mich sehr, dass du anders zu sein scheinst, ich kenn dich ja leider nicht persönlich –
      aber ich empfehle einen blick in soziale kanäle und das lesen diverser kommentare unter posts, bei denen es um fleisch- oder milchkonsum geht. da vergisst manch eine/r recht schnell die gute kinderstube.

      und schau, genau das mein ich:
      du erntest spott, weil du kein steak isst, aber ein semmerl isst du schon und trinkst mandelmilch.
      erklär mir bitte, wieso die häschen und rehe und bienen, die dafür gestorben sind, auf der „ich lebe vegan“-rechnung nicht aufscheinen.
      sobald ich das jemanden frage, werd ich beschimpft, argumente folgen nie. noch niemals hab ich darauf eine antwort bekommen, die nicht auf beschimpfung und ablenkung basiert.
      dabei ist so ein reh sogar süsser als ein schwein, und ohne bienen stirbt die menschheit. die ganze.
      oder raupen – es sterben massig raupen bei der salaternte.
      und warum hört die tierliebe bei läusen auf –
      warum bezieht sie sich ausschließlich auf nutztiere am bauernhof?
      die versklavten affen fürs kokosöl leiden schließlich auch, vermutlich mehr als eine kuh oder ein schwein. immerhin sind affen unsere nächsten verwandten im tierreich.
      du verzichtest aber sicher nicht auf kokosöl, richtig?

      das interessiert mich wirklich, denn das ist wirklich eine spannende frage, wenn nicht überhaupt die eine.
      denn deine antwort formulierst du vermutlich auf einem gerät, für das tiere und menschen ausgebeutet und getötet wurden.

      wieso also wird bei manchen tieren so ein aufstand gemacht, sogar wenn sie weder leiden nich sterben (siehe milch) –
      und andere interessieren einfach nicht? ein bissl scheinheilig ist das schon, findest du nicht?

      das hat mit toleranz eigtl. gar nix zu tun – 
      das ist naiv.

      happy freitag!
      sybille

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      • Liebe Sybille,
        ehrlich gesagt bin ich sehr erschrocken! Wenn du täglich beim Essen für deinen Fleischkonsum angeschrien wirst, ist das ja eine unhaltbare Situation. Natürlich kenne ich nicht die Hintergründe. Aber ich würde mich in diesem Fall von diesen Menschen distanzieren.
        Tatsächlich kenne ich solche Gruppen gar nicht und hätte wahrscheinlich auch keine Lust, mich mit solchen Menschen auseinander zu setzen.
        Es ist wirklich seltsam, dass du nur so wenige freundliche Veganer kennst und auch glaubst, dass nur 5% der Veganer gut informiert sind. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen – zum Glück – gar nicht.
        In sozialen Kanälen kochen die Emotionen oft sehr hoch, die Leute sind enthemmt (weil zum Teil ja anonym und sicher hinter Smartphone und Pc versteckt) und schreiben mal eben schnell hin, was durch deren Köpfe geistert. Das ist ein Grund dafür, dass ich mich von solchen virtuellen Orten fern halte. Man muss nicht überall mitlesen und diskutieren. Davon abgesehen, nehme ich auch die Seite der Fleischesser als oft sehr aggressiv und unfreundlich in sozialen Netzwerken wahr. Da wird gerne provoziert und persönlich angegangen. Ich denke das hat kaum etwas mit vegan sein oder nicht zu tun. Trolle und unmögliche Leute gibt es überall.
        Ein Semmel esse ich übrigens nicht und Mandelmilch wiegesagt auch nicht ;) Ich glaube auch, dass eine Diskussion, was ich nun esse oder nicht, keinen von uns zufrieden stellt. Da müsste man deutlich mehr in die Tiefe gehen. Ich kann nur wiederholen, dass ich so vegan wie möglich lebe. Ich bin kein Übermensch und kann auch nicht alles verhindern. Das ist mir bewusst. Aber wo ich es in meinem Rahmen kann, da tue ich es. Mal davon abgesehen, dass es mir gesundheitlich auch zu Gute kommt.
        Ich empfinde mich nicht als naiv und mir ist klar, dass ich da anders denke, als du. Zum Beispiel finde ich nicht, dass eine Milchkuh ein schönes und langes Leben führt. Das mag in Ausnahmefällen vielleicht so sein, in der Regel aber nicht. Das ist nur meine Meinung und ich respektiere, dass du das anders siehst.
        Nur, weil ich nicht jeden Tod verhindern kann bedeutet dies nicht, dass er mich nicht interessiert oder auch betroffen macht. Deine Worte sind hier und da schon etwas provokant, was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass du selbst oft provoziert wurdest. Man muss aber immer von Fall zu Fall neu entscheiden. Ein Feindbild bringt – egal worum es geht – gar nichts, außer negative Emotionen und sogar Hass.

        Liebe Grüße
        Julia

        Gefällt 1 Person

        • hello again.
          von täglich schreib ich nichts, richtig? richtig. manchmal steht da.
          denn täglich esse ich mit meiner familie, und da schreit mich niemand an.
          aber wenn wir in einer größeren runde essen gehen, ist immer eine veganerin dabei (fast immer weiblich, ja), die auszuckt, wenn die andren fleisch oder milchprodukte verzehren –
          und auf nachfrage so gar keine ahnung hat, wie ihr essen eigentlich produziert wird und wer aller für ihren veganen chai latte das leben lassen musste.
          das find ich komisch. (und nicht nur ich.)

          genau. ich hab auch keine lust, mich mit solchen menschen auseinanderzusetzen, dennoch liegt es mir am herzen, ein paar dinge klarzustellen, wenn die moralapostel/innen sich aufregen. alles und jeden zu ignorieren hat nämlich die welt zu der gemacht, die sie jetzt ist – und das ist keine gute.

          ja, die fleischfresser/innen sind auch oft recht aggressiv, stimmt –
          aber wenn mir eine veganerin in primarkklamotten mit lederschuhen erklärt, dass ich mit meinen heimischen fairtrade-birkenstocklatschen mit bambuskaffeebecher ein schlechter mensch bin, weil ich einmal die woche heimisches biofleisch esse … da regt man sich dann doch schnell mal auf. und genau so läuft es meistens ab.
          auch ein problem: der irrglaube vieler veganer/innen, dass wir omnivoren täglich nur fleisch essen. das machen bestimmt manche, der großteil der menschen, die sich für lebensmittel interessieren, aber nicht. oder dass mit avocados so super sind – ein bioschnitzel aus österreich hat einen besseren ökolog. fußabdruck als eine avocade, die aus übersee eingeflogen wurde und auf diesem flug etliche vögel töete. aber um so kleinigkeiten gehts ja nicht, gell.

          darf ich fragen, was du isst?
          kein fleisch, keine pflanzenmilch, kein brot anscheinend – gesund klingt das nicht, nur kartoffeln und körndl und obst/gemüse. und vielleicht synthetische ersatzprodukte? nee oder?

          ach, auf dem biobauernhof meines vertrauens leben wahrlich glückliche kühe. als landmädel kenn ich vermutlich auch mehr milchkühe als die meisten veganer/innen (von denen gibt es auch kaum welche am land, wundersamerweise ;) ), und ja, die können glücklich sein. auch lange leben sind da möglich …
          und sogar usus auf biobauernhöfen. einfach mal dort vorbeischauen – da sieht man dann manchmal, dass es nicht nur massentierhaltung gibt, wie uns peta und co. vermitteln wollen.
          ich lade dich auch gerne ein, mich auf den bauernhof meines onkels zu begleiten – dort sind die rinder glücklicher als die meisten menschen es je sein werden. und das schmeckt man dann natürlich auch.
          in dem fall ist deine meinung also wirklich nur eine meinung und kein faktum –
          würden alle leute, wie ich, drauf achten, nur milch von wirklich glücklichen kühen zu kaufen, gäbs davon mehr –
          wie gesagt, ein biobauer braucht kühe, damit du eine biogurke essen kannst, darum kommen wir nicht herum. und schon allein deswegen ist die vegane lebensweise eine vom aussterben bedrohte –
          wer gegen monsanto und glyphosat kämpft, kann nicht vegan leben, die synthetischen düngemittel etwa müssen ja durch biologische ersetzt werden, und das ist nun mal tiermist.
          tja.

          natürlich sind meine worte provokant, deswegen hab ich ja den artikel geschrieben, um zu provozieren. das hat aber nichts damit zu tun, dass mir manche leut massiv auf den senkel gehen, sondern dass ich 1. immer so schreibe und ich 2. der meinung bin, dass nur provokation die menschen aufrüttelt. und aufrütteln ist wichtiger als alles andere.
          solange da draußen pseudo.veganer/innen durch die welt rennen, mit starbucks.wegwerf.kaffeebechern und billig.klamotten aus indien, so lang wird sich auf unserer welt nix ändern –
          und darum gehts mir.

          auf der anderern seite sind meine worte auch wahr –

          und ich möchte hervorheben:
          du hast mir nicht verraten, wieso ein für getreide/pflanzenmilch/… gestorbenes tier oder für kokosöl versklavter affe weniger wert ist als eine für ein schnitzel geschlachtete kuh –
          interessant.

          lg
          sybille

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          • Liebe Sybille,
            ich werde hier noch ein letztes Mal antworten. Eine gute und faire Diskussion in den Kommentaren zu führen ist nicht möglich.
            Du schreibst „ja sehr oft. täglich eigentlich. “ Da habe ich dich wörtlich genommen. Dass du dies nun zurücknimmst verwundert mich. Auch wundert mich diesbezüglich deine schnippische Art, aber ich möchte da einfach mal nicht zuviel rein interpretieren.
            Ich finde es wiegesagt schade, dass du scheinbar durchweg so negative Erfahrungen gemacht hast und dir noch weitere antust, indem du an destruktiven Diskussionen in sozialen Netzwerken oder sonstwo teilnimmst. Aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden. Dein Bild über die bösen Veganer wird sich dadurch jedenfalls nicht ändern. Schade.
            Der Großteil der Menschen, die sich für Lebensmittel interessieren ist leider nicht sehr groß. Das bemerke ich immer wieder im Supermarkt. Da ist noch viel Luft nach oben, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

            Ich werde hier öffentlich nicht auflisten, was ich esse. Darüber kann man sich gerne außerhalb von Kommentaren unterhalten. Ich denke aber auch dies wäre weder für dich, noch für mich zielführend. Du würdest geradezu nach irgendeinem Lebensmittel suchen, dass dir nicht in den Kram passt. Und darauf herum hacken. So schätze ich dich inzwischen leider ein. Vielleicht irre ich mich aber auch. Schade finde ich, dass du direkt Annahmen parat hast, was ich wohl esse. Damit bist du leider keinen Deut besser als deine Pseudo-Veganer. Ohne mich zu kennen witterst du hinter jeder Ecke, dass ich doch nicht so vegan wie möglich lebe oder gar völlig ungesund. Ich passe in dein Weltbild nicht hinein und daher willst du mich „entlarven“. Aber was hast du davon? Bestätigung? Ein besseres Gefühl? Oder gar Triumph? Siehst du wohin wir kommen, wenn wir immer einfach Dinge annehmen?

            Während deine Pseudo-Veganer ja keine Ahnung haben, scheinst du die Weißheit mit Löffeln gefressen zu haben. Indem du einen Öko-Bauerhof kennst, kennst du leider nicht alle. Und immer anzunehmen, dass die Veganer noch nie ne Milchkuh gesehen haben, ist auch etwas abwegig.
            Deine Art zu schreiben wird mir langsam wirklich zu überheblich. Es gibt Alternativen für Bauern auch ohne Nutztiere zu wirtschaften. Hier mal ein Link dazu: https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/bio-veganer-landbau
            Aber mir ist klar, dass dies einfach deine Meinung ist. Ich könnte dich mit Links zuballern, die zu gegenteiligen Ergebnissen kommen als du. Aber eine ernsthafte Auseinandersetzung mit möglichen Alternativen kommt für dich – so wie du dich hier präsentierst – nicht in Frage. Das respektiere ich und werde daher auch nichts mehr dazu schreiben oder gar Links einfügen.

            Ja, aufrütteln ist hier und da wichtig. Aber auch eine faire Auseinandersetzung und Diskussion sollte doch möglich sein.

            Ich habe nie geschrieben, dass ein Tier weniger wert ist als das andere. An deinem Beispiel möchte ich auch nicht herum diskutieren, denn es beruht darauf, dass du annimst ich würde das so sehen. Tue ich aber nicht. Du bist der Meinung, dass nicht jede Kuh leidet, wieso sollte dann jeder Affe leiden? Wenn es bei dir einen tollen Biobauernhof gibt, wieso sollte es das nicht auch anderswo geben? Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß. Und das macht es hier und da kompliziert. Wir müssen alle genau hinschauen, woher unsere Nahrungsmittel, Kosmetik etc. kommt. Aber prinzipiell zu sagen, dass vegane Produkte, oder Produkte aus anderen Ländern scheiße sind, führt nicht zum Ziel.

            Deine Interpretation meiner Worte gefällt mir nicht. Aber daran kann ich nichts ändern. Ich wünsche dir einfach, dass du irgendwie deinen Frieden findest mit diesem Thema und dich nicht so wahnsinnig über andere Menschen aufregen und erheben musst. Denn genau das tust du mit deinen Worten hier. „Die Veganer haben keine Ahnung und ich weiß es besser“.

            Friedliche Grüße
            Julia

            Gefällt 1 Person

            • q.e.d. –

              sobald man mit fakten kommt, werdens bös, argumente kommen keine, fragen werden nicht beantwortet, dafür wird man persönlich untergriffig und wünscht den „inneren frieden“.

              as usual.

              ps. du vergleichst eine weidekuh, die zweimal täglich gemolken wird und sonst recht happy auf der weide rumläuft, ernsthaft mit einem affen, der 8h am tag als sklave schuften muss für „veganes“ kokosöl?
              wow.
              das ist echt böse.

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