fremde freunde. (#kolumne)

anfangs ist man allein mit seinem wahn.

manche tolerieren ihn, andere belächeln ihn, wenige teilen ihn.
wohin mit der freude über den wahn,
mit wem darüber reden,
wem stolz die fotos zeigen –
und vergebens auf die begeisterung warten?

also hinein in ein soziales netz.werk –
und menschen suchen, die den selben wahn teilen.
die mit.reden, fotos bewundern, selber welche machen und genau.so wahn.sinnig sind wie man selbst.
gibt es die denn?
ja, die gibt es.

und nicht mal wenige!
schon innerhalb weniger tage finden sich menschen, die dem virtuellen verein beitreten möchten.
menschen, die verstehen, wie es ist, wenn eine unscheinbare knospe zu einer strahlenden schön.heit wird.
menschen, die ebenso auf nadeln sitzen, wenn sich ein kleiner trieb zeigt, wie man selbst –
ist es eine wurzel?
oder gar eine blüte?
was kann es sein?

es sind menschen, die man nicht persönlich kennt.
fremde, von denen man nicht weiß, wie sie sprechen.
man kennt nicht die art, wie sie schauen.
oder die speisen, die sie am liebsten genießen.

und doch sind es keine fremden mehr.
denn man kennt die pflanzen, die sie haben.
man kennt die worte, die sie gerne verwenden.
und man hat eine ahnung davon, wie sehr sie sich freuen, wenn die kleine knospe dann eine blüte wird.

schön ist das.
danke.

***

© Sybille Ebner - sinn.wort.spiel.

© Sybille Ebner – sinn.wort.spiel.

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

4 Kommentare zu “fremde freunde. (#kolumne)

mit.reden?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s